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„lieber guter weihnachtsmann! mach, dass ich studieren kann!“

Zehntausende Studentinnen und Studenten aus zahlreichen Ländern streiten seit Sommer dieses Jahres unter anderem für die Demokratisierung der Hochschulen, die Abschaffung von Anwesenheitspflichten und Master-Zulassungsbeschränkungen sowie gegen „versteckte Studiengebühren“. Von Denis Newiak

In einer zweiten großen Welle des„Bildungsstreikes“ demonstrieren seit Anfang November Schul- und Hochschulangehörige für bessere Lern- und Lehrbedingungen an deutschen Hochschulen. In ganz Deutschland werden derzeit Hörsäle an Hochschulen besetzt und mit diversen einfallsreichen Aktionen, wie z.B. dem „Alternativen Vorlesungsverzeichnis“, auf die Missstände im Bildungssystem aufmerksam gemacht.

In Potsdam erreichte die Protestbewegung am 17. November ihren vorläufigen Höhepunkt: Mindestens eintausend Lernende und Lehrende aus Schulen und Hochschulen waren zur Demonstration gekommen, erwartet wurden von der Polizei nur 250 Teilnehmer_innen. Für ein frei zugängliches und hochwertiges Studium demonstrierten zeitgleich zehntausende Hochschulangehörige in über fünfzig deutschen Städten. Als der Potsdamer Demonstrationszug vor dem Einstein-Gymnasium Halt machte und die Schüler_innen lautstark aufforderte, sich dem Protest anzuschließen, wurde die Schule in der Hegelallee nach innen und nach außen von der Polizei abgeriegelt, weil Protestierende das Gebäude betreten hatten. Zwar kam es zwischen Demonstrant_innen und Staatsgewalt zu keinen körperlichen Auseinandersetzungen. Doch mehrereStreikende sprachen sich dafür aus, zu überprüfen, ob es gesetzeskonform war, die Schüler_innen von der Kundgebung fernzuhalten. Am Helmholtz-Gymnasium schlossen sich vereinzelt Schüler_innen dem Demonstrationszug an. Die meisten blieben aber in den Klassenzimmern zurück. In Redebeiträgen schilderten Lehrende wie Studierende die defizitäre Lage an den brandenburgischen Hochschulen. Am gleichen Tag wurde von Protestangehörigen auch ein Hörsaal der Fachhochschule Potsdam besetzt. Die Besetzung des Audimax am Neuen Palais wird weiter aufrechterhalten.

Nachdem in Frankfurt am Main eine Besetzung von der Polizei mit Gewalt aufgelöst wurde, organisierten Potsdamer Bildungsstreikende am 4. Dezember eine spontane Straßenblockade. Für eine halbe Stunde wurde der morgendliche Berufsverkehr in der Breiten Straße am Filmmuseum unterbrochen. Die Potsdamer Protestangehörigen sprachen ihre Solidarisierung mit den Frankfurter Demonstrant_innen aus.

Mehr Informationen unter www.bildungsstreikpotsdam.com.

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