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Marie-Luise Glahr (l.) von der Bürgerstiftung und die Becher-Designerin Jenne Baule-Prinz präsentieren PotsPRESSO. (Foto: Bürgerstiftung)

Für viele gehört der morgendliche Coffee-to-go genauso zur Vorlesung, wie Schreibblock und Stift. Damit durch Kaffeejunkies keine Unmengen an Müll produziert werden, soll sich in Potsdam zukünftig das PotsPRESSO-Pfandsystem durchsetzen: Mehrweg statt Pappe. Von Carolin Kulling.

Sie gehören zu jeder Vorlesung, besonders beliebt sind sie in den Morgenstunden, man findet sie neben fast jedem Laptop: Die Coffee-to-go-Becher. Wusstet ihr, dass allein in Berlin jeden Tag um die 460.000 solcher Becher verbraucht werden? Der tägliche Kaffeegenuss gehört für viele einfach zu einem guten Morgen dazu und wer es nicht zu Hause schafft, ist froh über die zahlreichen Angebote für unterwegs. Dass mit den Wegwerfbechern aber auch unvorstellbare Mengen an Müll produziert werden, blenden die meisten aus, um sich schnell einen Kaffee auf die Hand zu holen.

Um etwas gegen den Wegwerfwahn zu unternehmen, hat sich in Potsdam das Projekt PotsPRESSO formiert, das das Becherproblem in der Stadt anpacken möchte. Das Prinzip ist simpel: Zukünftig soll die_der Bäcker_in oder Kaffeehändler_in eures Vertrauens die PotsPRESSO-Mehrwegbecher anbieten und gegen einen Pfand von zwei Euro ausgeben. Wer sich beispielsweise morgens einen Kaffee holt, kann diesen im PotsPRESSO-Becher trinken und am nächsten Tag einfach zurückgeben – egal ob bei der_dem Händler_in vom Tag zuvor oder bei einer_m anderen.

Mit Crowdfunding zum Erfolg

Initiiert wurde PotsPRESSO von der Potsdamer Bürgerstiftung. Für die Finanzierung werden bei einem Crowdfunding auf der Plattform betterplace.org derzeit noch Spenden gesammelt. Wenn die Becher damit ausfinanziert sind, können sie in die Geschäfte Potsdams einziehen. Zahlreiche Händler_innen haben ihre Teilname am Pfandsystem bereits zugesagt, dazu gehören die Espressonisten, Buena Vida Coffee Club, das Bistro Tasty, die Erfrischungshalle und viele mehr. Wer seine_n liebste_n Kaffeehändler_in aber vermisst, darf auch Eigeninitiative zeigen. „Einfach bei eurem Lieblingsort nachfragen, ob sie mitmachen wollen!“, so Marie-Luise Glahr, die Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung.

Gemeinsam mit Jenne Baule-Prinz steckt sie hinter dem Projekt PotsPRESSO. Baule-Prinz ist eine Künstlerin und Designerin aus Babelsberg und unterstützte die Becher-Idee von Anfang an. „Sie hat den Becher mit ihrem liebevollen Design erst zum Leben erweckt“, so Glahr.

Dass sich das PotsPRESSO aus Spenden finanziert, zeigt für Glahr auch die Solidarität und Fairness, die hinter der Initiative steckt. „Wir finden es wichtig, so ein Projekt nicht „von oben“ zu verordnen, sondern „von unten“ wachsen zu lassen, um später die nötige Akzeptanz in der Bevölkerung zu haben.“ Die bisherige Resonanz sei überwältigend positiv. Nicht nur deshalb schließen sich viele Händler_innen dem Pfandsystem an. Durch das vorherige Crowdfunding werden die Becher kostenfrei für die Geschäfte zur Verfügung gestellt: „Die Händler_innen können risikolos mitmachen, deshalb gibt es auch total viele Pfandstationen, die den Kund_innen wiederum das nachhaltige Trinken leichter machen.“, so Glahr.

Die erste Auflage der Becher gibt es bereits zum Schulstart ab dem 20. August in einigen Potsdamer Geschäften. Zum Preis von 6,95 Euro kann man sich einen Becher kaufen und die Finanzierung von PotsPRESSO so unterstützen. Erhältlich sind sie unter anderem bei den Bäckereien Exner und Fahland, dem Café Kieselstein, dem Café Central, dem Inselcafé, der Potsdamer Tourist Information und der Buchhandlung Hugendubel.

Nachhaltig Kaffee trinken an der Uni Potsdam

Wer nachhaltiger Kaffee trinken möchte, hat auch an der Uni Potsdam beste Möglichkeiten dazu. Die Mensen und Caféterien des Studentenwerks Potsdam geben seit 2017 Rabatte auf Heißgetränke, die in einem Mehrwegbecher gekauft werden. Wer wiederum aus dem Wegwerfbecher trinkt, muss 10 Cent draufzahlen – ein Konzept, das von den Studis gut angenommen wird.

Marie-Luise Glahr schätzt die Intiative des Studentenwerks sehr, die PotsPRESSO-Becher wird es neben den eigenen Bambusbechern des Studentenwerks aber vorerst nicht geben: „Man wird zwar neben dem eigenen Becher-Angebot keine PotsPRESSOs hinzukaufen in der Pilotphase, aber wenn das Pfandsystem steht, sind sie offen, gemeinsame und ergänzende Angebote zu finden. Wir hoffen sehr, dass die Uni, die FH und auch die anderen wissenschaftlichen Institute mitmachen.“

Über studentische Unterstützung freut sich das PotsPRESSO-Team aber auch darüber hinaus. „Es wäre toll, wenn die Studierenden in Potsdam mit ihrer Kreativität, ihren Ideen und Netzwerken einsteigen.“, sagt Glahr. „Wir brauchen Euch und Eure Unterstützung, ihr seid die Zukunft. Und wer Lust hat: Die Potsdamer Bürgerstiftung ist eine offene Plattform für Eure Ideen und Euer Engagement und alle sind willkommen, die sich ehrenamtlich und gemeinnützig engagieren möchten!“

Übrigens: Wenn ihr PotsPRESSO oder andere Initiativen ganz einfach per Mausklick unterstützen wollt, könnt ihr bei dem Wettbewerb “Gemeinsam FÜR Potsdam” eure Stimme abgeben und den Projekten damit im Bestfall 7000€ bescheren. Die Abstimmung läuft noch bis zum 16. September.

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