Aus dem Hörsaal: “Im Leben kommt es nicht nur aufs Essen von Burgern an”

(c) Steffi Jung
(c) Steffi Jung

In der neuen Reihe “Aus dem Hörsaal” erzählen uns Potsdamer Studis von ihrem Leben neben dem Studium. Zum Auftakt haben wir uns Steven Preisner zum Interview geschnappt. Er ist das Gesicht der derzeitigen Berliner Sparkassen-Kampagne, neben dem Studium Schauspieler und Schutzengel. Von Angelina Schüler.

Hallo Steven. Stell dich doch mal unseren Leser_innen vor.

Mein Name ist Steven Preisner, ich bin 26 Jahre alt und studiere an der Uni Potsdam Grundschullehramt im Master mit der Kombination LER, Deutsch und Sachunterricht.

Jedes Mal, wenn ich Geld abhebe, sehe ich dein Gesicht. Denn du bist das Gesicht der Berliner Sparkassen. Erzähle uns doch, wie es dazu gekommen ist.

Ich bin bei einer Schauspielagentur und habe jetzt schon einige Sachen gemacht. Unter anderem bei der derzeitigen Kampagne „Wichtiges sollte man nicht aufschieben.“ Dort spiele ich auch einen Studenten.

Was hat dich dazu bewegt, Schauspielunterricht zu nehmen?

Ich habe schon als Kind immer Theater gespielt und später als klassischen Studentenjob als Komparse gearbeitet. Ich war einer von den Leuten, die irgendwo hinten saßen und Kaffee getrunken haben. Einmal wurde ich angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte, einen Satz zu sprechen. Das habe ich gemacht und anscheinend fand man das ganz gut. Später wurde ich zu Castings eingeladen, zum Beispiel für die Deutsche Bahn. Ich bin bei einer Werbeagentur, die mich dafür bucht, wie auch die Sparkassen-Werbung, die du gesehen hast, und bei einer Schauspielagentur, wodurch ich zu einer Rolle bei der Serie “Mila” gekommen bin.

Spielst du auch in Theaterstücken mit?

Theater gucke ich mir sehr gerne an, aber mir fehlt gerade die Zeit, um selbst zu spielen. Früher habe ich das aber auch gemacht. Im Moment stehen bei mir aber die Schutzengel im Vordergrund.

Schutzengel? Erzähl mal davon. Was ist das?

Die Schutzengel sind eine Verkehrssicherheitskampagne vom Land Brandenburg gegen Drogen und Alkohol am Steuer. Wir ziehen als Schutzengel durch Brandenburgs Diskotheken und reden mit jungen Autofahrer_innen über die Gefahren von Drogen und Alkohol am Steuer. Wir haben ein Alkoholmessgerät und eine Rauschbrille dabei. Das machen wir natürlich nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern ganz locker, so wie wir auch selbst sind.

Da kommt dir sicher dein schauspielerisches Talent gelegen. Du studierst Lehramt, wozu man sicher auch das gewisse Maß an Schauspielerei braucht. Was willst du tatsächlich beruflich machen?

Ich kann mir beides sehr gut vorstellen. Zum einen ist man als Lehrer auch immer ein Stück weit auf der Bühne und hat ein Publikum, was man entertainen soll. Ich habe mir die Kleinen ausgesucht, die sind noch leichter zu unterhalten. Aber natürlich schlägt mein Herz für das Schauspielen. Cool wäre es gewesen, wenn ich als Fach Darstellendes Spiel studieren könnte.

Haben deine Schüler_innen dich schon mal in der Werbung gesehen?

Nein, ich glaube nicht. Die Kleinen achten da noch nicht so drauf.

Wie sieht es mit deinen Kommiliton_innen aus? Die gucken schon Werbung oder heben Geld ab und sehen dich plötzlich im Hörsaal. Was war dein schönstes oder lustigstes Erlebnis?

Mehrere Sachen sind passiert. Ich habe mal Werbung für McDonalds gemacht und in einem Seminar meinte dann plötzlich mein Dozent, dass es im Leben nicht nur aufs Essen von Burgern ankommt, sondern auch auf die Leistung im Seminar: Natürlich mit einem Augenzwinkern. Ich finde das cool, dass Leute mich wiedererkennen und auf mich zukommen. Das zeigt vielleicht, dass man es richtig gemacht hat.

Du bist fast am Ende deines Studiums. Was sind deine Wünsche für dein restliches Studium und die Phase danach?

Ich wünsche mir im Moment den entscheidenden Einfall für meine Masterarbeit. Natürlich hoffe ich auf meinen Wunschdozenten. Dann muss ich mal sehen, wie es weitergeht. Vielleicht schiebe ich das Referendariat noch etwas nach hinten und schaue mich auf meinem Weg als Schauspieler um.

Das kommt dann sicher auch auf die Angebote an.

Genau.

Magst du uns da schon etwas verraten? Wo sehen wir dich demnächst?

Eine Sache kann ich auf jeden Fall verraten: Ich nehme an einer Dokumentation über die deutsche Schauspiellandschaft teil. Es sind insgesamt vier Schauspieler_innen, die von einem Kamerateam begleitet werden bei Castings, Fotoshootings, Workshops und im Alltag. Das ist eine ganz große Sache, bei der viele Leute aus der Branche zu Wort kommen. Das drehen wir schon seit einem halben Jahr. Zusätzlich stehe ich für eine Webserie vom NDR vor der Kamera. Das ist eine medienkritische Sache. Und dann gibt es noch ein paar offene Sachen, die aber noch geheim sind.

Wir sind gespannt und drücken dir die Daumen. Vielen Dank für das Interview!

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