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Für die einzelnen Campusstandorte, wie hier am Neuen Palais, gibt es große Pläne. (Foto: K. Fritze)

Die Vorlesungszeit ist vorüber, doch Stillstand herrscht an der Universität Potsdam keineswegs. Die einzelnen Campusstandorte werden in den nächsten Jahren große Veränderungen durchlaufen, sowohl durch Umbauten, als auch durch neue Studienmöglichkeiten. Die speakUP gibt einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen. Von Carolin Kulling.

Campus Griebnitzsee: Bäume müssen der HPI-Erweiterung weichen

Zu Beginn des Jahres sorgte das Hasso-Plattner-Institut für Aufsehen, als es ankündigte, man wolle einen Waldcampus nach dem Vorbild der kalifornischen Stanford University errichten. Nicht nur der Vergleich klingt hoch ambitioniert, auch die Pläne des HPI sind groß: Innerhalb der nächsten Jahre möchte sich das Institut nicht nur flächenmäßig, sondern auch gebäudetechnisch verdoppeln.

Momentan zählt das HPI etwa 750 eingeschriebene Studis – die nächste Generation von IT-Nachwuchs darf sich, wenn es nach den Plänen von HPI-Direktor Christoph Meinel geht, über mehr als 1300 Kommiliton_innen freuen. Schon im kommenden Wintersemester werden die neuen Studiengänge Digital Health und Data Engineering am HPI etabliert, damit dürfte das Wachstum weiter angeschoben werden.

Damit die neuen Studis in Zukunft auch in ausreichend Hörsälen und Seminarräumen untergebracht werden können, sind mehrere Gebäude in Planung, unter anderem rund um die Parkplätze gegenüber von Haus 1. Der erste Bauabschnitt soll im nächsten Jahr beginnen. Dass dafür viele Bäume gefällt werden müssen, sorgte bereits für reichlich Kritik, unter anderem von der Linken- und Grünen-Fraktion im Landtag. Das HPI und die Stadt möchten laut eigenen Aussagen aber keinesfalls einen Kahlschlag in der grünen Umgebung, viel mehr sollen die Studis von der naturbelassenen Gegend profitieren können. Weitere Bauten sind neben der besagten Parkplatzfläche auch in Waldstücken nördlich und südlich der anliegenden Bahntrassen geplant – ein echter Waldcampus also.

Campus Neues Palais: Große Veränderungen rund um den Sportplatz

Die Lehrgebäude am Neuen Palais sind dank der historischen Parkumgebung und der prächtigen Fassaden das Aushängeschild für die Universität Potsdam. Dafür, dass der Park Sanssouci weiterhin in seiner Schönheit genossen werden kann, wird sich am Campus Neues Palais aber einiges ändern müssen. Auf Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung zwischen der Stadt, dem Wissenschaftsministerium, der Universität, dem Landesdenkmalamt und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten soll der “Westpark Sanssouci” repariert werden – und dafür muss einiges weichen.

Bis diese Neuerungen aber tatsächlich umgesetzt werden, bleiben noch einige Jahre Zeit. 2022 soll der Sportplatz auf der Westseite vom Campus Neues Palais aufgegeben werden. Die Sportler_innen sollen dann auf eine Ersatzfläche umziehen, welche genau, steht bislang noch nicht fest. Im Gespräch ist unter anderem eine Erweiterung der Sportanlagen am Golmer Campus. Zudem sollen drei Gebäude westlich der Straße Zum Neuen Palais abgerissen und durch denkmalverträgliche Neubauten ersetzt werden.

Neben dem Verlust einiger Flächen soll es bei dem Großprojekt aber vor allem um die Erweiterung des Campus Neues Palais gehen. Besonders die Philosophische Fakultät benötigt dringend mehr Platz. Wie die Veränderungen am Campus konkret aussehen werden, ist bisher aber noch unklar. “Die baulichen Veränderungen an einer Universität nehmen von der Planung bis zur Umsetzung einen großen Zeitraum in Anspruch.”, sagte die Pressesprecherin der Uni Potsdam, Silke Engel, auf Anfrage.

Campus Golm: Eine neue Fakultät für die Uni Potsdam

Im Mai dieses Jahres wurde die Universität Potsdam um eine siebente Fakultät reicher: Mit der Gründung der Gesundheitswissenschaftlichen Fakultät wurde ein lang geplantes Kooperationsprojekt mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der Medizinischen Hochschule Brandenburg umgesetzt.

Die Fakultätsgründung sei aber zunächst symbolisch zu verstehen, sagte Engel auf Anfrage. Nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags stehe momentan zunächst die genauere Planung im Mittelpunkt. “Der Gründungsdekan, Herr Dudenhausen, ist derzeit damit beschäftigt, die Fakultät aufzubauen, also mit Leben zu füllen. Dazu gehört die Verwaltung dieser Fakultät ebenso wie Forschungsfelder zu definieren und Studiengänge einzurichten.”, sagte Engel.

Bis sich Studierende aber tatsächlich in diese neuen Studiengänge einschreiben können, wird es noch einige Zeit dauern, voraussichtlich bis zum Herbst 2021. Durch die Kooperation der drei Hochschulen werden sie keinen zentralen Campus als Anlaufstelle haben, sondern verteilt über die verschiedenen Standorte im Land Brandenburg studieren, unter anderem am Campus Golm.

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redaktion

(1) Reader Comment

  1. Schöner Artikel, danke für die Infos 🙂

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