Willkommen im Uni-Zirkus!

(Foto: Christophe Boisson - Fotolia)
(Foto: Christophe Boisson – Fotolia)

Tretet näher, Ihr Erstsemester_innen! Hereinspaziert, Ihr waghalsigen und lebenshungrigen Studienanfänger_innen! Seid willkommen Ihr Erstis, in der Manege des Uni-Wahnsinns! Hier erfahrt ihr, wie ihr im Uni-Zirkus nicht vom Hochseil fallt. Von Nathalie Wiechers.

Vergesst Abistress, Ausbildungsmüdigkeit, Liebeskummer und alles andere was vorher war: Ab jetzt beginnt für Euch eine Zeit, die Ihr nie wieder vergessen werdet. Steigt ein in die Achterbahn des Uni-Lebens und macht die vielen Höhen und möglichst wenigen Tiefen für Euch unvergesslich!

Es liegen große Herausforderungen und auch die ein oder andere Überraschung vor Euch. In rasender Zeit müsst ihr Euch einen Weg durch die Bürokratie der Parallelwelt Uni bahnen. Denn so ein Semester und schließlich das ganze Studium kommen einem am Ende immer vor wie von 0 auf 100 in 4 Sekunden. Nicht alle von Euch werden die ruckelnde Achterbahn des Uni-Alltags unbeschadet hinter sich lassen, so dass der ein oder andere im Looping schon mal den Schleudersitz für die Exmatrikulation nutzt. Doch mit (Lern-)Sicherheitsgurt, der richtigen (Schreib-) Ausrüstung und den zuverlässigen (Mechaniker-)Kommilitonen, die einem nach durchzechten Nächten den Rücken freihalten, werdet Ihr auch das marodeste Fahrgeschäft erfolgreich hinter Euch bringen. Was Ihr braucht, um im bunten Treiben des „Zirkus Uni“ nicht den Kopf zu verlieren, ist vor allem Durchhaltevermögen (Wartezeiten beim Prüfungsamt), Beharrlichkeit (bei Anfragen bei Professor_innen und Dozent_innen nach Prüfungsergebnissen und der Eintragung bei PULS) und eine große Portion Mut (beim Kampf um einen Platz in der Mensa während der Mittagszeit). Auch dieser Wegweiser durch den verrückten Vergnügungspark „Universität Potsdam“ kann hierbei unterstützend wirken.

Ständiger Begleiter im alltäglichen Wahnsinn ist für Euch ab sofort PUCK. PUCK (Potsdamer UniversitätsChipKarte) ist neben Fahrkarte in ganz Berlin und Brandenburg auch aufladbares Zahlungsmittel für die Mensa und Buchüberzugsgebühren in der Bibliothek. PUCK ist auch die Einzige, die Euch die Ausleihe der elementaren literarischen Werke für das Heimstudium ermöglicht. Auch sollten die Vergesslichen unter Euch immer bei Klausuren an sie denken, denn Eure wichtige Matrikelnummer ist hier ebenfalls vermerkt (diese muss immer wieder bei Klausuren angegeben werden).

Nach der ersten, beinahe betäubenden (manchmal auf die gute – manchmal auf die weniger gute Art) Vorlesung oder auch dem ersten Seminar, fallen Eure Mitstudent_innen nicht in tosenden Applaus der einem Jahrmarktsszenario ebenbürtig wäre. Vielmehr werdet Ihr ein manchmal mehr, manchmal weniger starkes grollendes Klopfen der Kommiliton_innen auf den Tischplatten des Raumes wahrnehmen. Um sich nicht als neuer „Clown“ in der Uni-Manege und damit als Uni-Frischling zu outen, einfach auf das sonst so übliche Klatschen verzichten und locker aus dem Handgelenk in das Klopfen der freundlichen Masse einstimmen. Dies ist auch eine gute Gelegenheit vielleicht mit einem netten Lächeln einen ersten Kontaktversuch zum Sitznachbarn zu unternehmen, um nicht allein im Chaos des verrückten Uni-Alltag unterzugehen und Gefahr zu laufen, den bereits angesprochenen Schleudersitz nutzen zu müssen… Es empfiehlt sich daher gleich zu Beginn offen auf andere Mitstudierende zuzugehen und mit ihnen so gemeinsam Schlachtpläne für die kommenden Semesterendgegner (Klausuren, Prüfungen, Referate) zu schmieden.

Am besten gelingt das „Neue-Leute-kennenlernen- und mit-ihnen-die-beste-Zeit-seines-Lebens-verbringen“ neben der Erstsemesterparty am 13. Oktober im Waschhaus ab 22 Uhr, bei einem Engagement in Hochschulgruppen (wie z.B. in den politischen Hochschulgruppen, im Debattierclub oder auch bei der speakUP selbst). Alternativ können man(n) und frau es auch mal auf die klassische Art versuchen und einfach mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht und einem flotten Spruch auf den Lippen im Hörsaal bei den Mitstudent_innen punkten. Denkt dran, am Anfang sind alle ganz allein in diesem neuen Wahnsinn und genau wie Ihr auf der Suche nach freundlichen Gesichtern.

Wer sich beim Uni-Sport körperlich auspowern möchte, um sich gut und vor allem günstig auf die fordernde Zeit der Prüfungen vorzubereiten, muss früh aufstehen. Ab dem 2. Oktober ist das Kursangebot der Uni auf hochschulsport-potsdam.de einsehbar. Auf Grund des begrenzten Angebotes sollte man am 7. Oktober um 14 Uhr vorm PC sitzen. Die Kurse werden nach und nach zur Buchung freigeschaltet und sind der Erfahrung nach schneller weg als frisch gebackene Semmeln.
Nicht zu vergessen ist die Frage nach der Unterkunft. Um das Campieren unter Brücken oder auf dem Uni-Campus selbst zu vermeiden, bietet sich der direkte Kontakt mit dem Studentenwerk an: Unter studentenwerk-potsdam.de könnt ihr die begehrten Plätze, die in den Wohnheimen an den einzelnen Campi gelegen sind, ergattern. Allerdings sind diese meist auf Grund der hohen Nachfrage bereits zu Beginn des Semesters vergeben. Es lohnt sich hier aber immer mal wieder auch später eine Bewerbung für einen der heißbegehrten Wohnheimplätze abzugeben. Alternativ kann auch auf wg-gesucht.de oder an den Schwarzen Brettern der Uni nach einem freien Zimmer gesucht werden. Der Wohnungsmarkt gehört nicht zum Aushängeschild der Universitätsstadt Potsdam – lasst euch also nicht abschrecken, falls es beim ersten Anlauf nicht zum erhofften Erfolg bei der Wohnungssuche kommt.

Ihr habt Schwierigkeiten mit dem Basteln des Stundenplans oder mit der von Euch gewählten Fächerkombination? Auf zur Zentralen Studienberatung der Universität (uni-potsdam.de/zsb), die Euch gerne den Weg durch das scheinbar unüberwindbare Durcheinander weist. Wer lieber den Rat gleichaltriger Studierender bevorzugt, sollte sich in solchen Fragen an die studentischen Tutor_innen wenden, die Euch in der Einführungsphase zugeteilt worden sind.

Bei Fragen zu Prüfungsleistungen geht Ihr unbedingt zum Prüfungsamt, welches euch bei allen Anliegen rund um Noten, Anrechnungen und Abschluss weiterhilft. Hier muss man sich meist auf lange Wartezeiten einstellen. Wichtig für Neulinge: Ist der Raum rappelvoll und keine Schlange erkennbar, einfach „Wer war denn der Letzte bitte?“ rufen – Antwort abwarten – und nach der antwortenden Person ab rein zur Sachbearbeiterin. Wer nicht zwei Stunden lang vor dem falschen Büro warten will, der sollte sich auch nicht scheuen, sich bei den Wartenden nach der Zuständigkeit des jeweiligen Sachbearbeiters zu erkundigen.

Nach allem Schlange stehen (im Prüfungsamt) und der verspäteten Ankunft am Campus (ja, bei der Bahn gibt es mal wieder Schienenersatzverkehr) habt ihr Hunger? Wartet nicht wie Tom Hanks in „Cast Away“, bis ihr einen Fisch oder eher einen Frosch im Teich auf dem Campus Golm fangen könnt! Ab mit der PUCK in die Mensen und Cafeterien am Campus Neues Palais, Griebnitzsee und Golm. Zwischen 11 Uhr bis etwa 13 Uhr ist hier allerdings (auch für Vegetarier_innen und auch Veganer_innen) Hauptfütterung. Gedränge ist dann an der Tagesordnung. Wartezeiten können hier meist nicht umgegangen werden, stauen sich die Studentenmassen hier schon einmal wie vor der neusten Attraktion im Disney Land. Wer aber erstmal das nötige Durchhaltevermögen an den Tag gelegt hat, wird reich belohnt: Schon für 1,40 Euro bekommt man ein warmes Mittagessen. Jeden Tag gibt es eine vegetarische Mahlzeit und auch die Salat-Bars ermöglichen die gesunde, fleischlose Ernährung. Wer dem heiteren Trubel entgehen möchte geht nach der Rush Hour, allerdings ist dann die Auswahl der verschiedenen Gerichte äußerst dezidiert. Der freie, aber vor allem unwählerische Besucher bekommt aber auch dann noch etwas, um seinen hungrigen Magen mit etwas Essbarem zu füllen.

Ihr fühlt Euch trotz aller Ratschläge und Tipps mehr als verloren in den Wirren des alltäglichen Uni-Wahnsinns? Keine Angst, auch Batman hat seinen Robin, und auch Ihr müsst die ruckelnde Achterbahnfahrt Studium nicht alleine durchstehen. Professionelle Hilfe ist geboten durch die Psychologische Beratungsstelle der Universität, mit der über die Internetseite (uni-potsdam.de/zsb/psychberatung.html) Kontakt aufgenommen werden kann. Gerne könnt Ihr auch telefonisch und anonym bei der „Nightline Potsdam“ anrufen und Euch über Eure Ängste und Sorgen aussprechen. Nightline ist ein Projekt von Studierenden für Studierende, die für euch ein offenes Ohr haben. Alle weiteren Infos dazu auf nightline-potsdam.de.

Liebe Studienanfängerinnen und Studienanfänger, wie Ihr seht, wird viel für Euch getan, damit Ihr das verrückte Jahrmarktstreiben der Uni als zufriedene und vor allem erfolgreiche Besucher_innen verlasst. Haltet durch, denn wenn man in der Uni-Achterbahn das Adrenalin durch die Ader pochen spürt, bringt einen das schon aus biologischer Logik irgendwann zum Lächeln. Genießt jeden Augenblick der Loopings, Schrauben und der Auf und Abs, denn Ihr werdet mit einer aufregenden und prägenden Zeit belohnt, einem hervorragenden Abschluss und vielleicht sogar der Chance, mit Eurer künftigen Forschung in die Weltgeschichte einzugehen.

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