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campusPOLITIK Featured Ganz vorn — 11 Mai 2018

Wo Politik zum Beruf wird: Der Deutsche Bundestag. (Foto: pixabay.de)

Fünf Abgeordnete haben mit der speakUP über ihre Studienzeit in Potsdam gesprochen und Einblicke in die Zeit gewährt, als Golm, Griebnitzsee und das Neue Palais noch wichtiger waren als das Berliner Regierungsviertel. Im zweiten Teil stellen wir vor: Norbert Müller (Die Linke) und Elisabeth Kaiser (SPD) – über das Bolognasystem und Salatberge in der Mensa. Von Carolin Kulling

Nachdem im letzten Teil der Reihe “Vom Hörsaal in den Bundestag” schon Dr. Manja Schüle, Victor Perli und Dr. Marcus Faber Einblicke in ihre Zeit an an der Universität Potsdam gewährt haben, stellen wir mit Norbert Müller und Elisabeth Kaiser zwei weitere Bundestagsabgeordnete vor, die ihre Studienzeit hier in Potsdam verbracht haben.

Norbert Müller, Die Linke

Norbert Müller von den Linken. (Foto: linksfraktion.de)

Norbert Müller hatte schon immer eine enge Verbindung zu Brandenburg: geboren in Wriezen, aufgewachsen in Strausberg, studiert in Potsdam, derzeitiger Wohnsitz in Fahrland. Doch um die Brandenburger_innen im Bundestag zu vertreten, muss er ironischerweise ins Berliner Regierungsviertel pendeln.

Auch als Müller darüber entschied, wo er nach dem Abitur studieren möchte, war es ihm wichtig in seinem Heimatbundesland zu bleiben. Die zugegebenermaßen begrenzte Auswahl fiel auf die Landeshauptstadt Potsdam und den Lehramtsstudiengang Geschichte und LER (Lebenkunde, Ethik, Religion). Heute sitzt er nicht nur für Die Linke im Bundestag, sondern kann sich auch als eines der maßgeblichen Gründungsmitglieder der linken Jugendorganisation Linksjugend (‘solid) bezeichnen.

Müller begann sein Studium im Jahr 2005 und gehört damit zur ersten Generation des Bolognasystems – zu dessen Kritiker_innen er sich zählt. Die Bologna-Reformen hätten laut Müller “das Humboldtsche Bildungsideal geschreddert”. Direkt nach Beginn seines Studiums schloss er sich der damals noch existierenden Liste “Offene linke Liste (oll)” an. Er war neben dem Studium nicht nur politisch aktiv, sondern hat auch durchgehend gearbeitet.

Übrigens: Wenn Müller heute in der Bundestagskantine “Kasino” isst, denkt er schmerzlich an seine alte Mensa am Neuen Palais zurück: “Die war ein richtiger Gourmet-Schuppen mit ihrem tollen Küchenteam!” Am liebsten hat er dort Kartoffeln mit Quark gegessen – sein Lieblingsgericht.

Elisabeth Kaiser, SPD

Elisabeth Kaiser von der SPD. (Foto: spdfraktion.de)

Elisabeth Kaiser hat ihr Studium der Politik- und Verwaltungswissenschaften immer sehr ernst genommen. Genau wie diverse Experimente in der Mensa: “Ich war gerne an der Salat-Bar und habe mich erfolgreich im Bauen von Salatbergen versucht.”

Heute kann die aus Gera stammende Politikerin die Salatberge in der Bundestagskantine bauen, denn 2017 wurde sie für die SPD in den Bundestag gewählt. Sie selbst hätte sich allerdings eher in anderen Bereichen gesehen, als in der SPD-Fraktion: “Ich hatte das Ziel im Bereich der politischen Kommunikation und im weiteren politischen Umfeld tätig zu werden, aber an ein Mandat im Bundestag war nicht zu denken.”

Kaiser war studentische Mitarbeiterin an der Universität und beschreibt ihre Studienzeit heute als sehr schön und prägend. Besonders geschätzt hat sie an der Uni Potsdam den praktischen Bezug, von dem sie heute schöpfen kann, wenn sie ihre Heimat Thüringen im Bundestag vertritt.

In Thüringen, genauer gesagt in Erfurt, studierte sie übrigens auch die meiste Zeit. Den Bachelor in Staatswissenschaften machte Kaiser nämlich noch an der Universität Erfurt. Erst für den Master in Politik- und Verwaltungswissenschaften hat es sie nach Potsdam verschlagen.

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