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Die tristen Fassaden der Drewitzer "Platten" bekommen vom Localize-Team einen neuen Anstrich. (Bild: D. Newiak)

Die tristen Fassaden der Drewitzer „Platten“ bekommen vom Localize-Team einen neuen Anstrich. (Bild: D. Newiak)

Wo sieht man ein Balkonballett, wo kann man aus Alltagsgegenständen Musikinstrumente machen und wo gehört Kunst überhaupt hin? In den öffentlichen Raum, natürlich. Dafür macht sich das „Localize“-Festival in Potsdam stark. Wir haben die Künstler_innen wenige Tage vor der Eröffnung besucht. Von Angelina Schüler.

„Der Raum entfaltet sich erst, wenn die Tür geöffnet wird“, erklärt mir Irene Pätzug, eine der Künstler_innen. Ich sehe einen Kubus, der sich zusammenfaltet, wenn die Tür geschlossen wird. Eine Treppe über mir stehen 100 Liter Mittelmeerwasser. Direkt von der Küste, über 1.300 Kilometer von einem Ort zum anderen gewandert, ohne Probleme. Daneben Kunst von Todeskandidat_innen. Dann wieder ein interaktiver Raum, der durch verschiedene Erweiterungen umstrukturiert wurde. Aus einer einfachen Plattenbau-Wohnung wurde ein Labyrinth.

So viel Kunst und kreative Ideen befinden sich derzeit in Drewitz, genauer gesagt in der Konrad-Wolf-Allee 59-63. Am Donnerstag, den 16. Juli, startet das „Localize“-Festival „acht und null“. Diese zwei Zahlen symbolisieren nicht nur die Postleitzahl von Drewitz, sondern auch das gesamte Festivalthema. Acht und Null als Stellvertreter für Anfang und Ende, Aufbruch und Unendlichkeit. 15 Künstler_innen arbeiten seit Ende Juni in den erst kürzlich leerstehenden Wohnungen der Konrad-Wolf-Allee. Dabei ist ein Haus pure Ausstellungsfläche. Jede Wohnung ist anders. Vieles wurde verändert, einiges aber bewusst auch gelassen. Ehemalige Mieter_innen kommen in einem Projekt der Filmuniversität Konrad Wolf zu Wort. Spuren von einem früheren Leben wird sichtbar.

Das Festival will den öffentlichen Raum beleben, möchte Menschen für ihre Umgebung, ihre Stadt und vor allem ihren Stadtteil sensibilisieren. Was ist möglich und was kann ich (er-)schaffen? Das „Localize“ erschließt mit dem diesjährigen Standort einen neuen Potsdamer Stadtteil. Wer jetzt denkt, dass Drewitz zu weit weg ist, um in den Genuss des „Localize“ zu kommen, kann sich in der eigens eingerichteten „Pension Wolf“ auch ein Zimmer für die Nacht mieten. Die Ausrede zählt jetzt auch nicht mehr.

Weitere Infos, eine Übersicht der Künstler_innen und den Zeitplan findet ihr unter: localize-potsdam.de/

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