Campusphilosophie – Folge 3: Bedingungsloses Bafög – zwischen Imagination und Wirklichkeit

Das bedingungslose Bafög ist bei uns selten ein Thema. Warum eigentlich? (Foto: Pixabay)

Campusphilosophie ist eine Kolumne, die jeweils ein Mal im Monat erscheint. Sie soll zum Nachdenken anregen und Inspirationen entfalten. Thematisch geht es in dieser Folge um das Thema bedingungsloses Bafög. Steht uns so etwas zu? Von Campusphilosoph_in Robin.

Wer kennt es nicht? Man öffnet das Online Banking-Konto und bemerkt: Mist! Ich bin schon wieder pleite. Gerade Studierende könnten sich vermutlich in dieser Aussage wiederfinden. Doch warum sehen wir uns mit solchen Problemen in einem der reichsten Länder der Welt konfrontiert?

Wir sind sicherlich die Gewinner_innen der Globalisierung. Wir sind an der Spitze der EU, zumindest wirtschaftlich. Doch wie geht es uns, der künftigen geistigen Elite dieses Landes wirklich? Was ist die Unterstützung schlechthin für das Studium in Deutschland? Bafög! Zum Wintersemester 2019/2020 wurde das Bafög angehoben. In Brandenburg liegen die Höchstsätze bei circa 850€. Mieten liegen im Schnitt bei 400 bis 550€ für eine Einzimmerwohnung in Potsdam. Selbst ein WG-Zimmer kostet ab 300€ aufwärts. Was bleibt da noch übrig? Studierende sind immer mehr gezwungen arbeiten zu gehen. Wollen wir das?

Kinder von Vielverdiener_innen

Das betrifft die Studierenden, deren Eltern Vielverdiener_innen sind, gleichermaßen. Besonders diejenigen, die von ihren Eltern unterstützt werden müssen, haben aus meiner Perspektive das Bedürfnis arbeiten zu gehen. Manche Studierende haben den Eindruck, dass ihre Eltern ihnen zu viel geben würden. Dadurch können Schuldgefühle entstehen. Dass es Ihnen zusteht, ist Ihnen vielleicht rational bewusst, doch emotional meist nicht. Sie können jedoch die vermeintliche Abhängigkeit und die imaginierte Schuld nicht abschütteln. Somit gehen Studierende mit oder ohne Bafög neben dem Studium arbeiten.

Die industrialisierten Studierenden

Wir sehen diese Studierenden als Werkstudierende an den Kassen von Rewe, Netto und Kaufland. Sie stemmen das, was im Grunde genommen nicht ihre Aufgabe ist. Sie arbeiten oft abends und zu den Zeiten, in denen die anderen Angestellten längst Feierabend haben, obwohl sie bereits den ganzen Tag in der Uni waren. Eigentlich würden sie Hausarbeiten schreiben, sich auf Vorträge vorbereiten oder sich in ihrem Fachgebiet üben. Anstelle dessen ergänzen sie unser ungerechtes Wirtschaftssystem zu Ungunsten der geistigen Elite.

Schluss damit

Wir sollten uns dem verwehren! Wir sollten auf die Straße gehen und für ein bedingungsloses Bafög oder gar bedingungsloses Grundeinkommen demonstrieren, damit wir alle keine finanziellen Sorgen haben müssen. Das schließt alle Studierenden und Bürger_innen in Deutschland mit ein. In Finnland werden selbst Menschen aus anderen Ländern, die in Finnland studieren, unterstützt. Jede_r Studierende bekommt ein gesichertes Einkommen, mit dem er oder sie eben nicht am Hungertuch nagen muss, sondern gut versorgt studieren kann. Warum nicht auch in Deutschland?

Let’s make a change

Wir leben in einem reichen Land voller Ungerechtigkeiten. Lasst uns dieses Land mit etwas neuem anreichern: Empathie! Jede_r Studierende sollte anständig leben können, unabhängig davon, was die Eltern verdienen. Keiner sollte mehr ein schlechtes Gewissen haben oder Geld nachlaufen, weil Eltern den obligatorischen Betrag nicht zahlen möchten. Lasst uns aus diesem rigiden System entkommen. Wir sollten uns dieses Recht zugestehen und gut zu uns sein, selbst in unseren Gedanken.

Wir können etwas verändern. Wir können appellieren und Petitionen schreiben. Bereits der alte Philosoph Laotse sagte: „Eine Reise von Tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.“ Lasst uns diesen Weg gemeinsam gehen und der Ungerechtigkeit Einhalt gebieten.

Für mehr finanzielle Unterstützung!

Für bedingungsloses Bafög!

Für ein besseres Leben!

#Bafögfüralle

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