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campusKULTUR Featured Ganz vorn — 31 Mai 2018

v. l. Heike Bohmann, Andrea Palent, Michael Dühn (Foto: Eileen Schüler)

Es stellt sich mal wieder die Frage: Warum die lange Fahrt nach Berlin zur Philharmonie auf sich nehmen, wenn man auch entspannt mit dem Fahrrad zum Nikolaisaal fahren kann? Denn dieses kleine Konzerthaus in der Potsdamer Innenstadt hat ebenfalls musikalische Klasse zu bieten. Am Mittwoch, dem 30.05.2018, wurde das Jahresprogramm präsentiert und der bevorstehende Führungswechsel bekannt gegeben. Von Eileen Schüler.

Seit 20 Jahren leitet Andrea Palent den Nikolaisaal. Die Gründungs-Intendantin hat ihn zu einem “Konzerthaus für alle” gestaltet. Nun zieht sie sich von der Position als Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin zurück. “Ich gehe nicht in Rente, aber ich möchte weniger arbeiten, um die Muse für das Musikalische zu haben”, sagt Palent. Am 1. September findet der Führungswechsel statt: Palent übergibt die Leitung an Heike Bohmann und der Berliner Theaterwissenschaftler, Michael Dühn, wird Programmdirektor.

Nicht nur die Geschäftsführung wechselt zum Saisonstart, sondern es gibt auch einen neuen Chefdirigenten des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt. Der renommierte Dirigent und Chorleiter Jörg-Peter Weigle übernimmt die Position von Howard Griffiths, der 11 Jahre lang das regelmäßig im Nikolaisaal gastierende Orchester leitete.

Start in die neue Saison 2018/19

Start in die Saison – das Programmheft des Nikolaisaals (Foto: Eileen Schüler)

Die 19. Saison wird mit dem traditionellen Auftakt-Fest vom 24. bis 26. August eröffnet. Die Kammerakademie spielt in ihrem ersten Konzert eine “Große Sommernacht”. Es werden “Les Nuits d’été” von Hector Berlioz und Franz Schuberts 8. Sinfonie unter der Leitung von Chefdirigent Antonello Manacorda zum Klingen gebracht. Außerdem findet eine große Gala der Krimi-Filmmusik statt, die das Deutsche Filmorchester anlässlich seines 100-jährigen Jubiläums spielt. So werden Klassiker wie “Fahrstuhl zum Schaffott”, “Die Olsenbande sieht rot” oder “Mord im Orientexpress” zu hören sein.

Die Saison setze auf die bewährte Mixtur aus ungewöhnlichen Stil-Kreuzungen, frischen Programmkombinationen, klassischen Konzertformaten, neuen Wegen der Hörvermittlung, fantasievollen Kinderprojekten,Workshops und interaktiven Angeboten für junge Leute sowie Neuproduktionen, so Palent. Das Programm hat ebenfalls einige Stars der klassischen Musik zu bieten wie den Meister-Pianisten Piotr Anderszewski, die Jazz-und Souldiva China Moses, das philharmonische “Bläser-Triumvirat” Emmanuel Pahud (Flöte), Albrecht Mayer (Oboe) und Andreas Ottensamer (Klarinette). Auch kann man die Schauspieler_innen Sebastian Koch und Hannelore Elsner bei musikalischen Lesungen im Nikolaisaal erleben.

Gemeinsam organisieren die Kammerakademie und der Nikolaisaal Potsdam das Festival “ALLES BRAHMS!”, welches vom 28. bis 31. März 2019 stattfinden wird. “Brahms hat viel von Schubert geerbt und ist eine Mischung aus Mendelssohn und Schubert”, sagt Antonello Manacorda. Durch das Festival wolle die Leitung Brahms zu einer “Verjüngungskur” verhelfen, um auch die jüngere Generation für den Komponisten zu erwärmen.

Zusammenarbeit mit dem Hans Otto Theater

Unter den anwesenden Gästen befindet sich auch die neue Intendantin des Hans-Otto-Theaters, Bettina Jahnke. Das ist kein Zufall, denn zum ersten Mal wollen das Hans Otto Theater und der Nikolaisaal eine Kooperation eingehen. Somit wird es ein gemeinsames Abo geben. Zur Auswahl stehen insgesamt sechs “Lieblingsklassiker aus Weltliteratur und Musik” – von Theodor Storms “Schimmelreiter” bis zu Beethovens “Missa solemnis”. Für Palent sei die Zusammenarbeit mit dem Hans Otto Theater ein klares Signal für eine Steigerung der künstlerischen Qualität.

Seit 2005 findet die Winteroper schon in Kooperation statt. In diesem Jahr wird das Oratorium “Theodora” (Uraufführung 1750) von Georg Friedrich Händel aufgeführt.

“Bei einigen Veranstaltungen haben wir den Eintrittspreis erhöht”, sagt Palent. Woraufhin der Geschäftsführer der Kammerakademie, Alexander Hollensteiner, erwidert: “Keine Sorge, aber im Nikolaisaal ist es immer noch halb so teuer wie in Berlin.”

Der Kartenverkauf für die neue Konzertsaison 2018/2019 beginnt am 31. Mai.

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