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campusLEBEN Featured Ganz vorn — 20 März 2017

Tänzer_innen und Trainer beim Lindy Hop-Workshop. Foto: J.Krutzke

„Jeder kann tanzen lernen!“ Da ich auf der Tanzfläche nicht gerade glänze, schien ein Tanzkurs beim Hochschulsport der Uni Potsdam die perfekte Möglichkeit zu sein diese Aussage zu überprüfen und mein Repertoire an Moves zu erweitern. Von Jennifer Krutzke.

Ich würde mich nicht gerade als tänzerisches Talent definieren. Ich hatte nie einen Tanzkurs und in der Disko halte ich mich meistens an einfache Schrittkombinationen. Da ich gerne neue Dinge ausprobiere und es doch eigentlich nie zu spät ist der steifen Hüfte den Kampf anzusagen, war es meiner Mitbewohnerin ein leichtes mich zu überreden, mit ihr bei einem Lindy-Hop-Tanzworkshop beim Hochschulsport der Uni Potsdam mitzumachen. Außerdem schien es die perfekte Möglichkeit mein bescheidenes Repertoire an  „Zappeln“ (man kann es eigentlich nicht tanzen nennen) für den Club mal zu erweitern.

Glänzen in der Disco mit dem Lindy Hop

Lindy Hop ist eine Art Swingtanz und stellt unter anderem eine Mischung aus Blues, Charleston und Jazz dar. Der Paartanz entwickelte sich in den 1930ern in New York und ist heute ein weltweit beliebter Tanzstil.

Der Kurs fand an einem sonnigen Samstagnachmittag am Neuen Palais statt. Die Gruppe bestand aus ca. 18 Paaren, die sich angemeldet hatten. Übrigens war es kein Problem, dass wir uns als zwei Frauen dafür angemeldet hatten. Dies kann auch im Voraus bei den Kursleitenden angefragt werden.

Zu Beginn des Workshops stellten sich alle in einem großen Kreis auf und nach einer kurzen Vorstellung der Mentoren begann auch schon das Warm-Up. Es folgten verschiedene Auflockerungsübungen mit wechselnden Partner_innen, um Berührungsängste abzuschaffen. Zudem wurde Körpergespür geübt, damit die Person, welche geführt wurde, wusste welche Bewegungen der führende Teilnehmende ausführen wollte.

Das Bouncen will geübt sein

Nachdem geklärt wurde wer führt, begann die Vermittlung der Grundschritte. Besonders bekannt ist Lindy Hop für das Bouncen, wobei es sich um ein leichtes Beugen und Strecken der Knie handelt. Typisch sind beim Swingtanz 8er-Schritt-Kombinationen, welche in verschiedenen Variationen, wie dem FlipFlop, vermittelt wurden. Dabei stehen beide Tanzpartner_innen nebeneinander und drehen sich mit ausgestrecktem Arm leicht nach außen auf. Üblich für Lindy Hop ist außerdem ein offener Paartanz, bei dem beide Partner_innen getrennt voneinander tanzen. Erlaubt ist dabei im Prinzip alles, worauf die Tänzer_innen in diesem Moment Lust haben. Hierfür erlernten wir auch ein paar Alternativen an Schritten, mit denen man in einer solchen Situation glänzen kann. Diesbezüglich wurde erneut ein Tanzzirkel gebildet und jeder, der Lust hatte, konnte in der klatschenden Menge zu entsprechender Musik seine liebsten Tanzmoves vorführen.

Diese Zirkel sind sogar typisch fürs Lindy Hop und nennen sich Jam Circles. Da nicht alle so mutig waren, wurde diese Übung nochmal in kleinen Gruppen wiederholt. Aufgabe war es eine kleine Choreographie mit charakteristischer Geste zu entwickeln und diese dann später im Jam Circle zum Besten zu geben. Die letzte halbe Stunde des Unterrichts diente dem erneuten Wiederholen und Verfestigen der Tanzschritte, zudem gab es die Möglichkeit zum freien Tanzen und den Trainern Fragen zu stellen. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch deutlich, dass alle Teilnehmenden ihre anfängliche Schüchternheit abgelegt hatten und ohne großes Überlegen „losswingten“.

Freude am Tanzen

Munter und müde genossen meine Mitbewohnerin und ich nach dem Kurs die letzten Sonnenstrahlen und ließen bei einem Spaziergang durch den Park den Tag Revue passieren. Fazit: Es hat Spaß gemacht und am liebsten hätten wir noch den ganzen Abend weitergetanzt. Der Workshop gab uns die Möglichkeit unser Körpergefühl zu verfeinern und uns auf wechselnde Tanzpartner_innen einzustellen. Besonders schön fand ich, dass Lindy Hop sehr frei ist und es die Möglichkeit gibt, viele eigene Tanzelemente einzubringen, bei denen es im Prinzip kein Richtig und Falsch gibt. Was meine steife Hüfte angeht, so hat mir der Kurs auf jeden Fall gezeigt, dass jeder Tanzen lernen kann. Außerdem kann ich jetzt beim nächsten Diskobesuch mit den erlernten Bewegungen glänzen.

Wer neugierig auf Swingtanz geworden ist, sollte auf jeden Fall mal beim Hochschulsport vorbeischauen. Anbei noch ein kleiner Musiktipp, der auf jeden Fall Tanzlaune macht.

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