Ein Rückblick auf den Career Day 2019 der Axel Springer SE

Florian Klages bei der Eröffnungsrede des Axel Springer Career Days 2019. (Foto: Axel Springer SE)

„Die Zukunft ist davon abhängig, was ihr zur Party mitbringt“, äußerte sich Florian Klages, Head of People and Culture der Axel Springer SE, bei seiner Eröffnungsrede des zweiten Axel Springer Career Days am 29.11.2019. Ein Rückblick auf einen Tag zu Gast bei der Axel-Springer-Familie. Von Marianne Max.

Wie wird man Gast der Party? Wie wird man Gast des Career Days bei dem Verlagsriesen Axel Springer? Und wie fasst man Fuß in dem Großkonzern? Die Antwort ist so einfach wie plausibel – man meldet sich an. Nach der Einreichung meines Lebenslaufes, sowie einer kurzen Begründung meines Interesses an der Veranstaltung, erhielt ich eine von circa hundertzwanzig Einladungen, welche mir die Tür des Axel-Springer-Hochhauses öffnete.

In ihrer Eröffnungsrede beschrieben Florian Klages und Dr. Konstanze Schlegelberger, Head of Talent Attraction, mir und meinen Mitinteressent_innen unsere Zukunft bei Axel Springer ebenso aussichtsreich wie den Blick auf die Skyline Berlins aus dem 19. Stock des Wolkenkratzers.

Klages gab uns einen Einblick in die bisherige Arbeit des Konzerns, vom 1946 gegründeten Verlagshaus bis hin zur heutigen media and tech company. Dabei immer den unerschütterlichen Willen weltgrößter Digitalverlag zu werden. Doch wie soll dieses Ziel erreicht werden? Und was kommt danach? Das seien Fragen, welche sich die junge Generation des Career Days zu stellen hätte, so Klages. Die Antworten hingen davon ab, welche Fähigkeiten wir, als Zukunft von Axel Springer, mitbringen würden.

Doch wie Zukunft von Axel Springer werden?

Eine Frage, die sich auch Klages stellte, welcher zu seiner Zeit nicht das Vergnügen hatte, einen Career Day zu besuchen. Er begann als Trainee bei der B.Z., wo er unter anderem die Zeitung auf der Straße verkaufte. Bei Axel Springer jedoch öffneten sich ihm immer wieder neue Türen, bis hin zu seiner heutigen Position als Head of People and Culture. Auf dem Weg dorthin sah er sich, so wie am Tag des Anschlags auf Charlie Hebdo, immer wieder mit dem Balanceakt zwischen der Wahrung der Pressefreiheit sowie dem Schutz seiner Mitarbeiter_innen konfrontiert.

Mir wurde klar, dass Journalismus nicht nur Spannung und Spaß bedeutet. Journalismus bedeutet vor allem die Annahme einer hohen Verantwortung, sowie gesellschaftlichem Druck standzuhalten, der auch an freudigen Tagen auf den Journalist_innen lasten kann. So steigerte sich laut Klages der Druck, der auf ihm und seinem Team ruhte, mit jedem weiteren Tor Deutschlands im WM-Halbfinale 2014 gegen Brasilien. Was er sehr schätze, sei jedoch die daraus gewonnene Erfahrung, zusammen mit seinem Team alles schaffen zu können.

Mitarbeiter_innen an Informationsständen der Unternehmen. (Foto: Axel Springer SE)

Nach der Eröffnungsrede stellten sich uns unter der Leitung von Dr. Konstanze Schlegelberger vierzehn Unternehmen vor, welche jedoch nur einen Bruchteil des Axel Springer Konzerns bilden. Ob Idealo, Bild, upday oder Axel Springer Akademie, jedes Unternehmen hatte nun 60 Sekunden Zeit, uns für sich zu begeistern. Und wie begeistert man besser, als mit greifbaren Zukunftschancen? Es schien, als würden sich die Unternehmen darum reißen, wer den meisten Nachwuchs bekommt. Trotz meiner Ungläubigkeit, wurde ich so von Zuversicht gepackt und startete mit Vorfreude in den Nachmittag.

Die Axel Springer Akademie

Nachdem der Gastgeber uns zum Mittag in den Axel-Springer-Passagen bewirtet hatte, waren die Unternehmen nun jederzeit für uns ansprechbar und hielten insgesamt zwölf englisch- sowie deutschsprachige Sessions ab. Drei dieser Sessions besuchte ich im Laufe des Nachmittags. Die erste und für mich spannendste, „Start in den tollsten Beruf der Welt – JournalistIn“, wurde von der Axel Springer Akademie gehalten. Rudolf Porsch, der stellvertretende Direktor der Akademie, stand uns Rede und Antwort. Er zeigte uns, neben der Akademie und seinem eigenen, die unterschiedlichsten Wege in den Journalismus auf.

Für mich war die Akademie jedoch am interessantesten, so dass ich froh war, ihn nach den Zulassungskriterien fragen zu können. Eine Frage, die mir besonders auf dem Herzen lag, denn es bewerben sich jährlich ca. 600 Menschen um einen der begehrten Plätze. Da die Axel Springer Akademie, laut Porsch, jedoch eine bedarfsgerechte Ausbildung anstrebt, hinter der das Ziel einer Weiterbeschäftigung steht, haben jährlich nur 40 Bewerber_innen das Glück, einen der umkämpften Plätze zu erhalten.

Hierzu reichen sie eine Reportage ein, welche Porsch, zusammen mit seinem Kollegen Marc Thomas Spahl, Direktor der Akademie, liest und beurteilt. Er verriet uns hier seine Kriterien – Wissen, das durchaus von Nutzen sein kann, möchte man sich an der Akademie bewerben. Abschließend fasste Porsch jedoch seine Punkte in einfachen, aber ihm wichtigen Worten zusammen: „Sie müssen was zu sagen haben. Sie müssen Werte schaffen!“.

Career machen auf dem Career Day

Von der Akademie führte mich mein nächster Weg zu den Recruiter_innen, die bereitstanden, um unseren CV zu beurteilen und uns wertvolle Tipps mit auf den Weg zu geben. Eine Chance, die ich nicht verpassen wollte! Meine Befürchtungen um langes Anstehen und kurze Abfertigung waren unbegründet gewesen. Es waren genug Recruiter_innen da und jeder nahm sich die Zeit, uns erst mit einem perfekt korrigiertem Lebenslauf zu entlassen.

„Geh mal zu Frau Wolf von der Akademie, die verteilen Praktika“, riet mir eine Mitarbeiterin daraufhin. Vom Ehrgeiz gepackt, meinem Ziel zum Greifen nah und meinen als gut beurteilten CV unter dem Arm, ging ich zuversichtlich zum Stand der Axel Springer Akademie – und verließ ihn etwas niedergeschlagen mit einem Flyer. Ich könne meine Bewerbung mit Lebenslauf, Motivationsschreiben und Probeartikeln gern unter der Nennung meiner Wunschredaktion an die Akademie senden. Uff. So einfach war es wohl doch nicht, Career zu machen auf dem Career Day – trotz der Vorauswahl durch die Bewerbung für die Veranstaltung.

Idealo – mehr als nur ein Preisvergleich?

Aber ich ließ mich nicht entmutigen. Während die ersten Teilnehmer_innen den Career Day verließen, ging ich zu meiner letzten Session. Ihr Titel „Idealo – mehr als nur ein Preisvergleich“ hatte mein Interesse geweckt. Was sollte das sein? Wie sich herausstellte, kann Idealo nicht nur mit einem mitarbeiter_innen- und familienfreundlichen Arbeitskonzept punkten, sondern auch mit Konzepten zur Nachhaltigkeit und sozialem Engagement. Organisiert in einem greenteam, setzen sich die Idealos für ihre Umwelt und eine nachhaltige Lebensweise ein.

In ihrem Projekt „Sozialo“ unterstützen sie gemeinsam ihren Kiez und kämpfen mit verschiedensten Veranstaltungen gegen die Kinderarmut in Kreuzberg. Positiv überrascht von dem „Mehr“, dass die Idealos zu bieten haben, blieb mir nun die Frage, wie ich daran teilhaben konnte? Welche Funktionen gibt es innerhalb des Teams? Wie kann ich mich einbringen? Welche Stellen sind zu besetzen? – Fragen, die mir leider auch auf Nachfrage nicht deutlich beantwortet werden konnten. Auch hier der Verweis auf eine Initiativbewerbung.

Ein Fazit zum Axel Springer Career Day 2019

Begeistert und doch mit dem Gefühl wieder gegen eine Wand gerannt zu sein, ging ich zu der Abschiedsveranstaltung des Career Days. Bei einem „get together mit drinks“ konnten wir unseren Eindruck des Tages Revue passieren lassen, uns über mögliche nächste Schritte austauschen und neue Kontakte knüpfen.

Zufrieden und überladen mit neuen Eindrücken verließ ich den Axel Springer Career Day. Ich möchte jedem_r, der_die sich dafür interessiert, ans Herz legen, sich auf den Career Day im kommenden Jahr zu bewerben, um sich zu informieren, sich Tipps zu holen, Eindrücke zu gewinnen, spannende Gespräche mit interessanten Menschen zu führen und neue Kontakte zu knüpfen. Wenn auch nicht die erhoffte Jobbörse, so ist der Career Day ganz sicher eine spannende Informationsveranstaltung mit vielen neuen Einblicken.

Tipps für’s nächste Mal

Der Career Day in den Axel-Springer-Passagen. (Foto: Axel Springer SE)
  1. Macht euch schlau! Ihr werdet es nicht schaffen, alle Sessions zu besuchen – macht euch also vorab einen Plan.
  2.  Lasst den_die beste_n Freund_in zu Hause! Stellt euch der Situation allein, seid offen und kommt mit neuen Leuten ins Gespräch.
  3. Traut euch! Es ist eure einmalige Chance alle Fragen zu stellen, die euch zu dem Thema schon immer beschäftigt haben.
  4. Bleibt bis zum Schluss! Nach einem ereignisreichen Tag, gemütlich bei einem Glas Wein, lässt es sich viel besser Kontakte knüpfen und ihr habt noch einmal die Chance auf spannende Gespräche.
  5. Gebt Feedback! Die Axel Springer SE fragt nach Feedback zu der Veranstaltung, nutzt das für neue Anregungen.
  6. Bewerbt euch! Habt ihr ein Unternehmen gefunden, das euch zusagt, dann bewerbt euch zeitnah. So könnt ihr euch auf den Career Day berufen und wer weiß – vielleicht seid ihr sogar noch im Gedächtnis 😉

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