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campusLEBEN — 09 Juli 2014
"Die schönste Zeit unseres Lebens"!? (Foto: fotolia)

“Die schönste Zeit unseres Lebens”!? (Foto: fotolia)

Es gibt viele Dinge, die wir uns vorgestellt haben, bevor wir an die Universität gegangen sind: natürlich den angestrebten akademischen Abschluss, die Neugierde, die uns angetrieben hat, uns für unsere Studienrichtung zu entscheiden. Es sollte die „schönste Zeit unseres Lebens“ werden. Was ist aus unseren Träumen geworden? Und wie kriegen wir sie zurück? Von Sandra von Malottki.

Nicht nur die Anreise zur Universität, bei der man oft mit einem völlig unbekannten Menschen auf „Tuchfühlung“ geht, sondern auch der ewige Leistungsdruck, dessen Bekanntschaft man recht zeitnah macht, wirken der hoffnungsvollen Stimmung, die wir als frisch Immatrikulierte hatten, schnell entgegen. Viele von uns kennen sie, die schlaflosen Nächte, in denen die Panik erwacht und wir uns Gedanken machen, wie um Himmels Willen wir eigentlich die BaföG-Leistungen oder den Studienkredit zurückzahlen sollen. Allein schon die Vorstellung, die nötigen Leistungspunkte zu erlangen und die damit verbundenen Leistungen zeitlich zu realisieren, führen oft zu ohnmachtartigen Gefühlen. Es sind zudem auch die individuellen Probleme, mit denen wir uns konfrontiert sehen. Ob es sich nun um den Balanceakt zwischen Studium, Familie, Job und Praktikum handelt, um die Angst, jegliche soziale Kompetenz einzubüßen, weil man vor lauter Büchern keine Freund_innen mehr trifft oder die Zeit der Prüfungsvorbereitung, die – von Prokrastination gequält – nicht angenehmer wird. All dies sind Punkte, die uns oft vergessen lassen, dass es sich doch eigentlich um „die schönste Zeit unseres Lebens“ handelt.

Auch mal entspannen

Trotzdem – machen wir uns an dieser Stelle noch einmal klar: Wir sind Student_innen und wir streben einen der höchsten Bildungsabschlüsse an! Die Probleme, die sich für uns ergeben, werden wir auch in der zehnten schlaflosen Nacht nicht lösen. Wir werden den Traumjob nicht durch das Schüren unserer Ängste erlangen. Vielleicht reicht es schon, den Druck, den man auf sich selbst ausübt, zu reduzieren. Das Studium muss nicht im 2.,3. oder 4. Semester absolviert werden. Sicher ist der Leistungsdruck hoch, aber keine_r von uns ist hier, weil er alles schon ganz genau weiß, sondern um die Kompetenzen, die wir benötigen, erst noch zu erlernen. Sicher wird es so sein, dass nicht jede Prüfung oder Übung auf Anhieb richtig gelingt ist, doch mit jedem Fehler lernen wir hinzu.

Zurück auf Anfang

Wir alle kennen diese Probleme und die immer wieder aus dem Dunklen kommende Angst, aber wir müssen die Augen wieder öffnen für die Hoffnungen und Vorstellungen, mit denen wir den Campus in den ersten Wochen betreten haben. Da sind nicht nur die Mitarbeiter_innen in Mensa und Cafeteria, die freundlich lächeln, oder die Kommiliton_innen, die immer noch lachen, obwohl man ihnen im überfüllten Zug bereits zum dritten Mal auf den Fuß getreten ist. Es sind die Lehrenden, die sich auch mal in die Tür zum Veranstaltungsraum stellen und einen begrüßen, weil sie auch mal die Gesichter ihrer Studierenden sehen möchten. Es sind diejenigen Studenten_innen, die in uns in der Bibliothek sehen, erkennen, dass man sich nicht zurecht findet und einfach ihre Hilfe anbieten. Es sind die Mitarbeiter_innen der Universität, die einem die Orientierungslosigkeit ansehen und fragen, ob sie behilflich sein können. Es sind auch die Dozenten_innen, die selbst beim dritten Nachfragen nicht die Geduld verlieren, sondern nach einer neuen Formulierung suchen, um unser Verständnis zu fördern. Und sind wir nicht im Großen und Ganzen nicht doch ganz zufrieden mit unseren Noten in PULS? Na also, geht doch! Nur eben nicht alles auf einmal, sondern nach und nach. Dies alles sind sie, die Momente die wir uns bewusst machen müssen, um sie doch zu erleben – „die schönste Zit des Lebens“.

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