Kunst aus Automaten?!

Bunt verziert und einsatzbereit: Die Kunstautomaten (Foto: Greta Bach-Sliwinski)

Fehlt euch nicht auch dieses entspannte Gefühl durch ein weitläufiges Museum zu schlendern, die Gedanken kreisen zu lassen und sämtliche Kunst visuell in sich einzusaugen? Kunst ist Balsam für die Seele – besonders in der jetzigen Zeit. Und obwohl die Museen momentan geschlossen bleiben, darf das Kunsterlebnis  nicht darunter leiden. Die Lösung: Kunst to go! Schnappt euch einen kuscheligen Mantel, schlendert durch Potsdam und zieht euch euer persönliches Kunstwerk. Wo? Bei den Kunstautomaten! Von Greta Bach-Sliwinski.

Schlendern, flanieren, bummeln – wie man es auch bezeichnen mag: Der Spaziergang erlebt in diesem Jahr einen Beliebtheitshöhepunkt, um kurzweilig der Quarantäne zu entfliehen und dabei endlich mal die fußläufige Umgebung besser kennenzulernen. So kann sogar das eigene Viertel zum Open-Air-Museum werden, es gibt schließlich überall was zu entdecken. Auch wenn das ziellose Umherschlendern einen gewissen Eigencharme hat, kann es doch auch mal ganz interessant sein, konkrete Zielpunkte anzuvisieren, wie beispielsweise einen Kunstautomaten. „Kunst…was?“ fragt ihr euch?

„Vorsicht… Kunst macht süchtig!“

Jede Schachtel ein Unikat (Foto: Greta Bach-Sliwinski)

Anstelle von Zigaretten oder Kaugummis erhaltet ihr beim Kunstautomaten – der Name ist hier Programm – Kunst. Im Jahr 2001 wurde das Projekt „Kunstautomaten“ in Berlin und Potsdam ins Leben gerufen. Heute – knapp 20 Jahre später – gibt es bereits über 300 Kunstautomaten in 30 Städten und 5 Ländern, bis nach Barcelona haben es die Kunst-bringenden Automaten geschafft.

Öffentlich und frei zugänglich an Cafés, Bibliotheken oder Museen stehen sie für alle Kunstliebhaber_innen verteilt in den Städten und warten nur darauf, das nächste Kunstwerk auszuspucken: Für nur 2€ kann ein originales Exponat und Einzelstück verschiedener Künstler_innen erstanden und in Besitz genommen werden. Der Clou: Das Kunstwerk passt gerade so in eine Zigarettenschachtel. Ein Aufkleber auf der Schachtel warnt vor dem süchtig machenden Potenzial, das ein Kunstautomat auslösen kann:

WARNUNG

„Diese Kunst kann verwirren, erhellen, aufregen und süchtig machen! Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie sich selbst und schreiben uns die Antwort. Jegliche Haftung ist ausgeschlossen. Innenliegende Kunst ist direkt vom Künstler verpackt worden. Jedes Päckchen enthält ein Unikat. Es gehört jetzt Dir.“

Jedes Kunstwerk ist ein Unikat und entstammt den verschiedensten Genres; mit dabei sind sowohl regionale, überregionale als auch internationale Künstler_innen, deren Kunst man nun einfach so beim Vorbeigehen mitnehmen kann und natürlich behalten darf. Der Zufall entscheidet über eine kleine Malerei, Zeichnungen aus den unterschiedlichsten Materialien oder sogar kleine Objekte – je nachdem, welche Schachtel man zieht. Auf einem beigelegten, gefalteten Beipackzettel erhält man außerdem noch spannende Hintergrundinformationen und kurze Einblicke in das Leben der schaffenden Künstler_innen.

Sehen aus wie Zigarettenschachteln, enthalten aber Kunst! (Foto: Greta Bach-Sliwinski)

Fängt man einmal damit an, fällt es schwer, wieder aufzuhören, denn die Kunst fesselt einen. Quasi ganz automatisch wird man als Kunstbegeisterte_r von so manch einem versteckten Kunstautomaten angezogen und verfällt der puren Neugierde und dem Glücksgefühl. Auf der Internetseite www.kunstautomaten.com findet ihr sämtliche Standorte der Kunstautomaten weltweit, um euren nächsten Spaziergang oder größeren Ausflug zu planen. Denn Kunst kann, gerade in der jetzigen Zeit, Trost spenden, sämtliche Sorgen für einen Moment vergessen lassen und einfach nur erfreuen. Tut euch was Gutes und stattet einem Kunstautomaten in eurer Nähe einen Besuch ab.

Welche Überraschung verbirgt sich wohl in eurer kleinen Schachtel?

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