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Alte Neuendorfer Kirche in Babelsberg. © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Unter dem bundesweiten Motto „Macht und Pracht“ öffnen am Sonntag, dem 10. September, auch in Potsdam viele Denkmäler, die sonst geschlossen sind. Im Mittelpunkt steht dabei die Villenkolonie Neubabelsberg, in der die Gärten und teilweise auch die Innenräume der Villen besichtigt werden können. Zudem gibt es am Wochenende Jazzkonzerte an ungewöhnlichen Orten und Kunstgenuss in den Potsdamer Galerien. Die speakUP präsentiert euch hier eine Auswahl der Veranstaltungen. Von Julia Hennig.

Eröffnet wird der Tag des offenen Denkmals in der 1889 erbauten Villa Treitel, die im Innern noch weitgehend erhalten ist und für den Holzgroßhändler Louis Treitel gebaut wurde. Im Anschluss an die Eröffnung um 10 Uhr mit einem Konzert des „Müller-Mücken-Heimer Quartetts“ wird es eine Kurzführung geben. Neben wohlhabenden Personen wohnten in der Villenkolonie Neubabelsberg während der Potsdamer Konferenz 1945 auch Staats- und Regierungschefs. Zwei dieser Villen können am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden: Die Villa Herpich, in der Stalin wohnte, und die Truman-Villa, beide sind in der Karl-Marx-Straße gelegen.

Hochschulorte als Denkmäler: Campus Griebnitzsee und das HPI

Früher Präsidialgebäude des Deutschen Roten Kreuzes, heute Hauptgebäude des Campus Griebnitzsee. Foto: Julia Hennig.

Im Rahmen einer Führung durch Markus Wicke, Vorsitzender des Fördervereins des Potsdam Museums, wird die wechselseitige Nutzungsgeschichte des heutigen Hauptgebäudes des Campus Griebnitzsee erläutert werden. Dieses wurde in den Jahren 1939 bis 1943 vom Architekten Norbert Demmler als Präsidialgebäude des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das 1938 seinen Hauptsitz nach Neubabelsberg verlegte, geplant und errichtet. In seiner Architektur ähnelt es dabei durch sein präsidiales Äußeres den Umgestaltungsplänen Albert Speers für Berlin. Die Führung beginnt um 11 Uhr, Treffpunkt ist am Regionalbahnsteig Griebnitzsee. Das heute vom Hasso-Plattner-Institut (HPI) genutzte Gebäude in der August-Bebel-Straße 88 wurde hingegen um 1900 als neubarocke Dreiflügelanlage gebaut. Es wurde von Beginn an für soziale Einrichtungen genutzt: Erst als kaiserliches Invalidenheim und später als Städtisches Alters- und Kinderheim. Das Gebäude ist am Sonntag von 12 bis 16 Uhr geöffnet.

„Tutti Frutti“ und eine außergewöhnliche Kirche in Babelsberg

Extra für den Tag des offenen Denkmals öffnet die Hofgärtnerei im Park Babelsberg, die auf Initiative des Fürsten Hermann Pückler-Muskau mit ihren Wirtschaftsgebäuden, den Lorbeerhäusern und Lepèreschen Mauern entstand. Dadurch musste das am Hofe benötigte Obst und Gemüse nicht mehr von weit her transportiert werden. Am Sonntag können Besucher_innen von 13 bis 17 Uhr erfahren, was am Hofe angebaut und gegessen wurde. Parallel läuft noch bis zum 15. Oktober 2017 die Sonderausstellung „Pückler. Babelsberg Der grüne Fürst und die Kaiserin“, die sich um die Gartenkunst Pücklers dreht. Sonntags fahren der Bus 603 ab Potsdam Hbf und der Bus 616 ab S-Bahnhof Babelsberg bequem bis zur Haltestelle „Schloss Babelsberg“. Von dort aus kann man zu Fuß zum Schloss gehen und die wunderschöne Aussicht auf den Park genießen.

Ebenfalls in Babelsberg, nur wenige Minuten zu Fuß von der S-Bahn Station entfernt, steht die ungewöhnliche Alte Neuendorfer Kirche. König Friedrich Wilhelm IV. selbst zeichnete die architektonische Skizze eines achteckigen Baukörpers, der durch Ludwig Ferdinand Hesse weiter entworfen wurde. Die 1853 geweihte Kirche verfiel jedoch, da im Jahre 1898 die größere Bethlehemkirche nebenan gebaut wurde. Nachdem diese im Krieg zerstört und 1952 schließlich abgerissen wurde, stürzte schließlich auch das Gewölbe der alten Kirche ein. 1988 begann jedoch der von einem neu gegründeten Förderverein unterstützte Wiederaufbau der Kirche, die 2007 eingeweiht wurde. Diese wechselvolle Geschichte der beiden Kirchen thematisiert ein Vortrag von Andreas Kitschke um 13 und 16 Uhr, sowie ein Film um 13 und 17 Uhr, die Kirche ist zudem von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Einblicke in die Denkmalpflege Potsdams

Einblicke in aktuelle Projekte der Denkmalpflege bietet Sebastian Rost während seiner Führung, die am Sonntag um 11 Uhr am Königlichen Landhaus in der Russischen Kolonie 14 startet. Im Rahmens seiner dreistündigen Führung werden verschiedene Arbeiten von Restauratoren von der Alexandrowka über das barocke Holländerviertel bis zum historischen Winzerberg vorgestellt und erläutert. Das Museum Alexandrowka in der Russischen Kolonie ist von 10 bis 19 Uhr geöffnet und bietet um 14 Uhr eine Führung an, auch am Winzerberg werden ab 11 Uhr stündliche Führungen über den historischen Weinberg angeboten.

Insgesamt gibt es am Wochenende vom 8.9.-10.9. mit dem Potsdamer Dreiklang ein vielfältiges kulturelles Angebot. Allgemeine Informationen zum Tag des offenen Denkmals und das Programm für ganz Deutschland findet ihr hier. Die speakUP Redaktion wünscht euch dabei viel Spaß und ein schönes Wochenende.

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