Raus aus dem Alltag: Auf Schlössertour in Potsdam und Umgebung

Ihr wollt in den Semesterferien vom Hausarbeiten schreiben abschalten und Potsdam und seine Umgebung näher erkunden? Wie wäre es da mit einem Ausflug zu verschiedenen Schlössern und Gärten, für die Potsdam schließlich so berühmt ist? Die speakUP stellt euch einige Schlossbauten vor, die vielleicht weniger bekannt, aber auf jeden Fall einen Besuch wert sind. Von Christina Kortz.

Ganz besonders im Sommer wird es deutlich: Zahlreiche Touristengruppen aus dem In- und Ausland sind in Potsdam unterwegs, um sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen. Für viele von ihnen ist der absolute Anziehungspunkt Schloss Sanssouci, das Lieblingsschloss Friedrich des Großen. Außerdem gehört das Neue Palais zu den beliebten Reisezielen, welches auch den meisten Studierenden der Uni Potsdam vom Besuch auf dem gleichnamigen Campus bekannt sein dürfte.

Neben diesen touristischen Highlights hat Potsdam in Sachen Schlösser aber noch viel mehr zu bieten: Die Monarchen vergangener Jahrhunderte waren auf dem Gebiet schließlich sehr umtriebig. Deshalb bieten sich heutzutage für die geneigten Schlossbesucher_innen verschiedene Möglichkeiten für kurze Abstecher oder ausgiebige Tagesausflüge.

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Für die Sportlichen unter euch lässt sich die Schlössertour sicher auch mit dem Fahrrad bewältigen. (Quelle: Google Maps)

Schloss Charlottenhof: Das besondere Weihnachtsgeschenk

Ungefähr 15 Minuten Fußmarsch vom Neuen Palais entfernt befindet sich Schloss Charlottenhof im südwestlichen Teil des Park Sanssouci. Der spätere König Friedrich Wilhelm IV. hatte das Gutshaus 1825 von seinem Vater als Weihnachtsgeschenk erhalten und ließ es vom Architekten Karl Friedrich Schinkel im Stil des Klassizismus umgestalten. Das kleine Schloss liegt eingebettet in einer von Peter Joseph Lenné entworfenen Gartenanlage. Im Inneren könnt ihr zehn Zimmer mit größtenteils noch original erhaltener Einrichtung besichtigen, von denen besonders das blau-weiß gestreifte Eckzimmer hervorsticht, das an das Innere eines Zeltes erinnert.

Schloss Charlottenhof (Foto: Hagen Immel, © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg)

Schloss Charlottenhof wurde architektonisch von römischen Villenbauten beeinflusst, und so lohnt sich ein Ausflug dorthin für alle, die einen Hauch der Antike direkt in Potsdam spüren wollen!

Adresse: Schloss Charlottenhof, Geschwister-Scholl-Straße 34a, 14471 Potsdam
Öffnungszeiten: Mai bis Oktober: Montag geschlossen, Dienstag – Sonntag: 10-18 Uhr, Besichtigung nur mit Führung; von November bis April geschlossen
Preise: mit Führung 6 €, 5 € ermäßigt; Kombiticket Schloss Charlottenhof / Römische Bäder (gültig für einen Tag): 8 €, 6 € ermäßigt

Orangerieschloss: Südländisches Flair direkt in Potsdam

Zu Fuß schafft man es in etwa zehn Minuten vom Schloss Sanssouci und in etwa 20 Minuten vom Neuen Palais zum Orangerieschloss. Im Norden des Parks Sanssouci gelegen, ist es mit 300 Metern Frontlänge der größte und mit einer Bauzeit in den Jahren von 1851 und 1864, zudem der letzte Schlossbau in diesem Park.

Das Orangerieschloss wurde für Friedrich Wilhelm IV. erbaut, der sich gerne südländisches Flair nach Potsdam holte. Deshalb wurde die Gestaltung auch von Villen der italienischen Renaissance inspiriert. Das Bauwerk ist zweigeteilt: In die Orangerie zur Unterbringung der exotischen Kübelpflanzen im Winter und den Schlossbau mit den Fürstenwohnungen. Außerdem könnt ihr dort im Raffaelsaal die größte zusammenhängende Kopiensammlung des italienischen Malers Raffael besichtigen.

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Orangerieschloss (Foto: Thorsten Peger)

Das Orangerieschloss ist ein Multitalent: Es vereint Pflanzenhallen, königliche Wohnräume, Kunstwerke und versetzt somit bestimmt auch euch in einen Kurzurlaub in südliche Gefilde!

Adresse: Orangerieschloss, An der Orangerie 3-5, 14469 Potsdam
Öffnungszeiten: Mai bis Oktober: Montag geschlossen, Dienstag- Sonntag: 10-18 Uhr (Dienstag – Freitag Besichtigung nur mit Führung, an Wochenenden und Feiertagen auch ohne Führung möglich); andere Öffnungszeiten im April, von November bis März geschlossen
Preise: 4 €, 3 € ermäßigt

Belvedere auf dem Pfingstberg: Herrlicher Blick auf Potsdam

Das Belvedere auf dem Pfingstberg ist ein Aussichtsschloss nordwestlich des Neuen Gartens. Der Bauherr war König Friedrich Wilhelm IV., der auch eigene Entwürfe an die Architekten Ludwig Persius, Friedrich August Stüler und Ludwig Ferdinand Hesse weitergab.

Nach zwei Bauphasen von 1847 bis 1852 und 1860 bis 1863 war auf dem Pfingstberg eine Doppelturmanlage im Stil einer italienischen Renaissance-Villa erbaut worden. In den Türmen befindet sich je ein aufwendig gestalteter Raum, über Wendeltreppen kann man die Dächer der Türme betreten. Das Belvedere war aber ursprünglich nur ein Teil einer viel größeren Anlage, die aufgrund des Todes des Königs nicht mehr vollendet wurde.

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Belvedere auf dem Pfingstberg (Foto: Christina Kortz)
Wer eine herrliche Aussicht auf die Stadt Potsdam, sein Umland und sogar bis hin nach Berlin genießen möchte, sollte sich das Belvedere auf dem Pfingstberg nicht entgehen lassen.

Adresse: Belvedere auf dem Pfingstberg, Pfingstberg, 14469 Potsdam
Öffnungszeiten: April bis Oktober: Montag – Sonntag: 10-18 Uhr; im November und März andere Öffnungszeiten, von Dezember bis Februar geschlossen
Preise: 4,50 €, 3,50 € ermäßigt, Kinder bis 6 Jahre frei, Jugendliche unter 16 Jahren: 2 €; Kombiticket Schloss Cecilienhof / Belvedere auf dem Pfingstberg (gültig von April bis Oktober für einen Tag): 8 €, 6 € ermäßigt; Kombiticket Museum Alexandrowka / Belvedere auf dem Pfingstberg (gültig von April bis Oktober): 6 €, 5 € ermäßigt

Schloss Cecilienhof: Ort von historischer Bedeutung

Im nördlichen Teil des Neuen Gartens in Potsdam liegt Schloss Cecilienhof. Es wurde von 1913 bis 1917 nach Plänen von Paul Schultze-Naumburg im englischen Landhausstil für das letzte deutsche Kronprinzenpaar Wilhelm und Cecilie von Preußen errichtet, die hier bis 1945 lebten.

Das Schloss bietet 176 Zimmer, fünf Innenhöfe und 55 Schornsteine im Tudorstil, von denen jeder einzigartig ist. Schloss Cecilienhof erlangte historische Bedeutung als Ort der Potsdamer Konferenz, an der die Regierungschefs der Siegermächte vom 17.7. bis 2.8. 1945 teilnahmen. Das als Ergebnis verabschiedete „Potsdamer Abkommen“ legte den Grundstein für eine Neuordnung in Deutschland, Europa und der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg.

Schloss Cecilienhof (Foto: Hans Bach, © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg)

Im letzten Schlossbau der Hohenzollern könnt ihr sowohl die Kronprinzenwohnung besichtigen als euch auch in den Räumen der Potsdamer Konferenz über dieses bedeutende Ereignis informieren.

Adresse: Schloss Cecilienhof, Im Neuen Garten 11, 14469 Potsdam
Öffnungszeiten: April bis Oktober: Montag geschlossen, Dienstag – Sonntag: 10-18 Uhr (Besichtigung des Schlosses mit Führung oder Audioguide, Besichtigung der Privaträume des Kronprinzenpaares nur mit Führung); andere Öffnungszeiten von November bis März
Preise: 6 €, 5 € ermäßigt; Privaträume des Kronprinzenpaares ohne Schloss: 4 €, 3 € ermäßigt; Kombiticket Schloss Cecilienhof / Marmorpalais (gültig für einen Tag): 8 €, 6 € ermäßigt; Kombiticket Schloss Cecilienhof / Belvedere auf dem Pfingstberg (gültig von April bis Oktober für einen Tag): 8 €, 6 € ermäßigt

Schloss Glienicke: Traum einer italienischen Villa

Das Schloss Glienicke gehört zwar schon zu Berlin, ist aber aus Potsdam kommend nur wenige Gehminuten von der Glienicker Brücke entfernt. Das ehemalige Gutshaus wurde nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel ab 1826 im Stil des Klassizismus umgebaut. Auftraggeber dafür war Prinz Carl von Preußen, der nach einer Italienreise hier seinen Traum von einer italienischen Villa in südlich anmutender Landschaft verwirklichen wollte.

Er sammelte auch zahlreiche antike Kunstwerke, die noch heute zum südländischen Flair der Anlage beitragen. Im Schloss könnt ihr die Wohnräume sowie das im Westflügel untergebrachte europaweit einzigartige Hofgärtnermuseum besuchen.

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Schloss Glienicke (Foto: Thorsten Peger)

An heißen Sommertagen ist ein Spaziergang im schattigen Park mit den schönen Parkgebäuden und dem tollen Blick auf die Havel nur zu empfehlen.

Adresse: Schloss Glienicke, Königstraße 36, 14109 Berlin
Öffnungszeiten: April bis Oktober: Montag geschlossen, Dienstag – Sonntag: 10-18 Uhr (Besichtigung nur mit Führung); im November, Dezember und März andere Öffnungszeiten, von Januar bis Februar geschlossen
Preise: 6 €, 5 € ermäßigt

Schloss auf der Pfaueninsel: Höfische Wohnkultur mit besonderem Garten

Die Pfaueninsel ist ein 67 Hektar großer Landschaftsgarten in der Havel südwestlich von Berlin. Auf der Insel ließ sich König Friedrich Wilhelm II. von 1794 bis 1797 ein Schloss für sich und seine Geliebte Wilhelmine Enke errichten.

Es handelt sich hierbei um einen mit Holzbohlen verkleideten Fachwerkbau, der als romantische Ruinenarchitektur ausgeführt wurde. Im Inneren des Schlosses ist die frühklassizistische Inneneinrichtung noch heute fast vollständig original erhalten und vermittelt euch ein authentisches Bild höfischer Wohnkultur um 1800. Die Insel selbst wurde ab 1818 von Peter Joseph Lenné gartenplanerisch gestaltet.

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Schloss auf der Pfaueninsel (Foto: Thorsten Peger)

Kein Wunder, dass die Pfaueninsel mit dem darauf befindlichen Schloss ein beliebtes Ausflugsziel ist: Wenn ihr erstmal mit der Fähre übergesetzt habt, erwarten euch verschiedene Parkbauten, Spazierwege mit tollen Sichtachsen und natürlich die Tiere, die der Insel ihren Namen gaben: freilaufende Pfauen!

Adresse: Schloss auf der Pfaueninsel, Nikolskoer Weg, 14109 Berlin
Öffnungszeiten: April bis Oktober: Montag geschlossen, Dienstag – Sonntag: 10-17.30 Uhr (nur mit Besichtigung); von November bis März geschlossen
Preise: 6 €, 5 € ermäßigt; Fähre zur Pfaueninsel inklusive Parkplan: 4 €, 3 € ermäßigt

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