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campusPOLITIK Featured Ganz vorn — 10 August 2016
Die Regenbogenfahne am Campus Griebnitzsee, Foto. M. Dietel

Die Regenbogenfahne am Campus Griebnitzsee ( Foto: M. Dietel)

Wer im Juli 2016 trotz Prüfungsstress und Ferienvorbereitungen mit offenen Augen durch den Campus Griebnitzsee gelaufen ist, der konnte so einiges Interessantes entdecken. Die Hochschulgruppe UPride zeigte eine Fotoausstellung, während neben unserem Rotkäppchen die Regenbogenfahne gehisst wurde. Von Maria Dietel.

„Huch, was wedelt denn hier?“, so meine Kommilitonin auf dem Weg zur Mensa in Griebnitzsee. Seit drei Wochen ziert anlässlich der Saison des Christopher Street Days nämlich die Regenbogenfahne den Eingang zur Universität. Diese wurde in Zusammenschau mit einer dreiwöchigen Fotoausstellung gehisst, die bis zum 26. Juli zu besuchen war.

Regenbogenfahne & UPride: Was war das noch gleich?

Bereits seit 2004 macht die Hochschulgruppe UPride das Hochschulleben Potsdams bunter. „Unsere Intention ist in erster Linie, queere Studierende – und deren Freunde –  der Potsdamer Hochschulen zusammenzubringen – ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu erzeugen“, so Tom Coureur von UPride. UPride ist damit eine Gruppe, die über die Grenzen der Uni Potsdam hinausgeht und lesbische, schwule, bi-, inter-, asexuelle sowie trans-Studierende der Fachhochschule und der Filmuniversität Konrad Wolf zusammenführt. Besonders von Erstis würde das breite Angebot von UPride gut angenommen, so Tom.

Veranstaltet werden natürlich nicht nur Ausstellungseröffnungen: UPride ermöglicht durch verschiedenste Veranstaltungen ein Zusammenkommen der Studierenden: „Das reicht von Kneipentouren durch das queere Potsdam – das nebenbei gesagt vor allem in direkter Nachbarschaft zu Berlin überschaubar ist, wir wollen auch hier zu mehr Angeboten beitragen – über Karaoke, Filmabende, Diskussionsrunden mit Kooperationspartnern aus der Region, bis hin zu Foto-Ausstellungen.“ Besonders die Sichtbarmachung im universitären Raum sei wichtig, um die Studierendenden zu erreichen und zu vernetzen.

Sichtbarkeit am Campus Griebnitzsee

Ausstellung am Campus Griebnitzsee von Demetrius Lakakis im Rahmen von UPride, Foto: M. Dietel

Ausstellung am Campus Griebnitzsee von Demetrius Lakakis im Rahmen von UPride (Foto: M. Dietel)

Deutlich sichtbar war die Hochschulgruppe mit einer tollen Fotoausstellung und der Regenbogenfahne im Juli 2016 am Campus Griebnitzsee. Gezeigt wurden Fotos vom Absolventen der Fachhochschule Potsdam Demetrius Lakakis, die Teil seiner Abschlussarbeit waren. Die Fotos behandelten das Thema Geschlechterrollen.

Tom Coureur über den Aussagegehalt der Ausstellung: „Oft sieht man bei anderen Fotoausstellungen zu diesem Themenbereich Portraits von bunt geschminkten Transen und anderen Personen, die durch ihr bloßes Äußeres schon aus der Norm fallen. Natürlich ist das nichts Schlechtes. Aber die Bilder von Demetrius zeigen eben Portraits von ,Durchschnittsmenschen‘ aus der Region. Das bedeutet, dass der/die Betrachter_in nicht auf den ersten Blick sagen kann: ,Aha, die ist lesbisch, der ist trans‘ oder ähnliches. Die Aussage ist nämlich: Geschlechterrollen gehen alle an – unabhängig von Geschlecht, Sexualität etc. Jede_r muss sich im täglichen Leben mit der Frage beschäftigen, wie er/sie seine/ihre Geschlechterrolle lebt: Bin/Verhalte ich mich so, wie ich will? Sind es Konventionen, aufgrund derer ich mich so oder so verhalte?“

Ausstellung UPride, Foto: M. Dietel

Ausstellung UPride (Foto: M. Dietel)

Besonders die Allgemeingültigkeit der Ausstellung gefiel UPride gut, um möglichst vielen Besucher_innen und Studierenden „Anknüpfungs- und Identifikationspunkte“ mit den Fotos zu bieten.

Leider schienen in den vergangenen Wochen nicht alle Akzeptanz und Toleranz zu zeigen, da über Nacht der „böse Wolf“ die Regenbogenfahne neben dem Rotkäppchen entwendet hatte. UPride ließ sich aber nicht „in das Bockshorn jagen“ und startete kurzerhand auf Facebook einen „Fahndungsaufruf“ und hisste eine neue Fahne.

Wie sind die Planungen für das Wintersemester?

Auch ab Oktober lädt UPride Interessierte und „queere Studierende“ der Potsdamer Hochschullandschaft zu tollen Veranstaltungen ein. Die altbewährte Ersti-Kneipentour darf da natürlich nicht fehlen! Auch eine größere Party sowie Lesungen und Filmabende seien bereits in der Planungsphase.

Auf den Veranstaltungen möchte sich UPride zudem stärker politisch zu relevanten Themen wie die Öffnung der Ehe oder die Verfolgung nicht heteronormativ lebender Menschen äußern, so Tom Coureur.

UPride kennenlernen

UPride lädt ausdrücklich alle Studierenden und Interessierten zu den monatlichen Treffen ein. Um keine Veranstaltung zu verpassen und immer auf dem Laufenden zu sein, empfiehlt es sich, die Facebook-Seite zu liken oder eine Mail an upride.unipotsdam@gmail.com zu schicken.

Ein kleiner Schmankerl vorweg: „Für 2017 ist bereits eine weitere Ausstellung geplant, auch dann wieder mit Fahnenhissen und dem Credo: Nur durch Akzeptanz untereinander können wir gut Zusammenleben – Gleiche Rechte für alle.“

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