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Beim Potsdamer Improtheater Festival gibt es jedes Jahr viel zu sehen. Foto: ImproFestival/KuZe

Am Donnerstag, dem 26. Oktober 2017, eröffnet das 7. Improtheaterfestival im KuZe und neben altbekannten Formaten gibt es auch neue Sachen zu erleben. Das Motto ist Programm: Mittendrin sind sowohl Spielende als auch das Publikum. So geht Impro! Von Angelina Schüler.

Es regt sich was auf der Bühne des KuZe: Ab morgen findet das alljährliche Improtheaterfestival statt. Vier Abende lang werden Profis und Laien gleichermaßen verschiedene Improformate präsentieren und Impulse aus dem Publikum in ihr Spiel mit einbeziehen. Nach einem erfolgreichen und großen Jubiläum im letzten Jahr hat sich das Festival 2017 wieder etwas verkleinert. „Das liegt vor allem am Personalwechsel und dem Prozess der Umstrukturierung“, erklärt Sara Krieg, die jetzt für Veranstaltungen im KuZe zuständig ist.

Die längere Phase der Unklarheit über den Erhalt der Kneipe und die damit verbundenen Änderungen im Betriebsablauf gingen auch am Festival nicht spurlos vorbei. Trotzdem sollte es stattfinden. Jetzt ist es so weit und die Ziele sind diesmal hoch gesteckt. Ein komprimiertes Festival, auf vier Tage ausgelegt, welches zwar weiterhin die bekannte Atmosphäre erhalten möchte, die vom Publikum so sehr geschätzt wird, doch eben auch eine Stimme haben wird. Denn das KuZe und die Organisator_innen hinter dem Festival wollen sich einmischen und haben sich bereits eingemischt. „Theater und Kunst sind nie unpolitisch“, sagt Thomas Jäkel, künstlerischer Leiter.

Deshalb bezieht das Festival dieses Jahr auch klar Stellung zu den in Potsdam gerade ablaufenden Entwicklungen zur Nutzung öffentlicher Räume. Auch das KuZe ist von diesem immer stärker werdenden Umschwung betroffen. Nachdem die Kneipe über das Sommersemester kurzfristig schließen musste und sowohl der Abriss der FH beschlossen und das Rechenzentrum praktisch schon wieder als geräumt betrachtet wurde, ging ein Ruck durch die freie Szene der Stadt. „Die FH-Problematik ist nur symptomatisch für das, was gerade passiert“, meint Sara Krieg und verweist auf das veränderte Festival-Logo, welches die Rautenstruktur des Fachhochschulen-Gebäudes zeigt. Natürlich ist durch die Förderung des AStA und der Uni Potsdam die Arbeit im studentischen Kulturzentrum so gut wie gesichert, doch was ist mit dem Gebäude? „Die Frage ist: Ist das KuZe auch sicher?“

Sara Krieg und Thomas Jäkel wollen mit dem Festival die Institution KuZe stärken und Teil des Diskurses werden. „Manchmal ist Improvisationstheater nur Unterhaltung, was auch ganz schön und richtig ist“, meint Thomas Jäkel, „doch das ist es eben nicht nur! Durch die Impulse des Publikums bekommt die Impro auch immer ein Stück von der Außenwelt mit.“ Ein Zusammenspiel von drinnen und draußen entsteht durch diese ganz besondere Theaterform. So sollen eben auch die Zuschauer_innen mittendrin in den Storys und Impros sein.

Vier Shows – vier Highlights

Doch wie sollen jetzt das Publikum und die Spielenden agieren? Ganz einfach: Es gibt vier Shows, die in ihren Formaten eingeübt und theoretisch vorbereitet wurden, und es gibt das Publikum, welches die konkreten Inhalte jedes Abends bestimmen. Den Anfang macht das Improtheater Potsdam, das ihre Langform Impro-Krimi zeigen möchte. Ob am Ende das Verbrechen aufgeklärt wird, steht jetzt noch in den Sternen. Wer schon immer mal Kommissar_in werden wollte, hat hier die Chance, ganz aktiv an der Verbrecherjagd teilzunehmen.

Tags darauf zeigt „The Naked Stage“ ein improvisiertes Kammerspiel in drei Akten. Dabei wird weder der Ort gewechselt, noch werden filmische Schnitte verwendet. Die bunt zusammengewürfelten Figuren agieren durchweg mit Unterstützung aus dem Publikum.

Samstag wird dann ein sehr langer Abend, bei dem vier Impro-Teams gegeneinander antreten. Jedes Team hat 22 Minuten Zeit, um ihr Lieblingsformat zu präsentieren. Die Zuschauer_innen stimmen ab, welches am Ende Das Format wird.

Und der fulminante Abschluss tritt Sonntag in Gestalt von Lee White aus Kanada und Inbal Lori aus Israel auf, die zusammen mit zwei Überraschungsgästen ihre Show Mixendrin spielen wollen. Die Regeln sind hier sehr einfach: Zwei Improspieler_innen, die sich nur flüchtig oder vielleicht auch gar nicht kennen, stehen auf der Bühne und dann wird geschaut was passiert. Alles ist möglich und alles kann passieren. Das sollte sich niemand entgehen lassen!

Das Improtheaterfestival findet vom 26.-29.10.2017 im KuZe statt. Karten kosten zwischen 7,50 Euro und 5 Euro. Weitere Infos und Tickets gibt es hier.

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