Anzeige
campusKULTUR Featured Ganz vorn — 28 Juli 2017

VACATION_01 (Foto: Oliver Blohm)

Modefotos, abstrakte Bilder aus kaleidoskopischen Eindrücken und landschaftliche Fotos hängen in dem Ausstellungsraum des BIKINI Hauses Berlin. Es werden Gegensätze aus Schönheit und Zerstörung, Schnelllebigkeit und Entschleunigung zusammengeführt. Circa 30 Studierende der Universität Potsdam kuratierten unter der Leitung der Dozentin und Kuratorin Beatrice Miersch und der Kuratorin Lena Fließbach die Ausstellung POLARO_ID des Fotografen Oliver Blohm, die vom 14.-29.07.2017 zu sehen ist. Von Eileen Schüler.

In dem urbanen Gebäudekomplex am Zoologischen Garten versammelten sich am Freitag, dem 14.07.2017, Student_innen, Professor_innen und Kunstkenner_innen zur Vernissage der POLARO_ID Ausstellung. Eine Frau in einem paillettenbesetzten Kleid mit einem rosafarbenen Tüllrock unterhält sich, ein Weinglas in der Hand haltend, mit einem Mann im Superman-Anzug. Eine Gruppe von Studierenden aus dem Studiengang Kulturwissenschaft stehen mit Professor Andreas Köstler, der im Studialltag sehr lange durch Krankheit ausgefallen ist, und der ehemaligen Professorin Brunhilde Wehinger zusammen. Beide sind sehr stolz auf das studentische Projekt, welches die Student_innen in Kombination von kulturwissenschaftlichen Theorien und künstlerischer Praxis auf die Beine gestellt haben.

Die Vorbereitungen

8x10_Color_Anh_03 (Foto: Oliver Blohm)

„Der Ausstellungsort und die Zusammenarbeit mit Oliver Blohm stand schon von Anfang an fest“, sagt Michel Hoppe, der das Seminar über die Schlüsselqualifikationen belegte. Er habe schon vorher durch die Romanistik praxisorientierte Seminare gehabt, aber das Seminar mit dem Titel „Curating Workshop – Konzeption, Installation und Publikation. Eine Fotografie-Ausstellung in Theorie und Praxis“ habe ihm besonders gefallen, da die Studierenden alle kreativen Freiheiten innerhalb der Gestaltung der Ausstellung hatten. „Wir haben die Mappe mit all den Kunstwerken vom Fotografen bekommen und durften die einzelnen Kunstwerke selbst auswählen. Darunter waren auch einige Werke, die noch nie ausgestellt worden sind. Wenn wir Ideen für den Aufbau hatten, haben wir das mit Oliver abgesprochen und er hat uns alles umsetzen lassen,“ erzählt die Kulturwissenschaftlerin Fidélité Niwenshuti-Mugwaneza.

Mit Polaroid-Filmen und einer 30 Kilo schweren Großformatkamera sind die ausgestellten Kunstwerke entstanden. Dadurch entstehen Verschmelzungen aus analogen Materialien und Digitalität. Der 30-jährige Fotograf hat den Unterstrich zu seinem Markenzeichen gemacht, denn in all seinen Untertiteln befindet sich dieses Zeichen. Aus diesem Grund heißt die Ausstellung auch POLARO_ID.

Abstrakte Polaroid-Fotografie in urbaner Atmosphäre

Auf der Vernissage: Anregende Gespräche über die Kunstwerke (Foto: Michael Neumann)

Der Künstler Oliver Blohm (in der Mitte) führt durch die Ausstellung (Foto: Beatrice Miersch)

Die Kunstausstellung POLARO_ID wird durch Dankesreden der Veranstaltenden und des Künstlers Oliver Blohm eröffnet. Auf dem Rundgang begleiten die Gäste elektronische Bässe des DJ Luc Masera und mit einem Glas Wein, einem Bier oder einer Limonade in der Hand kann man in angenehmer Atmosphäre über die Fotografien plaudern. Die Ausstellung ist gut besucht und es scheint eine gelungene Vernissage gewesen zu sein.

Eine Wand thematisiert Oscar Wildes „Das Bildnis des Dorian Gray“: Eine junge Frau ist auf den Fotografien zu sehen und von Bild zu Bild zerbröckelt ihr Gesicht. Die Betrachter_innen beginnen sich über Identität und die Vergänglichkeit der Schönheit Gedanken zu machen. An einer anderen Wand hängen mehrere Selfies von dem gleichen Motiv: Ein durchtrainierter männlicher Oberkörper ist ohne den Kopf der Person zu sehen und stellt die Selbstinszenierung dar. Vor den Fenstern hängen zwei Bilder an Schnüren, auf denen Landschaften in rosa gefärbt zu erkennen sind. Des weiteren gibt es kleine quadratförmige Bilder, die hinter einer Glasscheibe hängen. Dazu gehören kleine Lupen, durch die man die Farbgebilde genauer betrachten kann und verschiedene Formen und Figuren erkennt.

Am 21.07. führte der Fotograf die Ausstellungsbesucher_innen selbst herum und am 22.07. erklärten die Student_innen der Uni Potsdam die Exponate aus ihrem kulturwissenschaftlichen Blickwinkel. Am Samstag, den 29.07.2017 um 17 Uhr, findet eine weitere studentische Führung durch die Ausstellung statt und direkt im Anschluss von 18-22 Uhr wird die Finissage veranstaltet.

Share

About Author

redaktion

(0) Readers Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.