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campusLEBEN Featured Ganz vorn — 09 Juni 2017

Schenken statt Tonne lautet das Motto von Foodsharing. Foto: Elaine Casap.

Die Tomate ist schimmlig geworden, der Käse ranzig und die Nudeln vom Vortag waren doch zu viele. Essen wegzuschmeißen ist immer eine ärgerliche Angelegenheit. Doch es gibt eine Lösung. Überschüssige Nahrungsmittel können anstatt in der Tonne zu landen dank Foodsharing e.V. weiterverschenkt werden. Von Jennifer Krutzke.

 

Foodsharing.de ist eine Internetplattform, auf der sowohl Privatpersonen, als auch Händler oder Produzenten über ihre überschüssigen Lebensmittel informieren und diese zum Verschenken anbieten können.

Eine Idee

Die ursprüngliche Idee geht auf den Filmproduzenten und Regisseur Valentin Thurn („Taste the Waste“), sowie auf die Mitgründer Raphael Fellmer (Umweltaktivist) und George Kaiser (Geschäftsführer der Bio Company) zurück.

Fellmer, der vorab Speisen containerte, also noch gute Lebensmittel aus den Abfalltonnen von Supermärkten geholt hatte, trat Ende 2011 in Kontakt mit Kaiser. Er machte sich stark für eine Kooperation in Berlin, in der die aussortierten Nahrungsmittel nicht im Müll landen sollten, sondern stattdessen gratis verteilt wurden. Da das Projekt gut lief wurde es bald auf weitere Städte erweitert. Schließlich startete Fellmer 2012 zusammen mit Thurn, als Vorstandsvorsitzenden, eine Crowdfunding-Kampagne, welche sich als voller Erfolg entpuppte und noch im selben Jahr (genauer am 12.12.2012) konnte die Website foodsharing.de online gehen. Die Idee kam gut an und die Anzahl der Mitglieder_innen wächst dank der medialen Verbreitung stetig. Aktuell sind um die 25 818 Nutzer_innen registriert, wobei davon ausgegangen wird, dass die Anzahl an nicht online registrierten Nutzer_innen noch deutlich höher ist.

Die Umsetzung

Dank vieler freiwilliger Mitglieder_innen hat sich ein funktionierendes System ausgebildet. Im Prinzip können auf foodsharing.de Supermärkte oder Produzenten, wie z.B. Bäcker, ihre überschüssigen Waren bzw. ältere, aber noch essbare Produkte zur Verfügung stellen. Diese werden dann von freiwilligen Mithelfer_innen zu sogenannten Fairteilern gebracht. Das sind öffentliche Kühlschränke. Je nach Lage sind sie rund um die Uhr oder zu Geschäftszeiten zugänglich. Dabei gibt es entsprechende Richlinien und Hygienemaßnahmen, die von Foodsharing e.V. vorgegeben werden. So dürfen beispielsweise keine leicht verderblichen Sachen wir Fleisch dorthin gebracht werden. Auch als Privatperson kann man Esswaren einfach zu einem dieser Fairteiler bringen oder in der stadtinternen Foodsharing-Gruppe auf Facebook Bescheid sagen.

Statistisch betrachtet wurden auf diese Weise schon über 8 Millionen kg Kost vor der Tonne bewahrt, 21% davon alleine in Berlin.

Mitmachen

Wer nun also einen experimentellen Brotaufstrich hat, der sich doch als Flopp entpuppt hat oder kurz vor den Semesterferien angehäufte Fressalien loswerden möchte, kann dies in der Potsdamer Foodsharing Facebook-Gruppe posten oder sich auf foodsharing.de über die genaue Lage der nächstgelegenen Fairteiler informieren. In Potsdam gibt es inzwischen drei Stück: in Golm, in Babelsberg und in Potsdam West.

Was der_die eine nicht schafft ist für den_die Nächste_n ja vielleicht noch ein Schmankerl und bis dahin wünscht die Speakup guten Appetit.

 

 

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