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campusKULTUR — 23 April 2011

Es war einst ein Freitag vor gut und gerne 2000 Jahren, da wurde ein bärtiger Mann ans Kreuz genagelt und starb einen schmerzhaften, qualvollen Tod, um sein Volk zu retten. Der gute Herr blieb allerdings keine zwei Tage unter der Erde, sondern war schon am darauffolgenden Sonntag wieder putzmunter. von Lisa Büntemeyer.

Was haben wir aus diesem doch sehr außergewöhnlichen Ereignis der Auferstehung gemacht? Wir nennen es Ostern, suchen bunte Eier im Garten, die ein aberwitziger Hase dort versteckt haben soll und schlagen uns den Magen voll. Wo bitte liegt da der Zusammenhang?

Und warum findet die Osterfeier jedes Jahr an einem anderen Wochenende statt, dieses Jahr sogar erst Ende April? Die Antwort ist Ergebnis jahrhundertelanger Berechnungen und Streitereien der Kirche: Ostern fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond, demnach frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April. So ist es ja auch viel unkomplizierter, als einfach das Datum von Jesu Auferstehung festzuhalten und ein für alle mal als unbeweglichen Feiertag in den Kalender einzuschreiben…

Um nun von Jesu Auferstehung zu Osterhasen und bunten Eiern zu kommen, müssen wir noch ein paar weitere Tage in die Zeit zurückreisen, bis zum Aschermittwoch. Mit dem Ende des Karnevals beginnt nämlich die siebenwöchige Fastenzeit, die bis zum Ostersamstag andauert. Früher musste der gutgläubige Christ während der Fastenzeit auf Fleisch- Milchprodukte und Eier verzichten. Die Hühner, die die Fastenzeit natürlich herzlich wenig interessiert, legten indessen fleißig weiter Eier. Da der Mensch kein verschwenderisches Wesen ist und den enormen Überschuss an Eier verwerten musste, kochte er sie einfach, um sie somit länger haltbar zu machen. Die alten Eier wurden rot angemalt, damit sie sich von den frischen abhoben. Nach und nach wurde rot dann durch verschiedene Farben ersetzt – dieses Kulturgut ist in diesen Tagen in jedem Supermarkt zu Spottpreisen erhätlich.

Wollen wir den Osterhasen nicht vergessen. Der tauchte erst im 17.Jahrhundert als österlicher Eierbringer auf und etablierte sich 200 Jahre später, als die Spielzeug- und Schokoladenindustrie enorme Profitchancen in dem kuscheligen Hoppler entdeckte. Eindeutige Erklärungen für die Herkunft des Hasens gibt es nicht, Vermutlich ist der Eierlegende Hase einfach Produkt von Eiersuchenden Kindern, die auf ihrer Suche im Feld Hasen sahen.

Soviel zur Entstehung Osterns. Wenn wir am Ostersonntag also genüsslich Schokolade oder andere Dinge verspeisen, sollten wir auch einen Moment an den berühmtesten Untoten der christlichen Geschichte denken. Noch ein kleiner Tipp zum Abschluss: Besonders gut schmeckt an Ostern der Hasenbraten.

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