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campusONLINE — 07 Mai 2014
Beim "letzten Abendmahl" wusste man wenigstens noch, worauf man sich eingelassen hast. (fotolia - demarco)

Beim “letzten Abendmahl” wusste man wenigstens noch, worauf man sich eingelassen hat. (fotolia – demarco)

Wer wie gewohnt abends in der Mensa am Neuen Palais noch etwas zu essen haben will, steht jetzt vor verschlossener Tür und muss sich stattdessen mit einem traurigen Ersatz in der Cafeteria abspeisen lassen. Das Studentenwerk sollte sein Konzept für die Abendversorgung überarbeiten. Kommentar von Vinzenz Lange.

Aufgrund zu geringer Beteiligung wurde die Abendversorgung in der Mensa am Neuen Palais eingestellt. Auch der Uni-Campus  in Golm ist betroffen. Jetzt schließt die Mensa schon ab 16 Uhr und dafür kann das Abendbrot von nun an in der Cafeteria eingenommen werden. So weit, so verständlich. Vielleicht war es die richtige Entscheidung, das Essensangebot zu verringern und dementsprechend auch in kleinere Räumlichkeiten umzuziehen, wenn tatsächlich weniger Studierende abends in die Mensa gegangen sind und am Ende zu viel übrig geblieben ist, ist dieses Vorgehen sicherlich Kosten sparend und allemal besser, als am Ende des Tages den manchmal unumgänglichen Frevel zu begehen und Essen wegwerfen zu müssen.

Einladend heißt es auf der Internetseite des Studentenwerks: „Lassen Sie sich von den frisch vor Ort zubereiteten Speisen überraschen.“ – Jedoch kann den Speisenden der Appetit bei diesem Trauerspiel auf dem Teller schnell vergehen: Gewählt werden kann zwischen mehreren Zwei-Komponenten-Speisen, die sowohl für den Körper, als auch für das Auge so wenig nahrhaft erscheinen, das es nicht verwundert, nach dem Essen hungriger zu sein als vorher. Die Salatbeilage fehlt ganz, ebenso wie der in der Mensa übliche Nachtisch. Soßen sind dünn wie Wasser, nicht einmal klein geschnittenes Grünzeug zur Zierde liegt oben auf, um guten Willen erkennen zu lassen. Beilagen sind grob geschnitzt und die ganze Portion scheint nur noch eine halbe zu sein und ist nur lau aufgewärmt. Ich erwarte keine kulinarischen Erlebnisse in einer Cafeteria, wie groß war doch aber meine Bestürzung, als ein ungeschriebenes Gesetz der Gastronomie gebrochen wurde und meine Mahlzeit vor meinen Augen in der Mikrowelle erwärmt wurde.

Aber immerhin ist es teurer: Statt den für Studierende üblichen 2,50 Euro für vollwertige Gerichte kosten jetzt Speisen mit entweder zu viel Zucker und Fett oder zu wenig Gemüse jetzt zwischen 3,00 und 3,50 Euro. Vegetarische Alternativen wirken einseitig und Veganer scheinen ganz draußen bleiben zu müssen, wenn sie der Salat nicht satt machen sollte.

Ich erkenne damit meine hoch geschätzte Mensa und Cafeteria nicht wieder. Habe ich doch immer große Stücke auf die Versorgung am Neuen Palais gehalten: Waren doch alle Mitarbeiter_innen immer erfolgreich bemüht, den immer kritischen Studierenden abwechslungsreiche und gesunde Nahrung zu bieten, so ist das Abendmahl nun nur noch zu einer glatten Enttäuschung geworden. Ich finde, dass hier das Abendversorgungskonzept kräftig überarbeitet werden muss. Früher hat es ja auch geklappt mit gutem Abendessen zu angemessenen Preisen.

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