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campusPOLITIK — 23 Januar 2015

Im Sommer letzten Jahres wurde die Hochschulgruppe „Refugees Welcome – Brandenburg“ gegründet. Durch die Mithilfe des Flüchtlingsrats Brandenburg, des AStAs der Uni Potsdam und den Studierenden in und um Potsdam konnte die Gruppe schon zum Wintersemester ihre Arbeit aufnehmen. Doch wer steckt hinter „Refugees Welcome“? Eine Spurensuche von Angelina Schüler.

Das Treffen findet an einem Montagabend statt. Mirjana Mitrović, die Initiatorin der Gruppe, und der Refugee B.K. aus der Unterkunft Staudenhof haben sich angekündigt. Es soll um ein ernstes Thema gehen und um eine Lösung, die Studierende der Uni Potsdam und der FH Potsdam entwickelt haben. Die Hochschulgruppe „Refugees Welcome – Brandenburg“ möchte die Situation der Flüchtlinge in Deutschland verbessern. Dabei soll das Seminar, welches in diesem Semester zum ersten Mal als Schlüsselqualifikation in der Uni stattfand, einen theoretischen Leitfaden geben, während die zahlreichen Aktionen der Gruppe sich praktisch orientieren. Dabei ist das Seminar nicht gleichbedeutend mit der Hochschulgruppe. Man kann sich also auch unabhängig von den Kurs engagieren.

Angefangen hat alles mit einer Anfrage an den Flüchtlingsrat Brandenburg. Mirjana erzählt mir, dass die Lage der Flüchtlinge in Brandenburg nicht ideal ist. Es gibt zwar Unterkünfte und einige Vereine, die sich um Flüchtlinge kümmern, doch sind diese Initiativen längst nicht vollständig vernetzt. Hier möchte „Refugees Welcome – Brandenburg“ ansetzen. Sie wollen unterstützen, Kontakte knüpfen und die Flüchtlinge willkommen heißen.

Aus einer Handvoll Studierender entwickelt sich nach und nach eine feste Gruppe, die mit Kochabenden, Soli-Partys und Theaterbesuchen den Kontakt zwischen Einheimischen und Geflüchteten herstellt. Der Bedarf ist vorhanden, davon konnten sich die Initiator_innen bei ihren Besuchen in den Flüchtlingsheimen in Luckenwalde und Staudenhof (Potsdam) ein Bild machen. Vor allem Deutschkurse sind gefragt. Bisher ist die Etablierung der Kurse jedoch ein Problem, da die Gruppe noch nicht über die nötigen Kapazitäten verfügt. Aller Anfang ist schwer und die Erfahrungen, die jetzt gesammelt werden, helfen der jungen Initiative in Zukunft.

Doch die Gruppe ist motiviert, nicht zuletzt durch die prekäre Lage der Flüchtlinge in Deutschland. Dass ihr Konzept aufgeht, erfahren die Studierenden nicht nur von den verschiedenen Vereinen rund um die Flüchtlingsheime. B.K., selbst aus Syrien geflohen, profitiert von der Hochschulgruppe und berichtet positiv von seinen Erlebnissen mit „Refugees Welcome – Brandenburg“. Er findet es wichtig, zu wissen, wie die Leute in Deutschland denken und handeln. Die interessanten Angebote der Gruppe nutze er gern, denn dass junge Menschen sich mit seiner Situation auseinandersetzen wollen, hatte er nicht erwartet. In dieser Situation kann und will die Gruppe eine Unterstützung sein.

Das oberste Ziel ist die Verbesserung der aktuellen Situation der Flüchtlinge. „Für uns ist es wichtig, nicht für, sondern mit den Flüchtlingen zu arbeiten“, sagt Mirjana. Schließlich sollen keine vorgefertigten Konzepte erarbeitet werden, die in der Ausführung gar nicht zu den Flüchtlingen passen. Vielmehr sollen spontane Begegnungen und Aktionen dazu führen, sich mit Refugees zu solidarisieren und sie kennenzulernen. Die Bestrebungen, die verschiedenen Bewegungen und Vereine zu vernetzen, ist die momentane Aufgabe der Hochschulgruppe. Am 17. Dezember 2014 gab es deshalb das erste Vernetzungstreffen, bei dem unter anderem Gruppen wie KiB, Refugee Law Klinik (HU Berlin), SV Babelsberg, Stadtteilnetzwerk und multitude anwesend waren. Denn das Problem wird nicht verschwinden und nur die langfristige Auseinandersetzung mit der Flüchtlingsproblematik kann zu einer dauerhaften Lösung führen.

Daher freuen sich die Studierenden der Hochschulgruppe „Refugees Welcome – Brandenburg“ über jede Unterstützung. Von gelegentlichen Einspringern bis zum nächsten Vorstandsmitglied sind alle willkommen. Es gibt genügend Aufgaben und Ideen, um die Gruppe als solche zu erhalten, zu vergrößern und am Ende als eine feste Konstante im Potsdamer Stadt- und Universitätsbild zu etablieren. Zurzeit stecken Homepage und Verteiler noch in den Kinderschuhen, aber dies soll sich bald ändern. Wer sich bei „Refugees Welcome – Brandenburg“ engagieren möchte, hat neben den eher lockeren Verpflichtungen auch die Möglichkeit, sich als Mitglied anzumelden. Besonderes Interesse gilt den Deutschkursen, die weiterhin aufgebaut werden sollen. Die Hochschulgruppe um Mirjana freut sich über jede_n Freiwillige_n und hofft auf eine Weiterführung der Gruppe.

Mehr lesen auf der Website von „Refugees Welcome Brandenburg“: refugees-welcome-brandenburg.de

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