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campusLEBEN — 09 März 2010

Gut reingerutscht und immer noch dabei? Wer hätte Silvester gedacht, dass bis in die Semesterferien das große Schlittern auf dem Campus angesagt ist. Und warum eigentlich? Salz alle, oder was? Von Lisa Büntemeyer

Der Wettergott hat es nicht leicht mit uns. Mal wollen wir Sommer und Wärme, nur um uns dann über die unerträgliche Hitze zu beschweren. Dann wird lauthals nach einem anständigen Winter verlangt, und dazu gehört natürlich Schnee und Eis en masse. Und was haben wir davon? Seit über einem Monat liegen Potsdam und Berlin unter einer dicken Schneedecke. Die Farbe Weiß wird gar nicht mehr gern gesehen. Bis zu minus 20 Grad zeigt das Thermometer in Tagen, wo von globaler Klimaerwärmung die Rede ist. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Wer momentan aus einer anderen deutschen Region nach Potsdam oder Berlin reist, könnte meinen, er bzw. sie hätte sich gründlich verfahren. „Nach Sibirien wollte ich aber eigentlich nicht“, beschwerte sich unlängst ein Tourist am Bahnhof. Ganz Unrecht hatte er nicht: In Novosibirsk, Sibirien, maß das Thermometer zum selben Zeitpunkt minus 17° Celsius. exakt so kalt war es in Berlin und Potsdam.

Die Straßen gleichen Eislaufstadien, Streusalz ist Mangelware, Räumfahrzeuge nur selten zu sehen – so auch an den Standorten der Universität Potsdam: Die Mensa am Neuen Palais ist eigentlich nur mit Langlaufskiern oder Schlittschuhen zu erreichen – wenn man nicht von herabfallenden Eisklumpen erschlagen wird –, vor der Bushalte- und Regionalbahnhaltestelle versinkt man bis zu den Knieen im Schnee  und auf den Parkplätzen kämpfen sich Autos durch dicke Verwehungen.

Und wer ist schuld an dem Schlamassel? Die Uni-Leitung ist es diesmal ausnahmsweise nicht. Von daher ist von längerfristigen Streiks, wie zuletzt im Audimax, dringend abzuraten, denn außer ein paar abgefrorenen Gliedmaßen ist damit wenig zu erreichen. Das von der Universität beauftragte Unternehmen hält fleißig Winterschlaf und erfüllt schlichtweg seinen Vertrag mit der Universität nicht. Der AStA meldet, die Verträge werden nun von der Hochschulgebäudeverwaltung möglicherweise neu ausgeschrieben. Vor Winterende wird das vermutlich nichts mehr. Also heißt es bis dahin: Am besten keine Glatten Sohlen tragen, Spikes und Schneeketten kaufen, das Fahrrad meiden, in den Semesterferien gen Süden fliehen oder nach Novosibirsk auswandern. Denn dort wird man mit Sicherheit nicht das ewige Gemecker über das Wetter ertragen müssen, minus 25 Grad stehen dort gerade auf der Tagesordnung.

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