Nachhaltiges Weihnachtsfest

Nachhaltiger Baumschmuck (Foto: pixabay)

Weihnachtszeit – Zeit des Konsums. Auf dem Tisch thront der Festtagsbraten, unter dem Weihnachtsbaum liegen die Geschenke und man putzt nicht nur ihn, sondern auch sich selbst heraus. Doch gibt es nachhaltigere Alternativen zu den altbewährten Traditionen? Dieser Artikel soll eine kleine Anregung sein, um das Fest der Liebe nicht nur mit unseren Freund_innen und der Familie, sondern auch im Einklang mit der Natur zu begehen. Von Marianne Max.

Der kleine Tannenbaum

Kennt ihr die Geschichte vom kleinen Tannenbaum? Wie er sich danach sehnt, geschmückt im warmen Wohnzimmer zu stehen und wie er letztendlich nach gefeiertem Fest im Kamin landet? Welches Kinderherz hatte diese Geschichte nicht berührt. Und doch werden Jahr für Jahr Tannenbäume gefällt und nach Benutzung wieder entsorgt. Es lässt sich nun streiten, ob ein Jahr für Jahr gefällter Tannenbaum oder ein immer wieder verwendbarer Plastikbaum sinnvoller und nachhaltiger ist. Ganz sicher nachhaltiger ist es, den Baum samt Wurzeln in einen Topf zu setzen, ihn über Weihnachten im Wohnzimmer stehen zu haben und ihn dann wieder in die Natur oder auch in den eigenen Garten zu pflanzen. Wem sich diese Möglichkeit bietet, der könnte daraus eine neue Tradition entwickeln.

Baumschmuck

„Wir haben in die Fenster gesehen und haben wahrgenommen, dass sie (…) mit den schönsten Sachen, vergoldeten Äpfeln, Honigkuchen, Spielzeug und vielen Hunderten von Lichtern geschmückt werden“, berichteten die Sperlinge dem kleinen Tannenbaum. Äpfel und Honigkuchen – eine sicher nachhaltigere Variante des Baumschmucks als Weihnachtskugeln, Sterne und Lametta aus Plastik. Warum also nicht einen Bastelabend mit Familie und Freund_innen machen und gemeinsam Stroh- und Papiersterne basteln. Du könntest Tannenzapfen vergolden, kleine Äpfel anhängen oder Mandeln und Orangenscheiben. Wem das noch nicht reicht, der kann Lebkuchen aus echtem oder aus Salzteig zwischen die Äste hängen.

Plätzchen

Zu viel Plätzchen gebacken? (Foto: pixabay)

Jeder kennt sie – die ungeliebten Überbleibsel auf dem Weihnachtsteller, trockene Plätzchen und den Moment, wenn man den Spekulatius einfach nicht mehr sehen kann. Was tut man oft? Man schmeißt sie weg. Genauso wie die übrigen 55kg an Lebensmitteln – übrigens ein Drittel des wöchentlichen Einkaufs – die man als einzelne Person im vergangenen Jahr in die Tonne geschmissen hat (1).

Weihnachten als Fest der Liebe und der Dankbarkeit geht auch anders. Wie wäre es stattdessen mit einem Spekulatiustiramisu oder einem Spekulatiusaufstrich? Einem Beeren- oder Applecrumble? Viele Plätzchen können mit dem Mörser zerstoßen und noch einige Wochen ins Müsli oder in den Joghurt gegeben werden. Lass deiner Kreativität freien Lauf! 😊

Zitrusfrüchte

Zitrusfrüchte sind doch vegetarisch – oder? Orangen, Mandarinen und Zitronen kommen nicht nur über lange Transportwege nach Deutschland, sondern werden auch während ihres Anbaus und nach ihrer Ernte mit teils krebserregenden Chemikalien (z.B. Fungizid Imazalil) behandelt. Um sie für den langen Transport zu wappnen, werden sie danach oft noch gewachst. Der schöne Glanz der Früchte entsteht durch Bienenwachs, auch werden Wachse aus der Lackschildlaus gewonnen. Somit gelten die konventionell behandelten Zitrusfrüchte nicht einmal als vegetarisch (2). Wer dennoch nicht auf sie verzichten möchte, sollte zu unbehandelten Bioorangen oder -zitronen greifen. Die sind nicht nur umweltfreundlicher und gesünder, sondern können auch mitsamt der Schale verwendet werden – die schmeckt super zum Beispiel in Glühwein, Plätzchen oder Dessert.

Festtagsbraten

Es braucht an dieser Stelle wahrscheinlich nicht erwähnt zu werden, dass unser Fleischkonsum nicht nur den Tieren unvorstellbares Leid zufügt, sondern auch unserer Umwelt. Immer mehr Menschen kommen zu dieser Einsicht und ernähren sich deshalb bewusster, vegetarisch oder auch vegan. Weihnachten stellt für viele jedoch eine Ausnahme dar. Es gehöre zur Tradition, einen Gänsebraten auf dem Tisch zu haben; die Oma wäre beleidigt, würde man die Wiener zum Kartoffelsalat nicht essen und überhaupt an Weihnachten kann man sich das doch mal gönnen.

Warum aber nicht auch zum Fest der Liebe das Leben der Tiere respektieren und die Umwelt schonen? So könnt ihr ganz einfach eine neue Tradition in die Familie einbringen. Es finden sich zahlreiche vegetarische oder vegane Bratenideen, vom Butternusskürbisbraten bis hin zum Seitanbraten. Seid gut zu euch, den Tieren und eurer Familie, denn auch die wird sich sicher freuen, von euch bewirtet zu werden! 😊

Festtagskleidung

Oder hast du doch noch was im Schrank? (Foto: pixabay)

Neben dem Tannenbaum putzt man an Weihnachten auch sich selbst heraus. Dank der Modeindustrie zweifeln wir jedoch an unserem schicken Kleid oder an unserem Hemd, das wir sonst auf jeder Veranstaltung gerne tragen. Sollten es nicht doch Pailletten sein? Ein wenig Glitzer? Was ist mit einem Weihnachtspulli? Und wo wir dabei sind, können wir gleich noch für die Silvesterparty bestellen.

Ungefähr 60 Kleidungsstücke kauft ein_e Deutsche_r im Jahr, die Hälfte davon landet oft, nach dem sie lange ungetragen im Kleiderschrank hing, im Müll. Ob nun direkt oder indirekt durch die gut gemeinte Nutzung eines Altkleidercontainers. Mehr als eine Million Tonnen Stoff werden in Deutschland so jährlich weggeworfen. Bedenkt man nun, dass zur Herstellung von einer Tonne Stoff 300 Tonnen Wasser benötigt werden (3), so bedeutet saisonal wechselnde Fast Fashion nicht nur die Ausbeutung von Arbeiter_innen, sondern auch die Ausbeutung der Natur.

Frag dich also, ob du nicht doch noch ein Kleidungsstück im Schrank hast, was für mehrere Anlässe angemessen ist oder tausche mit deinen Freund_innen. Solltest du wirklich nichts mehr im Schrank haben, so schau doch mal bei Fair-Fashion-Labels oder Secondhandshops vorbei. Das ist nicht nur gut für Umwelt und Gewissen, sondern auch für den Geldbeutel!

(1) https://www.welthungerhilfe.de/lebensmittelverschwendung/#c16466 (Zugriff: 19.12.2019)

(2) https://www.zentrum-der-gesundheit.de/chemikalien-in-orangen-zitronen-ia.html (Zugriff: 19.12.2019)

(3) https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/fast-fashion-versus-gruene-mode (Zugriff: 19.12.2019)

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