Wieder Bombenentschärfung in Potsdam: Studis müssen mit Verkehrsbehinderungen rechnen

explosivAm Mittwoch muss in der Potsdamer Innenstadt erneut ein Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg unschädlich gemacht werden: Am Montag wurde am Potsdamer Hauptbahnhof eine 250-Kilogramm-US-Weltkriegsbombe gefunden. Im Zuge der Bauarbeiten der Brandenburgischen Investitionsbank (ILB) und der systematischen Bombensuche in der Babelsberger Straße ist dies bereits der zweite Munitionsfund innerhalb von nur drei Wochen. Die Entschärfung des Blindgängers ist für Mittwoch, den 7. Januar vorgesehen. Etwa 10.000 Menschen sind erneut von der Evakuierung betroffen. Von Maria Dietel.

Aufgrund der geplanten Bombenentschärfung muss die gesamte südliche Innenstadt bis 8 Uhr evakuiert werden. Bei planmäßiger Sprengung, die durch den Sprengmeister Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst vorgenommen wird, ist von einer Wiedereröffnung des Sperrkreises gegen Mittag auszugehen sein. Zuletzt hatte sich die Entschärfung immer wieder hinausgezögert, weil einzelne Bewohner_innen sich weigerten, ihre Wohnungen zu verlassen.

Studiwohnheim in der Breiten Straße nicht betroffen

Wie zuletzt wird der Sprengkreis 800 Meter betragen, weshalb unter anderem der Hauptbahnhof, der Landtag, die Landesregierung, die Lange Brücke und das Bildungsforum geschlossen sein werden. Die Universitätsstandorte sind nicht betroffen, aber wegen der Beeinträchtigungen im Verkehr ist mit längeren Reisezeiten und Ausfällen zu rechnen (s.u.).

Wieder ganz knapp entgehen die Bewohner_innen des Studiwohnheims in der Breiten Straße der Evakuierung: Es liegt direkt vor dem Sperrkreis und liegt ausreichend entfernt vom Bombenfundort, um nicht geräumt werden zu müssen. Dafür müssen zahlreiche Bewohner_innen des Zentrums Ost ihre Wohnung verlassen: Unter anderem der Humboldtring, die Wiesenstraße und Max-Volmer-Straße liegen im Sperrkreis, genauso wie die Burgstraße und die Joliot-Curie-Straße an der Freundschaftsinsel (siehe Karte).

Sperrkreis zur Evakuierung am Mitwoch, dem 7. Januar (Foto: Landeshauptstadt Potsdam)
Sperrkreis zur Evakuierung am Mitwoch, dem 7. Januar (Foto: Landeshauptstadt Potsdam)

Zugverkehr unterbrochen: So kommen Studis zur Uni

Auch der Verkehr wird wieder stark beeinträchtigt sein. Die S-Bahn nach Potsdam wird ab ca. 7.30 Uhr nur noch bis Babelsberg verkehren, dabei zwischen Wannsee und Babelsberg auch nur im 20-Minuten-Takt. Studis fahren von Babelsberg aus am Besten mit den Tram-Linien 94 und 99 bis Platz der Einheit und von dort aus weiter mit dem Bus nach Golm (Linie 605) oder zum Campus Neues Palais (Linie 695). Auch ist es möglich, mit Bus 631 bis Feuerbachstraße und dann weiter mit der Linie 606 bis zum Palais und nach Golm zu kommen. Hier ist mit hohem Fahrgastaufkommen zu rechnen, Studis sollten mehr Zeit einplanen, um rechtzeitig zum Campus zu kommen.

Der Regionalbahn-Verkehr wird zwischen S-Bahnhof Babelsberg und Charlottenburg zeitweise komplett unterbrochen. Wie die Bahn mitteilt, fahren die Züge bis 10 Uhr zunächst ohne Halt in Potsdam Hbf durch und halten dann halbstündlich in Charlottenhof und Park Sanssouci. Ab 10 Uhr sollen die Züge bis voraussichtlich ca. 14 Uhr über Golm umgeleitet werden, zwischen Griebnitzsee und Park Sanssouci werde es während der Evakuierung keinen Zugverkehr geben. Wer zum Palais will, muss auf die Bus-Linien umsteigen (s.o.). Auch hier sollten Reisende mehr Zeit mitbringen.

Umstiegmöglichkeiten am S-Bahnhof Babelsberg (Grafik: Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH)
Umstiegmöglichkeiten am S-Bahnhof Babelsberg (Grafik: Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH)

Einschränkungen bei Trams und Bussen: Süden abgeschnitten

Der Straßenbahn- und Busverkehr wird zwischen Friedhöfe und Platz der Einheit/West zum Stillstand kommen. Wer von der Uni in den Potsdamer Süden nach Hause möchte, wird bis nach der Entschärfung warten müssen, und wenn nicht in der Bibo oder der Mensa, dann in einem der Ausweichquartier der Stadt (s.u.).

Die Landeshauptstadt bittet alle Autofahrer_innen, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Nach Informationen der Stadt Potsdam bleiben sowohl die Nuthestraße als auch die Humboldtbrücke befahrbar. Die Heinrich-Mann-Allee wird ab dem Brauhausberg gesperrt. Das Abbiegen in die Straße Am Brauhausberg ist jedoch möglich. Die Leipziger Straße wird ab Höhe der Speicherstadt gesperrt. Für Anwohner werden die Breite Straße und die Friedrich-Ebert-Straße ab Yorkstraße bis zum Sperrkreis befahrbar sein.

Stadt schafft Ausweichquartiere

Die Stadt Potsdam richtet Aufenthaltsorte während der Evakuierung und Entschärfung ein. Laut Informationen des Oberbürgermeisters werden diese das Freiland Potsdam in der Friedrich-Engels-Straße 22, der Treffpunkt Freizeit in der Straße am Neuen Garten 64, die Comenius-Schule am Brauhausberg 10 und die Sporthalle der Förderschule am Schlaatz, Bisamkiez 107-110, sein.

Solche eine Bombe wurde erst im Dezember im gleichen Areal unschädlich gemacht. (Foto: Landeshauptstadt Potsdam)
Solche eine Bombe wurde erst im Dezember im gleichen Areal unschädlich gemacht. (Foto: Landeshauptstadt Potsdam)

Vom Evakuierungsgebiet bis zu den Aufenthaltsorten werden Busse pendeln. Nach Informationen der Landeshauptstadt Potsdam fährt der Bus zum Freiland ab der Friedrich-Engels-Straße Höhe Pflegequartier, zum Treffpunkt Freizeit ab dem Parkplatz Am Kanal Ecke Burgstraße und zur Förderschule am Schlaatz ab Haltestelle Humboldtring.

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten werden erneut 500 Helfer_innen der Landeshauptstadt Potsdam, der Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Feuerwehr, der Polizei und der Bundespolizei im Einsatz sein. Das Baugrundstück der ILB an der Babelsberger Straße wird derzeit auf weitere Munition hin untersucht, daher ist mit weiteren Entschärfungen zu rechnen.

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