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Sängerin Livy Pear. Foto: Julia Hennig

Sängerin Livy Pear. Foto: Julia Hennig

Was gibt es schöneres, als an einem kalten und dunklen Dezembertag selbst geschriebenen Texten und Musik zu lauschen? Das dachte sich wahrscheinlich auch der Fachschaftsrat (FSR) Germanistik der Universität Potsdam, der am 1. Dezember zu seinem ersten Literaturwettbewerb einlud. Von Julia Hennig.

Wahrscheinlich haben die meisten von euch schon von Poetry Slams gehört oder waren selbst schon einmal bei einem dabei. Der Literaturwettbewerb sollte aber bewusst kein Poetry Slam sein, sondern eine Plattform für verschiedene Literaturgattungen darstellen. Der FSR Germanistik hatte dafür vorab alle Studierenden aufgerufen, ihre Beiträge für den Wettbewerb in den Kategorien Prosa und Lyrik einzureichen. Insgesamt kamen so innerhalb eines Monats fast vierzig Texte zustande, die die Zuhörer_innen des Wettbewerbs in gedruckter Form erhielten. Am Abend selbst wurden je fünf Texte aus den Kategorien Prosa und Lyrik vorgetragen, die von einer Fachjury aus Dozent_innen, einer Mitarbeiterin der Kriminalbuchhandlung Potsdam und einer Vertreterin des FSR Germanistik sowie zwei Zuhörer_innen aus dem Publikum bewertet wurden. Zwischen den literarischen Beiträgen bot die Sängerin Livy Pear, wie sie es selbst beschrieb, „Liebe in Form von Musik“.

Kann man Liebe kaufen?

Rebecca Krause erzeugt in ihrem Text eine Welt, in der Liebe in Rationen im Supermarkt gekauft wird. Als es jedoch zu einem Notstand ohne jegliche Liebesrationen kommt, hat ein kleiner Junge auf einmal eine kreative Idee: Statt Liebe zu kaufen, könne man sich doch einfach Liebe basteln. Auf diese Weise erkennen die Menschen, dass man Liebe nicht kaufen kann. Auch Sina Opalka, die in beiden Kategorien einen Text eingereicht hat, thematisiert in ihren Werken die Liebe: Die Liebe zum Leben und die Motivation, das Leben selbst in die Hand zu nehmen. In ihrem Gedicht wendet sie sich direkt an das Meer und nimmt die Zuhörer_innen mit auf eine kleine Gedankenreise. Das Gedicht von Kristin Nicolaus ist ebenfalls mit dem Meer verbunden, da es in Gedanken an ihren Urlaub an der Ostsee entstand. In ihrem Gedicht versucht sie, die Erinnerungen daran durch viele Bilder heraufzubeschwören. Lisa Koinzer wurde durch ein Bild im Museum für ihr farbenfrohes Gedicht inspiriert, das ein Boot mit einer Familie zeigt.

Über Freiheit, Liebe und Hass

Das Gedicht von Esther Tchlakichvili handelt von der Freiheit der Singles, die es vorziehen, ein Geheimnis zu bleiben. Rätselhaft bleibt auch der Protagonist der Kurzgeschichte von Max Krause, der seine Arbeit als Buchhändler sowie seine Beobachtungen in einem Cafè schildert. Weg von der realen Welt dreht sich das Gedicht von Jonas Rungenhagen, das er nach einem Film über Cyber Mobbing schrieb, um die Gefahren und Kehrseiten des virtuellen Netzes. Tom Längerich erschafft nach eigenen Angaben in seinem Gedicht einen „Alptraum mit bösem Erwachen“, den die Zuhörer_innen wie einen Krimi gebannt verfolgten.

Das Beste kommt zum Schluss

Einladung. Foto: FSR Germanistik

Siegerin des Abends wurde die letzte Poetin Angelina Schüler, die uns auf humoristische Art einen fiktiven Tagebucheintrag ihres neunjährigen Ichs vortrug, das auf einmal beschließt, ein Junge zu sein. Wir gratulieren der Siegerin und allen Teilnehmer_innen, ohne die der Wettbewerb nicht hätte zustande kommen können. Besonderer Dank gebührt aber vor allem dem FSR Germanistik, der mit der Veranstaltung sein studentisches Engagement bewiesen hat. Daher lautet das Fazit des Moderators Johannes Bonau: „Harter Kampf, aber gut gemeistert“.

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