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	<description>Studierendenzeitschrift der Universität Potsdam.</description>
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		<title>Abschied auf Raten – Mathiopoulos darf (noch) lehren</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 13:22:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für eine gute wissenschaftliche Reputation gilt der Doktorgrad in der Regel als Grundvoraussetzung. Nicht zuletzt das Internet sorgt jetzt dafür, dass manche, die dafür wissenschaftliche Standards verletzt haben, von ihren früheren Fehlern eingeholt werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1277" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-1277" title="Plagiat" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/05/Fotolia_30405110_XS-c-Joachim-Opelka-Fotolia-300x200.jpg" alt="Das Wort &quot;Plagiat&quot; kam über Französische aus dem Lateinischen und heißt soviel wie &quot;Menschenraub&quot; oder &quot;Seelenverkauf&quot; (© Joachim Opelka - Fotolia.com)" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Das Wort &quot;Plagiat&quot; kam über das Französische aus dem Lateinischen und heißt soviel wie &quot;Menschenraub&quot; oder &quot;Seelenverkauf&quot; (© Joachim Opelka - Fotolia.com)</p></div>
<p><em>Für eine gute wissenschaftliche Reputation gilt der Doktorgrad in der Regel als Grundvoraussetzung. Nicht zuletzt das Internet sorgt jetzt dafür, dass manche, die dafür wissenschaftliche Standards verletzt haben, von ihren früheren Fehlern eingeholt werden. Vom jüngsten Fall berichtet Paul Köppen.</em></p>
<p>Die Welle von Plagiatsaffären, die im Februar 2011 mit dem Fall Guttenberg begann, hat in den letzten Monaten auch die Universität Potsdam erreicht. Nachdem eine entsprechende Untersuchungskommission Ende letzten Jahres den niedersächsischen Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) noch von der Täuschungsabsicht freisprach und lediglich wissenschaftliche „Mängel von erheblichem Gewicht“ feststellte, bat der CDU-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus Florian Graf im April die Uni um den Entzug seiner Doktorwürde. Er hatte sich „aus Respekt gegenüber der wissenschaftlichen Leistung aller anderen Promovierten“ öffentlich zu den Fehlern in seiner Arbeit bekannt.</p>
<p>Ein solches Eingeständnis würde auch in der Causa Mathiopoulos Klarheit schaffen – dass es dazu kommt, ist jedoch nahezu ausgeschlossen. Margarita Mathiopoulos hatte bereits in den 80er Jahren in Bonn beim renommierten Politikwissenschaftler und Zeithistoriker Karl Dietrich Bracher promoviert. Die Uni Bonn sah es jetzt nicht zuletzt wegen der umfänglichen Recherchen der Plagiatsjäger von VroniPlag als erwiesen an, dass dabei vorsätzlich getäuscht worden ist. Die zuständige Kommission machte in ihrer Untersuchung nach eigenen Angaben über 320 Stellen ausfindig, „in denen die Originalquelle systematisch nicht ordnungsgemäß zitiert wurde.“ Auf den Entzug ihres Doktorgrades reagierte Mathiopoulos jedoch nicht mit einem Eingeständnis, sondern mit juristischen Mitteln: In einer Presseerklärung ihres Rechtsbeistandes hieß es, die Entscheidung sei „Ergebnis eines unfairen und von blindem Eifer geprägten Verfahrens“. Der ganze Vorgang sei zudem „unanständig“. Insofern würde man neben der Klage gegen den Beschluss auch erwägen, die Mitglieder des Fakultätsrates und des Promotionsausschusses persönlich haftbar zu machen „wegen massiver Schädigung“ der wissenschaftlichen Reputation Mathiopoulos‘.</p>
<p>Die Vermutung liegt nahe, dass vor diesem Hintergrund der Philosophische Fakultätsrat der Potsdamer Uni, der Mathiopoulos 2002 zur Honorarprofessorin am Historischen Institut ernannt hatte, zunächst vorsichtiger auf die Bonner Entscheidung reagiert hat. Am 9. Mai fasste man den Beschluss, dem Uni-Präsidenten den Entzug der Honorarprofessur für den Fall vorzuschlagen, dass die Aberkennung des Doktortitels rechtskräftig würde. Erst wenn also weitere juristische Instanzen bestätigen, dass bei der Promotion wirklich betrogen worden ist, wird Mathiopoulos ihren Potsdamer Titel verlieren. Das freilich kann Monate, schlimmstenfalls sogar Jahre dauern.</p>
<p>Eine solche Vorgehensweise ist zum Teil heftig kritisiert worden, in der Hamburger ZEIT war sogar von Scheinheiligkeit die Rede. Die Uni selbst reagierte auf derlei Reaktionen mit dem Hinweis, es gebe keine rechtliche Grundlage für einen Entzug der Honorarprofessur, solange das Bonner Widerspruchsverfahren nicht abgeschlossen ist. Offenbar lässt man sich in dieser Argumentation von dem Gedanken leiten, Mathiopoulos könne auch die Uni Potsdam verklagen – oder wegen einer Rufschädigung eben auch einzelne Personen in den zuständigen Gremien. Insofern erscheint die Behutsamkeit der Potsdamer – im Übrigen eine Kopie der Verfahrensweise der TU Braunschweig, die im selben Fall vor Tagen genauso entschieden hat – nachvollziehbar. Vorerst, heißt es seitens der Uni, wird Mathiopoulos ihren Lehrverpflichtungen weiter nachkommen. Das Gute ist, dass ja niemand Studierende zwingen kann, daran auch teilzunehmen.</p>
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		<title>1972, 1980, 1996, 2012?</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 12:08:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für viele Liebhaber_innen des Sports mit dem runden Leder hat das Warten bald ein Ende. Fast genau sechs Jahre nach dem Sommermärchen der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2006 beginnt am 8. Juni die Endrunde der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine. Einen Tag später beginnt dann auch für Deutschland die Jagd auf die silberne Trophäe. Warum Deutschlands Fußballmänner 2012 den Titel holen und damit ein erneutes Sommermärchen zum Greifen nahe ist. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Fü</em><em><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/05/logo_em_2012.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1264" title="logo_em_2012" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/05/logo_em_2012-263x300.jpg" alt="" width="263" height="300" /></a></em><em>r viele Liebhaber_innen des Sports mit dem runden Leder hat das Warten bald ein Ende. Fast genau sechs Jahre nach dem Sommermärchen der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2006 beginnt am 8. Juni die Endrunde der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine. Einen Tag später beginnt dann auch für Deutschland die Jagd auf die silberne Trophäe. Warum Deutschlands Fußballmänner 2012 den Titel holen und damit ein erneutes Sommermärchen zum Greifen nahe ist. Von Fabian Lamster.</em></p>
<p>16 Jahre ist es mittlerweile her, als die deutsche Nationalelf das letzte Mal Fußball-Europameister wurde. Viele Deutsche erinnern sich noch sehr gerne an den 30. Juni 1996 zurück. Im Finale der Europameisterschaft sorgte Oliver Bierhoff mit einem <em>Golden Goal</em> und dem entscheidenden 2:1 gegen Tschechien dafür, dass er Sportgeschichte schrieb und Deutschland nach 1972 und 1980 das dritte Mal den Titel gewann.</p>
<p>Seit diesem 30. Juni sind einige Jahre vergangen. Alle Spieler des damaligen Kaders haben ihre aktiven Profikarrieren beendet und sind gegenwärtig als Fußballfunktionäre, Teammanager oder Trainer tätig.<br />
Zehn Jahre nach dem Gewinn der Europameisterschaft folgte das vielzitierte <em>Sommermärchen</em>, als die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland eine solche Euphoriewelle erzeugte, wie es sie vorher in kaum einem Gastgeberland gab. Deutschland verfiel innerhalb weniger Wochen dem Fußballfieber, Fanmeilen avancierten zu riesigen Partymeilen, ein Land war im Ausnahmezustand.</p>
<p>Einziges Manko des damaligen Sommermärchens war und bleibt, dass die deutsche Nationalmannschaft den Titelgewinn verpasste. Trotz des teilweise berauschenden Fußballs und unvergesslichen Momenten wie Jens Lehmanns parierte Elfmeter im Elfmeterkrimi gegen Argentinien blieb Deutschland mit dem dritten Platz nur ein <em>Trostpreis</em>. Den Titel schnappten sich die Italiener, welche die deutsche Elf in einem dramatischen Halbfinale bezwungen hatten.</p>
<p>Von den <em>Helden des Sommermärchens</em> sind aus gegenwärtiger Sicht mittlerweile nur noch Kapitän Philipp Lahm, Abwehrhühne Per Mertesacker, Mittelfeldmotor Bastian Schweinsteiger, der schussgewaltige Lukas Podolski und der auf den Pfaden des deutschen Rekordtorschützen Gerd Müller wandelnde Miroslav Klose übrig.</p>
<p>Doch auch Joachim Löw hat 2006 schon auf der Trainerbank gesessen, wenn auch nur als Co-Trainer von Jürgen Klinsmann. Dabei sind die von 2006 verbliebenen Spieler gegenwärtig tragende Säulen im Teamkonstrukt der deutschen Fußballnationalmannschaft.</p>
<p>Trotz alledem sind seit 2006 auch eine Vielzahl von neuen Spielern in das Team gerückt, welche bei der EM 2008, WM 2010 und auch zuletzt in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2012 gezeigt haben, dass der deutsche Fußball in den letzten Jahren keineswegs an Qualität verloren hat. Infolgedessen marschierte die deutsche Elf mit zehn Siegen in zehn Spielen, 34 Toren und nur 7 Gegentoren durch die Qualifikation zur EM 2012 und bezwang in jüngster Vergangenheit die <em>Fußballriesen</em> Brasilien und Holland überzeugend in Freundschaftsspielen. Aus diesem Grund überrascht es wenig, dass das deutsche Nationalteam in diesem Jahr einer der engsten Favoriten auf den Titelgewinn ist. Dies ändert auch nicht die Tatsache, dass das letzte Freundschaftsspiel vom 29. Februar gegen Frankreich mit 1:2 verloren ging. Doch welche Spieler belegen nun voraussichtlich die einzelnen Positionen im deutschen Team und machen die Elf um Joachim Löw zum engeren Titelkandidaten?</p>
<p>Beginnen wir auf der <em>Torhüterposition</em>. Dort ist der für viele bereits als neuer Welttorhüter zählende Manuel Neuer die unumstrittene Nummer eins. Durch seine in den letzten Jahren überwiegend herausragenden wie souveränen Leistungen führt als erster Torhüter Deutschlands momentan kein Weg an ihm vorbei. Als Ersatzkeeper steht der noch bei Werder Bremen spielende Tim Wiese sowie aller Wahrscheinlichkeit nach Ron-Robert Zieler von Hannover 96 bereit. Letzterer durfte im November 2011 sein Nationalelf-Debüt in einem Freundschaftsspiel gegen die Ukraine feiern, hat jedoch mit Mark-André ter Stegen die gleichermaßen junge wie hochambitionierte Torhüterkonkurrenz im Nacken. Bis zur Bekanntgabe des finalen EM-Aufgebots wird Löw sich zwischen den beiden Letzgenannten entscheiden müssen.</p>
<p>Beim Blick auf die <em>Abwehr</em>fällt auf, dass diese im Zuge der EM-Qualifikation häufiger im medialen Fokus war, da die deutsche Elf trotz ihrer zumeist spielerischen Überlegenheit selten ein Spiel gegentorlos überstand. In der Innenverteidigung sind Per Mertesacker, Jérôme Boateng sowie Holger Badstuber wohl sichere EM-Teilnehmer, sollten sie vom Verletzungspech verschont bleiben. Jüngst äußerte Joachim Löw, dass er sich um die Teilnahme Mertesackers Sorgen macht, da dieser noch an den Folgen einer Bänderverletzung laboriert und damit möglicherweise nicht rechtzeitig zum Turnier in Topform ist. Davon profitieren würden der Dortmunder Mats Hummels und der Schalker Benedikt Höwedes, welche sich aber auch im Allgemeinen berechtigte Hoffnungen auf eine Bekleidung der Innenverteidigerposition bei der EM 2012 machen können.</p>
<p>Die Außenpositionen dürften Philipp Lahm und vermutlich Marcel Schmelzer abdecken. Ersterer fand sich in den letzten Saisonspielen des FC Bayern München erneut auf der Position des Rechtsverteidigers wieder, obwohl er seit dem ersten Spieltag der Fußball-Bundesliga als Linksverteidiger unterwegs war. Folglich spielte er auch im Nationalteam als Linksverteidiger, könnte aber nun konsequenterweise auf die rechte Seite weichen, auf welcher Benedikt Höwedes, Jérôme Boateng oder auch Christian Träsch im Laufe der EM-Qualifikation und Freundschaftsspiele nicht vollends überzeugen konnten. Joachim Löw nahm diesbezüglich Stellung und stellte klar, dass Philipp Lahm auch in der EM-Endrunde auf der Linksverteidierposition spielen soll, eben wenn das Verletzungspech dem Team erspart bleibt. Ansonsten dürfte Marcel Schmelzer den Stammelfplatz auf der Linksverteidigerposition sicher haben, da er bei Borussia Dortmund eine konstant überdurchschnittliche Saison gespielt hat.</p>
<p>Geht man in der Positionsübersicht weiter, folgt das <em>Mittelfeld</em> und damit eines der Prunkstücke der deutschen Nationalmannschaft. Mit teilweise überragenden Spielzügen und blindem Spielverständnis demonstrierten vor allem die Mittelfeldspieler in den zahlreichen Partien, welche Qualitäten sie innehaben. Dabei dürften im zentral defensiven Mittelfeld der zuletzt wieder spielbereite Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos und Sami Khedira ihr EM-Ticket sicher haben. Alternativ stünden wohl auch die bei Leverkusen (Lars Bender) und Dortmund (Sven Bender) spielenden <em>Bender-Brothers</em> bereit. Auch der Name Ilkay Gündogan dürfte wieder in Joachim Löws Papieren auftauchen. Eindrucksvoll erkämpfte er sich in der Rückrunde seinen Stammplatz auf der zentralen Mittelfeldposition beim amtierenden und neuen deutschen Meister aus Dortmund zurück und war einer der Meisterschaftsgaranten im Saisonfinale der jetzigen Spielzeit.</p>
<p>Auf den Außenbahnen hat Bundestrainer Joachim Löw ein breites Repertoire an hochbegabten Fußballern parat. Dort drohen nicht nur Zwei-, sondern teilweise sogar Dreikämpfe um einen Startelfplatz. Hierbei dürfte auf der linken Seite der erfahrene Lukas Podolski den Vorzug vor DFB-Youngster Andre Schürrle erhalten.</p>
<p>Auf der Gegenseite hat Thomas Müller wohl die besten Karten, wenn es um den Stammplatz auf dem rechten Flügel geht. Von den in dieser Bundesligaspielzeit furios auftrumpfenden Gladbachern darf sich <em>Wirbelwind</em> Marco Reus Hoffnungen auf Einsatzzeiten machen.</p>
<p>Die <em>zentrale offensive</em> bzw. <em>Spielmacherposition</em> ist unumstritten für Mesut Özil reserviert. Mit Real Madrid ist er in diesem Jahr nicht nur spanischer Meister geworden, sondern avancierte auch zur unverzichtbaren Größe im Spiel der Königlichen aus Madrid. Gleichermaßen illustrieren seine 5 Tore und 7 Torvorlagen in der EM-Qualifikation, warum er auch für die deutsche Nationalelf so wertvoll ist. Sollte er aus Verletzungsgründen ausfallen, würden wohl der zuletzt wieder spielbereite Dortmunder Mario Götze oder der auch auf der Spielmacherposition einsetzbare Toni Kroos seine Position übernehmen.</p>
<p>Auf der noch ausstehenden <em>Stürmerposition</em> scheinen Miroslav Klose und Mario Gomez gleichauf. Beide spielen eine überwiegend starke Saison in ihren Vereinen und sorgten mit 9 (Klose) und 6 (Gomez) Treffern in der Qualifikation für fast 45 Prozent aller Tore der deutschen Elf. Kann einer von ihnen nicht an der Endrunde der Europameisterschaft 2012 teilnehmen, wäre wohl Stuttgarts Cacau der Nutznießer. Er erhielt dabei im letzten Freundschaftsspiel gegen Frankreich trotz damaliger schwacher Leistungen in der Bundesliga den Vorzug vor dem zeitweilig wie entfesselnd spielenden Mike Hanke von Borussia Mönchengladbach und dem in der Rückrunde furios aufspielende Patrick Helmes.</p>
<p>Doch wer letztlich in den finalen und 23 Spieler umfassenden EM-Kader der deutschen Nationalelf nominiert wird, bleibt offen, auch da jetzt Jungspund Julian Draxler vom Trainergespann Joachim Löw und Hans-Dieter Flick in den vorläufgen EM-Kader berufen wurde. Spätestens in den abschließenden Freundschaftsspielen, am 26. Mai gegen die Schweiz sowie am 1. Juni gegen Israel, wird klar sein, wer alles ein EM-Ticket einlösen wird.</p>
<p>Fakt ist jedoch auch, dass Profifußballer schnell zu schwerwiegenden körperlichen Verletzungen kommen können. Deswegen sollten insgeheim die Daumen gedrückt werden, dass alle Spieler im Stamm- und erweiterten Kader der deutschen Elf gesund bleiben.</p>
<p>Denn nur so kann die deutsche Elf dort weitermachen, wo sie in der Qualifikation für die Europameisterschaft und in den Freundschaftsspielen gegen Brasilien und die Niederlande aufgehört hat. Nur so kann in diesem Sommer nach 1972, 1980 und 1996 wieder Sportgeschichte geschrieben werden und sich ein zweites <em>Sommermärchen</em>, jedoch mit einem aus deutscher Sicht glücklicheren Ende, ereignen.</p>
<div id="attachment_1289" class="wp-caption alignleft" style="width: 472px"><img class="size-full wp-image-1289" title="Spielorte der Fußball-EM 2012 (Illustration: MASP - Fotolia)" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/05/Fotolia_30925283_XS-c-MASP-Fotolia1.jpg" alt="Spielorte der Fußball-EM 2012 (Illustration: MASP - Fotolia)" width="462" height="260" /><p class="wp-caption-text">Spielorte der Fußball-EM 2012 (Illustration: MASP - Fotolia)</p></div>
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		<title>Eure Stimmen für‘s Schwimmen</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 12:30:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Seit gestern flattern Briefe der Stadt Potsdam in die Haushalte aller Wahlberechtigten in unserer Studienstadt. Es geht um eine Abstimmung zum Neubau eines Schwimmbades in der Landeshauptstadt. Auch in vielen Briefkästen der Studis der Uni Potsdam landet ein solches Schreiben. Wir erklären euch, warum ihr den Brief nicht einfach zum Altpapier legen solltet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1250" class="wp-caption alignleft" style="width: 230px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/Stimmen_fuers_Schwimmen.jpg"><img class=" wp-image-1250  " title="Wo soll Potsdam schwimmen gehen? Foto: Sergii Figurnyi - Fotolia.com" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/Stimmen_fuers_Schwimmen.jpg" alt="Wo soll Potsdam schwimmen gehen? Foto: Sergii Figurnyi - Fotolia.com" width="220" height="220" /></a><p class="wp-caption-text">Wo soll Potsdam schwimmen gehen? Foto: Sergii Figurnyi - Fotolia.com</p></div>
<p><em>Seit gestern flattern Briefe der Stadt Potsdam in die Haushalte aller Wahlberechtigten in unserer Studienstadt. Es geht um eine Abstimmung zum Neubau eines Schwimmbades in der Landeshauptstadt. Auch in vielen Briefkästen der Studis der Uni Potsdam landet ein solches Schreiben. Warum ihr den Brief nicht einfach zum Altpapier legen solltet, erklärt Mandy Joachim.</em></p>
<p>Seit einigen Jahren schon gibt es zahlreiche Diskussionen um die Schwimmhalle auf dem Brauhausberg, direkt neben dem Potsdamer Hauptbahnhof gelegen. Grund dafür ist, dass das Gebäude in einem denkbar schlechten Zustand ist und den Ansprüchen der vielen Nutzer_innen schon lange nicht mehr gerecht wird, zeitweise stand das Bad sogar kurz vor dem Entzug der Betriebserlaubnis. Nachdem in einem Werkstattverfahren bereits vier Varianten entwickelt wurden, wie mit dem Problem umzugehen sei, sind nach langer Kontroverse jetzt zwei endgültige Varianten erarbeitet worden. Nunmehr stehen zwei Neubaumöglichkeiten zur Auswahl und alle Wahlberechtigten der Stadt Potsdam können jetzt darüber abstimmen, welche der beiden Varianten umgesetzt wird.</p>
<p>Es stehen ein Neubau am Brauhausberg auf dem Gelände vor dem bestehenden Schwimmbad und ein Neubau im Volkspark Bornstedter Feld zur Auswahl. In dem Schreiben der Stadt Potsdam findet ihr einen Wahlzettel, den ihr kostenfrei mit der Post verschicken könnt. Auch ein Onlinevotum ist möglich. Eine Auflistung einiger Vor- und Nachteile der beiden Varianten könnt ihr dem Schreiben entnehmen, außerdem informieren Bürgerinitiativen auf Handzetteln und im Internet (<a href="http://www.pro-brauhausberg.de/" target="_blank">www.pro-brauhausberg.de</a> und <a href="http://www.potsdam-geht-baden.de/" target="_blank">www.potsdam-geht-baden.de</a>) über die Pros und Contras ihrer Favoriten.</p>
<p>Nach der jahrelangen Diskussion um die Zukunft des Bads am Brauhausberg ist es der Wunsch vieler Potsdamer_innen, dass der Bau nun schnell beginnen kann. Durch die Befragung soll dafür nun die Grundlage geschaffen werden, daher hofft die Stadtverwaltung auf rege Beteiligung. Eine Teilnahme an der Befragung per Internet spare der Stadt Kosten und Bearbeitungsaufwand, so Oberbürgermeister Jann Jakobs.</p>
<p>Gerade für Studis ist es wichtig, neben dem stressigen Studienalltag die preisgünstige Möglichkeit für den sportlichen Ausgleich zu haben. Das ist gesund und tut gut – aber nur in angenehmer und schöner Umgebung. Daher ist gerade für die Studis in Potsdam wichtig, sich zahlreich an der Befragung zu beteiligen und so ihrer Wunschalternative zum Sieg zu verhelfen.</p>
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		<title>Wir brauchen den langen Atem</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 10:00:53 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Im ersten Interview mit den speakUP-Redakteur_innen Mandy Joachim und Paul Köppen spricht der neugewählte Uni-Präsident Prof. Oliver Günther, Ph.D. über seine Entscheidung für Potsdam, die aktuelle Situation unserer Universität und die besonderen Herausforderungen seiner Amtszeit - für die er sich viel vorgenommen hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Im ersten Interview mit den speakUP-Redakteur_innen Mandy Joachim und Paul Köppen spricht der neugewählte Uni-Präsident Prof. Oliver Günther, Ph.D. über seine Entscheidung für Potsdam, die aktuelle Situation unserer Universität und die besonderen Herausforderungen seiner Amtszeit &#8211; für die er sich viel vorgenommen hat.</em></p>
<p><strong><em><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/prof-gAuenther_grau.jpg"><img class="alignleft" title="Universiät Potsdam" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/prof-gAuenther_grau-300x222.jpg" alt="" width="300" height="222" /></a></em>speakUP:</strong> <em>Herr Günther, wie man hört, gab es für Sie durchaus auch andere berufliche Perspektiven und Möglichkeiten. Warum haben Sie sich dennoch für Potsdam entschieden?</em></p>
<p><strong>Günther:</strong>Ich hatte in der Tat in der Vergangenheit als Professor der Humboldt-Universität immer wieder Optionen, auch woanders hinzugehen, bin aber stets in Berlin geblieben. Dass ich jetzt nach 18 Jahren nach Potsdam gewechselt bin, hat mehrere Gründe. Natürlich hat mich die Aufgabe, eine so junge und dynamische Universität zu leiten, sehr gereizt. Die Uni ist gut aufgestellt und hat sich seit ihrer Gründung sehr positiv entwickelt. Gleichwohl gibt es hier einige sehr spezielle Herausforderungen, insbesondere finanzieller Art, wenn wir uns zur Aufgabe machen wollen, die Universität nicht nur im guten Mittelfeld zu halten, sondern weiter nach oben zu entwickeln.</p>
<p><strong>speakUP:</strong> <em>In der Politik bilanziert man ja gerne nach den ersten 100 Tagen. Auch Sie sind jetzt beinahe drei Monate im Amt. Wie sieht dementsprechend Ihre erste Bilanz aus? Wie war Ihr Start in Potsdam?</em></p>
<p><strong>Günther:</strong> Die ersten Eindrücke haben eigentlich meine Erwartungen bestätigt. Ich hatte mich vor meinem Wechsel sehr detailliert informiert – deshalb gab es jetzt auch keine wirklichen Überraschungen. Die Frage der Ausfinanzierung nicht nur der Universität Potsdam, sondern der brandenburgischen Hochschulen insgesamt ist natürlich heikel; das war mir aber klar. Folglich habe ich bereits sehr intensive Gespräche in den entsprechenden Ministerien geführt. Diese sind bisher konstruktiv verlaufen, auch wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt. Uni-intern wurde ich sehr herzlich aufgenommen, es gab viele anregende Diskussionen mit den Studierenden und den Kolleginnen und Kollegen. Ich lege großen Wert auf solche persönlichen Gespräche.</p>
<p><strong>speakUP:</strong> <em> Wo sehen Sie in den nächsten Monaten den größten Handlungsbedarf?</em></p>
<p><strong>Günther:</strong> Die zentrale Herausforderung ist momentan die Verhandlung mit der Landesregierung über die mittelfristige Finanzplanung. Wir sind der Ansicht, dass es für ein Land wie Brandenburg nicht klug ist, im bundesweiten Vergleich den geringsten Haushalts-Anteil für Bildung aufzuwenden. Natürlich hat Brandenburg nicht viel Geld, aber muss ich dann auch mit dem Prozentsatz ganz unten liegen? Das ist sehr problematisch. Mir ist zudem daran gelegen, das Image der Uni Potsdam in der Öffentlichkeit zu stärken. An dieser Stelle haben wir einen gewissen Nachholbedarf, viele in Deutschland wissen nicht, was wir hier machen. Das muss sich ändern. Deshalb muss es unser Ziel sein, mit noch mehr Qualität auf uns aufmerksam zu machen.</p>
<p><strong>speakUP:</strong> <em>Wie ist es denn zurzeit bestellt um die Qualität von Forschung und Lehre? Wo sehen sie Probleme?</em></p>
<p><strong>Günther:</strong> Für den Bereich der Forschung werden wir versuchen, noch mehr DFG-Strukturprogramme zu realisieren: Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs und so weiter. Wir wollen auch Professoren gezielt bei den Antragsstellungen dafür unterstützen. Im Bereich der Lehre versuchen wir momentan vor allem die Problematik der Rückmeldungen von Alt-Studierenden zu lösen. Wir führen hier weiterhin Gespräche mit dem AStA und sind, so denke ich, auf einem guten Weg. Es wird darauf ankommen, in persönlichen Beratungen herauszufinden, inwieweit es im Einzelfall Sinn macht, den Magister- oder Diplomstudiengang zu Ende zu bringen, oder ob es vielleicht besser wäre, in ein Bachelorstudium zu wechseln. Mitunter muss man wohl auch eruieren, ob nicht ein Studienabbruch sinnvoller wäre, weil das ganze Studienprojekt bereits obsolet geworden ist. Es ist ja kein Geheimnis, dass es Studierende gibt in Potsdam, die zwar eingeschrieben sind, aber de facto nicht studieren. Das muss einfach geklärt werden.</p>
<p><strong>speakUP:</strong> <em> Wollen Sie in Ihrer Amtszeit denn etwas konkret anders machen als Ihre Vorgänger?</em></p>
<p><strong>Günther:</strong>Zunächst ist festzustellen, dass von meinen Vorgänger_innen gute Arbeit geleistet worden ist. Ein etwas anderer Akzent wird sein, dass wir uns bezüglich der Ausfinanzierung der Studienplätze höhere Ziele setzen werden. Brandenburg gibt etwa 5000 Euro pro Jahr pro Student_in aus. Das ist viel zu wenig. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 7000 oder 8000. In der Vergangenheit gab es ja eine Tendenz, möglichst viele Studierende zuzulassen, allerdings ohne auf die Gegenfinanzierung zu achten. Das werden wir nicht mehr tun. Hier muss es eine Verschiebung geben: Wenn sich die Finanzierung nicht verbessert, werden wir mittelfristig sogar Studienplätze abbauen. Ich will keine Discount-Studienplätze etablieren in Potsdam.</p>
<p><strong>speakUP:</strong> <em>‚Discount-Studienplätze‘ könnte aber vielleicht schon jetzt ein guter Begriff sein für die Studiensituation vieler Studierender: Überfüllte Seminare, Klausuren auf dem Fußboden schreiben, Lehrkräfte-Mangel – gerade in den Geisteswissenschaften ist das ja bereits Realität. Wie wollen Sie hier Abhilfe schaffen?</em></p>
<p><strong>Günther:</strong> Als Präsident möchte ich mich natürlich um alle Fachdisziplinen bemühen. Was Sie jetzt gerade beschrieben haben, ist letztlich eine Folge der Tatsache, dass Brandenburg sich im Wesentlichen in das Marktsegment Discount-Studienplätze begeben hat. Die Konsequenz ist das, was Sie sehen. Wenn wir 7000 Euro pro Student_in pro Jahr zur Verfügung hätten – wie zum Beispiel in Berlin –, könnten wir ganz anders verfahren. Wir könnten die Lehraufträge angemessen vergüten, was überfällig ist; wir könnten überhaupt mehr und bessere Lehre anbieten. Dass sich die Unterfinanzierung nun unterschiedlich auf die Fachrichtungen verteilt, liegt nicht an unserer Steuerung, sondern an der generellen Nachfrage. Die ist in den Geisteswissenschaften nun mal sehr hoch, in manchen anderen Fächern hingegen gibt es weniger Bewerber_innen als Studienplätze. Das setzt sich direkt um in die Studiensituation. Wir werden hier wohl mit numeri clausi reagieren müssen, weil wir künftig nicht mehr so viele Studierende aufnehmen können, sollte es keine entsprechende Gegenfinanzierung geben.</p>
<p><strong>speakUP:</strong> <em>Der Fokus bei einer solchen Studienplatz-Reduzierung läge dann also auf den geisteswissenschaftlichen Disziplinen oder gebe es eine allgemeine Verteilung über Fakultätsgrenzen hinweg?</em></p>
<p><strong>Günther:</strong> Was das angeht, bin ich vielleicht doch auch Wirtschaftswissenschaftler. Wenn ich sehe, dass Nachfrage nach einem Studiengang besteht und Nachfrage nach Absolventen, dann gibt es keinen Grund, Zulassungszahlen herunterzufahren. Der Arbeitsmarkt ist jedoch ein wichtiger Indikator. Ein glückliche_r Absolvent_in ist, wer einen Arbeitsplatz findet und einen Beitrag für das Wohl der Gesellschaft leisten kann. Das Leben in prekären Arbeitsverhältnissen zu fristen, kann nicht das Ziel sein. Wer nach fünf Jahren zu dem Schluss kommt, er oder sie hätte lieber etwas anderes studieren sollen, um einen Job zu finden, kann nicht zufrieden sein. Arbeitslosigkeit ist eines der größten Unglücke heutzutage. Und wenn es einen Bereich gibt, wo Tausende von Absolvent_innen produziert werden, die von Gelegenheitsjobs leben müssen, dann ist das keine gute Allokation von Steuergeldern. Generell will ich die Studierendenzahl aber auf dem Niveau der letzten Jahre halten. Ich teile jedoch nicht die Meinung der Landesregierung, dass diese Plätze bereits ausfinanziert sind. Im Gegenteil. Die Entwicklungen der letzten Jahre, in denen immer mehr Studierende nach Brandenburg kamen, aber die Finanzmittel im Wesentlichen konstant geblieben sind, waren dramatisch.</p>
<p><strong>speakUP:</strong> <em>Solche Überlegungen haben ja auch zur Gründung der Brandenburgischen Hochschulkonferenz geführt. Welche Ziele und Erwartungen haben Sie an dieses Projekt?</em></p>
<p><strong>Günther:</strong>Wichtigster Zweck der Hochschulkonferenz ist Kommunikation. Wir wollen zeigen, warum Hochschulen wichtig sind für ein Land wie Brandenburg und warum die bisherige Unterfinanzierung allen Beteiligten schadet. Wir müssen auf breiter Basis nach außen kommunizieren, dass es uns hier nicht um goldene Wasserhähne geht, sondern um ein Ende der Discount-Studienplätze. Damit wollen wir die zuständigen Ministerien genauso erreichen wie alle anderen. Auch der Agrar-Politiker und letztlich jede_r Steuerzahler_in soll verstehen, warum Brandenburg langfristig gute Hochschulen braucht und warum das Geld kostet – und zwar pro Bewerberplatz genauso viel Geld wie zum Beispiel in Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern. Das muss die breite Öffentlichkeit erfahren. Für alle wollen wir ein Gesprächspartner sein.</p>
<p><strong>speakUP:</strong> <em>In den Ministerien erklären, wofür Universitäten gut sein könnten – macht ein Gespräch hier überhaupt Sinn, wenn das erst erklärt werden muss?</em></p>
<p><strong>Günther:</strong> Das ist eher ein Kampf um Aufmerksamkeit wie in jeder Lobby-Arbeit. Wir müssen unsere Prioritäten erklären und damit in die Köpfe der Leute kommen. Brandenburg wird ohne gute Hochschulen absteigen, das müssen wir argumentieren. Auch die demographische Entwicklung kann kein Argument gegen eine höhere Bildungs-Finanzierung sein, sondern dafür. Wir müssen attraktiver werden, um dann junge Leute von außen nach Brandenburg zu locken.</p>
<p><strong>speakUP:</strong> <em>Es gibt landesweit nicht wenige, die glauben, kooperative Kommunikation sei längst unmöglich geworden zwischen Politik und Bildungsinstitutionen. Sie sind da optimistischer?</em></p>
<p><strong>Günther:</strong> Für die Hochschulkonferenz haben wir uns bewusst auf die Betonung unserer Gesprächsbereitschaft festgelegt. Das war Programm, weil wir glauben, dass dies der produktivste Weg ist. Ich persönlich bin bezüglich der Mittel, die wir einsetzen, völlig pragmatisch, solange sie legal sind. Wenn ich der Ansicht wäre – was ich aber nicht bin –, gemeinsame Demonstrationszüge seien sinnvoller als die Hochschulkonferenz, hätte ich das auch gemacht. Wir brauchen jedoch eher einen langen Atem. Um langfristig vom letzten Platz wegzukommen und Entwicklungsperspektiven zu schaffen, setze ich auf Dialog. Das hat nichts mit Konfrontation-Scheu zu tun. Die Partnerschaft zur Landesregierung ist einfach eine Conditio sine qua non. Wir müssen hier Schritt für Schritt die Entscheidungsträger_innen überzeugen, dass Investitionen in die Hochschulen sich lohnen.</p>
<p><strong>speakUP:</strong> <em>… Das klingt nach Sisyphusarbeit…</em></p>
<p><strong>Günther:</strong> Natürlich wäre es mir lieber, ein solcher Überzeugungsprozess ginge schneller. Aber wir brauchen den langen Atem. Auch meine sechsjährige Amtszeit ist eigentlich keine hinreichend langfristige Perspektive, wir müssen uns für 10 bis 15 Jahre überlegen, was passieren soll. Um hinsichtlich der Ausfinanzierung von Studienplätzen ins Mittelfeld zu kommen, bräuchten wir 50 Millionen Euro mehr pro Jahr. Das entspräche einer Steigerung von 20 Prozent. Jedes Jahr ein Prozent – und dann könnten wir es in knapp 20 Jahren schaffen. Wie gesagt, wir brauchen den langen Atem. Das ist der beste Weg zum Ziel.</p>
<p><strong>speakUP:</strong> <em> Ein langer Weg. Wie wird die Uni denn nach Ihrer Amtszeit aussehen?</em></p>
<p><strong>Günther:</strong> Wäre ich nicht optimistisch, hätte ich den Job gar nicht erst angetreten. Ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, den Bürger_innen Brandenburgs die Zukunftsbedeutung der Hochschulen klarzumachen. Gleiches gilt für die Umsetzung unseres Zieles hinsichtlich der Normalfinanzierung der Studienplätze. Und ich glaube auch, dass wir die gute Qualität von Lehre und Forschung in Potsdam halten und in bestimmten Bereichen sogar verbessern können. Die Bedingungen dafür müssen geschaffen werden. Dafür arbeiten wir. Das bedeutet nicht status quo, das bedeutet mehr, als uns momentan von der Politik ermöglicht wird.</p>
<p><strong>speakUP:</strong> <em>Vielen Dank für das Gespräch.</em></p>
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		<title>Nackt Geld verdienen</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 10:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer von uns kennt nicht das Problem: Die Kasse ist leer am Ende des Monats, es muss Geld her. Wenn dann das BaFöG oder der Zuschuss der Eltern nicht reichen, heißt es für viele Studierende nebenbei arbeiten gehen. Kellnern gehen und an der Kasse sitzen macht ja fast jeder. Wir zeigen Euch in dieser Serie außergewöhnliche Student_innenjobs, die man nicht alle Tage macht. Dieses Mal: Christoph Freytag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Wer von uns kennt nicht das Problem: Die Kasse ist leer am Ende des Monats, es muss Geld her. Wenn dann das BaFöG oder der Zuschuss der Eltern nicht reichen, heißt es für viele Studierende nebenbei arbeiten gehen. Kellnern gehen und an der Kasse sitzen macht ja fast jeder. Wir zeigen Euch in dieser Serie außergewöhnliche Student_innenjobs, die man nicht alle Tage macht. Dieses Mal: Christoph Freytag.</em></p>
<p><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/chris7_web.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/chris7_web-212x300.jpg" alt="" title="chris7_web" width="212" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-1151" /></a>Der Weg zu diesem Job begann vor einigen Jahren an der Potsdamer Volkshochschule „Albert Einstein“ im Jahr 2007. Ich nahm an einem Kurs namens „Akt und Portraitzeichnen“ mit dem Potsdamer Maler Heinz Mentel teil. Der Kurs fand immer samstags statt von 9 bis 12 Uhr.<br />
In dem Kurs konnte man unter der fachkundigen Anleitung lernen, wie man mit Bleistift, Kohle oder Feder die Muse aufs Papier bringt. Während gezeichnet wurde, lief im Hintergrund meist klassische Musik von einem altmodischen Tonbandgerät.</p>
<p>Eines Tages kam ich spontan auf die Idee, mich als Aktmodell anzubieten. Warum? Ich war arm und brauchte das Geld. Der gestandene Maler stutzte bei dem Gedanken zunächst. Höflich wies er mich darauf hin, dass die meisten seiner Modelle in der Regel Frauen seien. </p>
<p>Einige Zeit nach Kursende bekam ich einen Anruf. Herr Mentel wollte tatsächlich, dass ich bei ihm Aktmodel stehe. Es war ein kühler Wintermorgen im Februar. Rund acht Teilnehmer_innen waren gekommen, der Raum war gut geheizt. Witzigerweise waren besonders einige männliche Teilnehmer regelrechte Stammgäste. So traf ich an diesem Morgen auch den Hobbymaler mit den großen, gierigen Augen wieder. Beim Malen riss er seine Sehorgane immer weit auf, um dann die jeweilige Muse zu verschlingen, indem er sie zu Papier brachte.</p>
<p>Dann ging es los. Ich zog mich aus und setzte mich in Denkerpose auf einen Stuhl. Eine gewisse Hemmschwelle war anfangs da. Aber ich gewöhnte mich schnell daran. Zudem blieb ein gewisses Körperteil an seinem Platz. Sehr gut. Alle zwanzig Minuten sollte die Pose gewechselt werden. Manchmal saß oder stand ich auch 30 Minuten in der gleichen Einstellung da. Einige Teilnehmer_innen kamen mit dem Zeichnen oft nicht hinterher.</p>
<p>In den gut drei Stunden verdiente ich 24 Euro. Während der Malsession  machte Herr Mentel auch Fotos. Ich rief ihn im Zuge der Recherche an, ob er noch Bilder von mir habe. Leider nicht, so beteuerte er, diese seien in der Masse der Fotos untergegangen. Schade, sonst hätte ich Euch, liebe Leser_innen, gern ein Beweisbild gezeigt. Herr Mentel hat mir jedoch bei dem Telefonat spontan wieder einen neuen Einsatz angeboten. Das werde ich sehr gern annehmen, diese Art von Studentenjob macht mir persönlich jedenfalls viel Spaß.</p>
<p>Fazit: Eine annehmbare Arbeit für das kleine Geld zwischendurch, dafür dass man „nur“ rumsitzt oder steht. Allerdings sollte man seinen Körper gut im Griff haben, um die verschiedenen Posen eine gewisse Zeit zu halten. Denn am Ende ist das anstrengender, als ihr vielleicht denkt.</p>
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		<title>Master-Desaster</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 10:00:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Irgendwann ist es soweit: Das Bachelorstudium nähert sich dem Finale. Ob Master oder nicht, das muss nun entschieden werden. Doch Vorsicht! Eine Bewerbung zum Master, auch an der gleichen Uni, ist nicht so einfach, wie man es sich vorstellen mag. Von den Höhen und Tiefen ihrer Masterbewerbung in Potsdam erzählt, zugegebenermaßen immer noch ganz schön sauer, Mandy Joachim.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Irgendwann ist es soweit: Das Bachelorstudium nähert sich dem Finale. Ob Master oder nicht, das muss nun entschieden werden. Doch Vorsicht! Eine Bewerbung zum Master, auch an der gleichen Uni, ist nicht so einfach, wie man es sich vorstellen mag. Von den Höhen und Tiefen ihrer Masterbewerbung in Potsdam erzählt, zugegebenermaßen immer noch ganz schön sauer, Mandy Joachim.</em></p>
<p><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/child-crying-Konvertiert.png"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/child-crying-Konvertiert-283x300.png" alt="" title="child crying [Konvertiert]" width="283" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-1183" /></a>Es war also im letzten Herbst soweit. Mein letztes Bachelorsemester stand kurz bevor. Nur noch wenige Wochen und eine kleine Bachelorarbeit trennten mich vom Masterstudium. Dachte ich zumindest… Was ich mir nicht mal im Traum vorstellen konnte, war, dass es ein nervenzerreißender Kleinkrieg werden sollte, bis ich endlich meine Masterzulassung in der Hand halten würde. Und was ich dann erst später herausfinden sollte: Diese Zulassung war ohnehin nichts wert ohne eine Masse an anderen Formularen, um die ich noch kämpfen musste. Aber der Reihe nach.</p>
<p>Mit der Anmeldung der Bachelorarbeit ging alles los. Konnte so schwer ja nicht sein, dachte ich. Nachdem ich einen Prüfer gesucht und gefunden hatte, mit ihm mein Thema besprochen und dieses dann beim Prüfungsausschuss abgegeben hatte, fühlte ich schon mal super. Nur noch auf den Bescheid vom Ausschuss warten und dann ab zum Prüfungsamt, welches mir dann final erlauben würde, meine Arbeit so zu schreiben, wie ich mir das mit dem Prof überlegt hatte. (Ja, ihr lest richtig! Es sind schon mal drei Instanzen nötig, um überhaupt ein Thema bewilligt zu bekommen…)</p>
<p>Ich hatte meine Rechnung aber ohne meinen Zweitprüfer gemacht. Der war nämlich mit dem Konzept meiner Abreit, welches ich wohlgemerkt mit meinem Erstprüfer so besprochen hatte, überhaupt nicht einverstanden. Meine Weihnachtsferien waren dahin. Mich beherrschte nun die Angst, es keinem von beiden recht machen zu können. Ganz zu schweigen von den Ansprüchen, die ich an meine eigene Arbeit hatte.</p>
<p>Nerventee und gutes Zureden vom Freund halfen ein wenig, sodass ich mich dann doch noch auf das Schreiben konzentrieren wollte… aber nicht konnte. Ich musste mich ja nun auch noch um den Masterplatz bewerben. Also wollte ich mich auf der Homepage meines Instituts informieren. Habe ich auch geschafft, doch am Ende hatte ich drei verschiedene Termine, an denen die Bewerbungsfrist endete, und fünf verschiedene Sammlungen von Formularen, die ich einreichen sollte, die ich vorher aber noch von zwei verschiedenen Institutionen der Uni beglaubigen lassen musste. Zu der Verwirrung um die Frage, wann ich welche Formulare abgeben sollte, kam der Umstand, dass ich das nicht an der Uni machen konnte, sondern bei einem Unternehmen in Berlin: uniassist. Aha! Na gut, habe ich da also angerufen, um noch einmal völlig andere Infos zu erhalten, als ich sie mir vorher zusammengereimt hatte aus den unterschiedlichen Angaben im Internet. Ich wollte nur noch abhauen!</p>
<p>Bin aber da geblieben und dachte, es wäre doch eine gute Idee, den Beauftragten meines Prüfungsausschusses zu fragen. Der sollte doch wissen, wie das alles geht und wann ich welche Formulare wo hinschicken, wo beglaubigen lassen und wo dann abgeben soll. Er jedoch verwies mich zurück auf die Homepage…</p>
<p>Nachdem ich mich davon erholt, einfach alle möglichen Formulare von allen Büros beglaubigt, zu allen Stellen hingeschickt und darüber meinen eigenen Geburtstag vergessen hatte, fiel mir etwas Wichtiges wieder ein: meine Bachelorarbeit. Der Abgabetermin rückte näher. Mittlerweile hatte ich aber von mehreren Seiten gehört, dass meine angestrebte Seitenzahl die falsche wäre. Zu viel Text hieß es. Naja… mit dem Recherchieren von Formalien hatte ich ja nun schon Erfahrung und machte auf die Suche nach meiner Studienordnung. Die gab es aber nicht mehr. Nur eine, die vorher aktuell war, und die ganz neue. Ich habe mich für die geforderte Seitenzahl entscheiden, die zwischen den beiden Angaben lag – die goldene Mitte also. </p>
<p>Die Arbeit habe ich dann abgegeben, irgendwie sogar pünktlich. Dann bin ich den weiteren Noten meines Studiums hinterhergelaufen, die nämlich noch rechtzeitig verbucht werden mussten. Schließlich war die Zulassung zum Master, die ich mittlerweile erhalten hatte, solange nichts wert, bis innerhalb einer knappen Deadline alle meine Noten aus den Vorsemestern auch richtig bei PULS vermerkt waren. Auf mir heute völlig unverständliche Weise habe ich das aber alles geschafft: Ich hatte meine Arbeit abgegeben, alle anderen Noten zusammen, eine erneut beglaubigte Notenübersicht vom Prüfungsamt erhalten und es dabei sogar vermieden, durchzudrehen. Vor vier Wochen war es dann soweit. Ich konnte zum Studierendensekretariat gehen – ja, das ist etwas anderes als das Prüfungsamt – und wurde endlich in den Master immatrikuliert. Von den Schwierigkeiten, die mir die fehlende Master-Immatrikulationsbescheinigung bis dahin mit dem Bafög-Antrag gemacht hatte, will ich hier aus Platzgründen nicht auch noch erzählen. </p>
<p>Wie es am Ende überhaupt möglich war, wirklich Masterstudentin zu werden, und das ohne bescheuert zu werden, ist mir nicht ganz klar. Geholfen haben sicherlich… Ach was soll‘s. Ich habe ehrlich keine Ahnung, wie ich das geschafft habe. Ich drücke euch jedenfalls für eure Bewerbung alle Daumen und rate euch, euch schon mal mit Baldrian anzufreunden.</p>
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		<title>Kein Bock auf Master?</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 10:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Will ich nach dem Bachelor weiterstudieren? Für viele Studierende der Uni Potsdam stellt sich diese Frage nicht: Lehramtsstudent_innen sind auf ihr Masterstudium angewiesen, auch wer später einmal wissenschaftlich Arbeiten will, kommt an einem weiterführenden Hochschulstudium nicht vorbei. Der Rest hat nach dem Bachelor die Chance, einen Moment innezuhalten und sich zu entscheiden, ob er oder sie nun ins Arbeitsleben einsteigen möchte oder nicht. Vier Angebote, wie und wo man als Bachelorabsolvent_in unterkommen kann. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Will ich nach dem Bachelor weiterstudieren? Für viele Studierende der Uni Potsdam stellt sich diese Frage nicht: Lehramtsstudent_innen sind auf ihr Masterstudium angewiesen, auch wer später einmal wissenschaftlich Arbeiten will, kommt an einem weiterführenden Hochschulstudium nicht vorbei. Der Rest hat nach dem Bachelor die Chance, einen Moment innezuhalten und sich zu entscheiden, ob er oder sie nun ins Arbeitsleben einsteigen möchte oder nicht. Vier Angebote, wie und wo man als Bachelorabsolvent_in unterkommen kann. Von Paul Dalg.</em></p>
<p><strong>1. Praktika absolvieren</strong><br />
Ein abgeschlossenes Hochschulstudium schützt nicht in jedem Fall davor, trotzdem auf der untersten Karrierestufe anzufangen. Auch wer wie die meisten Studierenden bereits während des Studiums Praktika absolviert und einschlägige Erfahrungen gesammelt hat, ist nicht völlig vom Risiko befreit, die eigene Arbeitskraft für Apfel und Ei anzubieten. Öffentlicher Dienst, soziale Einrichtungen, Vereine oder Initiativen zahlen in der Regel bei Praktikant_innen gar nichts, bei kulturellem Engagement kann es zumindest zu einer Aufwandsentschädigung kommen, auch wenn die mehr eine symbolische Belohnung ist als ein tatsächlicher Gegenwert für die investierte Lebenszeit. Allein bei großen Wirtschaftsunternehmen finden sich tatsächlich Praktikumsstellen, die mit bis zu 600€ vergütet werden.</p>
<p><em>Was bringt‘s? </em>Karrierestudierende nutzen die Zeit zum Netzwerken, unentschlossene Studierende können unverbindlich in eine Branche schnuppern. Sechs verschiedene Praktika in sieben verschiedenen Bereichen überzeugen den Personalchef_innen aber nicht unbedingt davon, dass man einen Plan vom Leben hat. </p>
<p><em>Glamour-Faktor:</em> Zwischen armem Studierendem und Obdachlosem mit „Tausche Arbeitskraft gegen Erfahrung“-Pappschild.</p>
<p><em>Risiko:</em> Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor.</p>
<p><strong>2. Volontär_in werden</strong><br />
Bei Zeitungsredaktionen, Rund- und Hörfunk sowie in einigen kaufmännischen Bereichen gibt es die Möglichkeit, nach dem Bachelorstudium eine (meist) zweijährige Ausbildung zu absolvieren. Dabei durchwandert der oder die Auszubildende die verschiedenen Redaktionen einer Zeitung oder die jeweiligen Programmabteilungen des Rundfunk- oder Fernsehsenders. Mit ein wenig Glück wird man in seiner Sparte nach Tarifvertrag bezahlt und bekommt je nach Art des Volontariats und des Ausbildungsjahrs zwischen 1300-2000€ Lohn. </p>
<p><em>Was bringt’s?</em> Neben den Journalismusschulen (z.B. Henri-Nannen-Schule in Hamburg) ist das Volontariat der klassische Einstieg in den Journalismus und ein Grundstein für die spätere Karriere als Redakteur_in, Reporter_in oder Moderator_in. Die Fachrichtung des Bachelorstudiums ist dabei weniger wichtig als die Fähigkeit, sich gut auszudrücken.</p>
<p><em>Glamour-Faktor:</em> Das Geld reicht, um hip genug auszusehen, damit auch alle anderen glauben, man mache „irgendwas mit Medien“. </p>
<p><em>Risiko:</em> Die Ausbildungsstellen setzten meist ein abgeschlossenes Hochschulstudium voraus, was dazu führt, dass sich die Bachelorabsolvent_innen in der Regel auch gegen Konkurrenz mit abgeschlossenem Masterstudium durchsetzten müssen. In jedem Fall Arbeitsproben (Artikel, Video, Radiobeitrag) mitbringen. </p>
<p><strong>3. Selbstständig werden</strong><br />
Auch wenn das Klischee der erfolgreichen Firmengründer_innen eigentlich voraussetzt, dass das Studium vorzeitig abgebrochen wird, können mit einer guten Idee auch  Bachelorabsolvent_innen zu Existenzgründer_innen werden. Mal eben Millionär_in zu werden, ist eben auch für Studierte und nicht erst seit Mark Zuckerberg (Facebook) oder Larry Page (Google) eine Überlegung wert. Vor dem Verlust der Bodenhaftung lohnt es sich, die eigenen Möglichkeiten zu prüfen: Ohne gute Idee können die betriebswirtschaftlichen Talente höchstens in einem Franchise-Unternehmen gezeigt werden. Ohne Eigenkapital wird’s noch schwieriger: Zwar gibt es durch die kfw (Kreditanstalt für Wiederaufbau) eine staatliche Institution für Existenzgründerkredite, aber auch an diese Darlehen muss man erst einmal über die eigene Hausbank herankommen.</p>
<p><em>Was bringt’s?</em> Als Studierender ohne Umweg direkt auf den Chefsessel, dafür allerdings auch ohne dicken Manager-Bonus.</p>
<p><em>Glamour-Faktor: </em>Aussehen wie „am Morgen danach“, ohne dass tatsächlich gefeiert wurde: Schließlich gibt’s bei der Selbstständigkeit kein Feierabend.</p>
<p><em>Risiko:</em> Eine wirtschaftliche Bauchlandung und die schmerzliche Einsicht, dass man kein Selfmade-Guru ist. Noch schlimmer allerdings ist es, wenn man Erfolg hat, und diesen dann mit Plattitüden und Phrasen als Ratgeber zwischen zwei Buchdeckel presst. </p>
<p><strong>4. Ein Orientierungsjahr</strong><br />
Die Orientierungsphase nach dem Studium nennen die Amerikaner_innen gap year, schließlich klingt das auch professioneller. Dahinter steht die Überlegung, ein Jahr zu verplempern, ohne dass es so aussieht. Alles was den eigenen Horizont erweitert, ist erlaubt: Sprachkurse, Praktika, ehrenamtliches Engagement bei Vereinen oder NGOs. Besonders gut organisierte und motivierte Studierende kombinieren die aufgezählten Möglichkeiten gleich mit einem Auslandsaufenthalt: Sowohl die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de) als auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (daad.de) bieten da zahlreiche Möglichkeiten. Auch die Uni Potsdam hat mit dem Career Service eine gute Anlaufstelle für Informationen und regionale sowie internationale Beschäftigungsmöglichkeiten.</p>
<p><em>Was bringt’s?</em> Mehr für die eigene Persönlichkeit als für den Lebenslauf und den Geldbeutel – Die Miete und Versorgung muss mit einem Nebenjob oder durch reiche Eltern abgeglichen werden.</p>
<p><em>Glamour-Faktor:</em> Zwischen Backpacker-Romantik und normalem Studierendenlook.</p>
<p><em>Risiko:</em> Aus dem gap year wird ein gap-Jahrzehnt.</p>
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		<title>&#8220;Spielt einfach drauf los&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 10:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[campusKULTUR]]></category>
		<category><![CDATA[Der Nackte Wahnsinn]]></category>
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		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass das Showbusiness ein hartes Geschäft sein soll, wissen wir nicht erst seit Bohlens wöchentlichen Weisheiten bei DSDS. Während vor den Kulissen sich die Profis vom Fach bemühen, das Publikum in eine andere – mal glitzernde, mal eingestaubte – Welt zu entführen, fliegen hinter der Bühne die Fetzen: Intrigen, Geiz und Neid machen den Künstler_innen das Leben schwer. Das Potsdamer Hans-Otto-Theater lässt die Hüllen fallen und zeigt, wie es hinter der Bühne zugehen kann. Denis Newiak hat für euch den „Nackten Wahnsinn“ miterlebt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dass das Showbusiness ein hartes Geschäft sein soll, wissen wir nicht erst seit Bohlens wöchentlichen Weisheiten bei DSDS. Während vor den Kulissen sich die Profis vom Fach bemühen, das Publikum in eine andere – mal glitzernde, mal eingestaubte – Welt zu entführen, fliegen hinter der Bühne die Fetzen: Intrigen, Geiz und Neid machen den Künstler_innen das Leben schwer. Das Potsdamer Hans-Otto-Theater lässt die Hüllen fallen und zeigt, wie es hinter der Bühne zugehen kann. Denis Newiak hat für euch den „Nackten Wahnsinn“ miterlebt.</em></p>
<p>„Stell dir einfach vor, du wärst Schauspieler!“, ruft der Regisseur aus sicherer Entfernung Richtung Bühne. Die Darsteller_innen wollen auch während der Hauptprobe nicht so, wie es der in schwarz gekleidete, struppig-grauhaarige Mann mit Sonnenbrille, wahlweise im Rollkragenpullover oder klischeebelastetem Schal, gern haben würde; stattdessen mühen sie sich damit ab, während dieser nicht enden wollenden nächtlichen Probe zwei nicht zu verwechseln, wann und wo zu welcher Textzeile Requisiten herumgerückt oder unzählige Türen geöffnet oder geschlossen werden müssen. Wenige Stunden vor der  Premiere zittert die weinerliche Regieassistentin wie an einen Hochspannungsgenerator angeschlossen, die Schauspieler_innen rennen der Reihe nach heulend oder mit Nasenbluten von der Bühne, während der überarbeitete Bühnentechniker sich schon darauf vorbereitet, spontan die eine oder andere Rolle zu übernehmen.</p>
<p><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/Artikel-HOT-Bildwerkurheber-HL-B-hme_grau.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/Artikel-HOT-Bildwerkurheber-HL-B-hme_grau-300x199.jpg" alt="" title="Artikel HOT - Bildwerkurheber HL B-hme_grau" width="300" height="199" class="alignleft size-medium wp-image-1157" /></a></p>
<p>Im zweiten Akt wechselt die Perspektive des Publikums vom Blickwinkel des Regisseurs zur versteckten Kamera hinter der Bühne während einer Aufführung. Nun rücken die Beziehungen im Stab in den Mittelpunkt: Die Regieassistenz erwartet ein Kind vom Regisseur, irgendwie ist jede_r auf jede_n eifersüchtig und so manche_r Darsteller_in stellt den eigenen Stolz oder gezwungenermaßen den Suff vor das Gelingen des Stücks. Keine Überraschung, dass es nun drunter und drüber geht. Allmählich greift das „echte Leben“ mit allen Sorgen und Schwächen der Darsteler_innen auf den autarken Schutzraum des Künstlichen, das Theater, über und zersetzt es mit seiner Natürlichkeit. Doch auch wenn das Ensemble unvollständig ist, hinter der Bühne eine Schlägerei losgeht oder sich die Besetzung gegenseitig die Ärmel verknotet, gilt nur eine Devise:<em> The show must go on.</em></p>
<p>Wer in „Der Nackte Wahnsinn“ im Publikum sitzt, könnte fast glauben, dass der Theaterbetrieb wie ein wahr gewordenes „Haus, das Verrückte macht“ funktioniert, oder eben auch nicht funktioniert. Eigentlich müssten die Zuschauer_innen in Tränen ausbrechen, so wie es sonst bei den nicht gerade zimperlichen Inszenierungen am „HOT“ üblich ist. Doch wenn hier im Publikumsrang die Tränen kullern, dann nicht aus Traurigkeit, sondern aus kreischendem Lachen heraus. Vielleicht schicken auch deswegen so viele Lehrer_innen ihre Klassen in das Stück von Michael Frayn: in der Hoffnung, den Schüler_innen das „wahre Leben“ am Theater zu zeigen und ihnen das Bühnenschauspiel gleichzeitig schmackhaft machen zu können. Auf jeden Fall müssen sich Studierende beim „Nackten Wahnsinn“ ausnahmsweise nicht wie ein Quotenstudi vorkommen, der den Altersdurchschnitt des Publikums drücken soll. Anscheinend wollen junge Menschen auch mal lachen dürfen.</p>
<p>Das ist hier ausdrücklich erlaubt. Doch was ist hier noch ‚echt‘, was die Parodie? „Das Stück ist schon sehr lustig, aber in echt ist es noch viel lustiger, komplizierter, böser, krasser“, sagt Franziska Melzer, die im „Nackten Wahnsinn“ als Belinda Blair mütterlich versucht, den kurz vor dem Zusammenbruch stehenden Laden irgendwie zusammenzuhalten. Zwar gäbe es im Potsdamer Hans-Otto-Theater weniger Beziehungsintrigen als in jedem Großraumbüro, aber dass der Regisseur während der Proben mal lauter und bestimmter wird, das sei schon zutreffend. Da merken die Darsteller_innen, wo sie stehen: „Theater ist ein hierarchischer Betrieb. Der Regisseur ist der Chef,“ meint die 30jährige. Doch egal, wie hoch es in der Probe hergeht, wie viel gezankt wird oder Meinungsdifferenzen zum Werk bestehen: „Das Stück wird durchgezogen. Am nächsten Morgen sieht man sich ja wieder.“<br />
Im dritten Akt, zu welchem das Publikum nach einer nötigen Verschnaufpause wieder zum Publikum wird, hat das Chaos seine Beschreibbarkeit verloren, die Absurdität ist kaum noch zu steigern. Die verzweifelte fragende Forderung „Abbrechen?“ schallt über die Bühne, die Vorführung steht kurz vor dem GAU. Doch das kommt gar nicht in Frage. Einfach aussteigen geht nicht – auf der Bühne genauso wenig wie hinter der Bühne. Im Zweifelsfall wird improvisiert, bis es kracht. Eigentlich wie im wahren Leben.</p>
<p><em>„Der Nackte Wahnsinn“ am 7., 15. und 29. April sowie am 20. und 26. Mai im Neuen Theater des Hans-Otto-Theaters Potsdam. <a href="http://www.hansottotheater.de" title="Hans-Otto-Theater" target="_blank">www.hansottotheater.de</a></p>
<p><a href="http://www.speakup.to/mir-faellt-das-einfach-leicht" target="_blank">Wie funktioniert der Theaterbetrieb wirklich? Franziska Melzer gab uns im Interview einen Einblick in ihr Leben am Hans-Otto-Theater.</a></em></p>
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		<title>Uni-Wahlen 2012: Hingehen tut nicht weh!</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 10:00:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Jedes Jahr erscheinen zu dieser Jahreszeit wie aus dem Nichts Unmengen an Flyern, Plakaten und aus dem Boden sprießende Stände mit jungen Leuten, die euch von ihren politischen Ideen begeistern wollen. Es signalisiert euch: Bald sind die Wahlen an der Uni. An dieser Stelle möchte euch die speakUPauf die im Sommersemester anstehenden Wahlen des Studierendenparlaments (StuPa) hinweisen und  zeigen, was ihr mit eurem Kreuz alles bewirken könnt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Jedes Jahr erscheinen zu dieser Jahreszeit wie aus dem Nichts Unmengen an Flyern, Plakaten und aus dem Boden sprießende Stände mit jungen Leuten, die euch von ihren politischen Ideen begeistern wollen. Es signalisiert euch: Bald sind die Wahlen an der Uni. An dieser Stelle möchte euch die speakUPauf die im Sommersemester anstehenden Wahlen des Studierendenparlaments (StuPa) hinweisen und  zeigen, was ihr mit eurem Kreuz alles bewirken könnt. Von Mandy Joachim</em></p>
<p>Das StuPa ist das höchste beschlussfassende Gremium der Studierendenschaft. Es wird einmal im Jahr von allen Studis gewählt. Seine Aufgaben sind unter anderem die Wahl des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) und der Beschluss des Haushalts der Studis. StuPa-Sitzungen sind öffentlich und finden in der Regel alle drei Wochen statt, ihr als Studierende unserer Uni könnt an den Sitzungen des StuPas teilnehmen. </p>
<p>Die Wahl findet traditionsgemäß immer kurz vor Ende des Sommersemesters an drei aufeinander folgenden Tagen statt. Der Termin wird also auch in diesem Jahr im Juli sein und wird dann rechtzeitig bekannt gegeben. Ihr könnt dann an allen Campus der Universität in extra eingerichteten Wahllokalen wählen.<br />
Zur Wahl stehen die Mitglieder der verschiedenen politischen Hochschulgruppen unserer Uni. Diese sind in ihrer Vielfalt mit den politischen Parteien in Deutschland vergleichbar. Mit der letzten Wahl, die laut Angaben des StuPas eine Wahlbeteiligung von 20,57% hatte, wurden acht verschiedene Hochschulgruppen entsprechend ihres Stimmanteils mit einer unterschiedlichen Anzahl von Mitgliedern in das StuPa gewählt. Wer die verschiedenen politischen Hochschulgruppen und ihre Mitglieder sind, könnt ihr euch auf der <a href="http://www.stupa.uni-potsdam.de" target="_blank">Website des StuPas</a> ansehen. Detaillierte Infos zu den politischen Inhalten der einzelnen Gruppen findet ihr dann auf deren eigenen Internetauftritten.</p>
<p>Mit der Wahl des StuPas könnt ihr direkt an der politischen Gestaltung unserer Uni mitwirken und nehmt auch Einfluss auf die Zusammensetzung des AStAs, der die Interessen der Studis direkt vertritt. Wichtige Themen, die ihr mit eurer Wahl beeinflussen könnt – und solltet! –, zum Beispiel das kulturelle Angebot an unserer Uni, Verhandlungen mit der Bahn zum Semesterticket, die Zusammenarbeit mit der Landespolitik und landes- sowie bundesweiten studienrelevanten Vereinigungen und ganz lebensnahe Themen, wie zum Beispiel das Essensangebot in der Mensa – Stichwort vegetarische und vegane Ernährung. Neben dem Studierendenparlament werden auch zwei studentische Mitglieder für den Senat, das höchste beschlussfassende Gremium der akademischen Selbstverwaltungen, gewählt. Die entsprechenden Vertreter_innen treten dann im Senat neben Professor_innen und Mitarbeiter_innen der Uni für die studentische Belange ein.</p>
<p>All diese Themen betreffen direkt euer Leben an unserer Uni. Achtet also in den nächsten Wochen auf die Wahlkampagnen der einzelnen Hochschulgruppen, um die zu finden, in der ihr eure politischen Interessen wahrgenommen seht. Und geht dann gut informiert zur Wahl. </p>
<p><em>Die Wahlen an der Universität Potsdam finden dieses Jahr vom 3. bis zum 5. Juli statt. Jede_r Studierende hat drei Stimmen fürs Stupa und zwei für den Senat. Außerdem werden die Fakultätsräte neu gewählt.</em></p>
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		<title>&#8220;Mir fällt das einfach leicht&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 10:00:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Franziska Melzer ist festengagierte Schauspielerin am Potsdamer Hans-Otto-Theater. Denis Newiak hat sich mit ihr unterhalten über Glück und Fleiß hinter den Theaterkulissen, den Glanz des Schauspielberufs und das Rätsel leerer Zuschauersäle.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/Interview-Franziska-Melzer-Bildwerkeurheber-HOT.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/Interview-Franziska-Melzer-Bildwerkeurheber-HOT-300x300.jpg" alt="" title="Interview Franziska Melzer - Bildwerkeurheber HOT" width="250" height="250" class="alignleft size-medium wp-image-1185" /></a><em>Franziska Melzer ist festengagierte Schauspielerin am Potsdamer Hans-Otto-Theater. Denis Newiak hat sich mit ihr unterhalten über Glück und Fleiß hinter den Theaterkulissen, den Glanz des Schauspielberufs und das Rätsel leerer Zuschauersäle.</em></p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Wenn sich ein Mensch für BWL oder Physik an der Uni einschreibt, zählt in der Regel der NC. An einer Kunsthochschule läuft das ein bisschen anders, oder?</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Ja, absolut. Es fängt schonmal damit an, dass du dich nicht einschreibst – sondern bewerben musst. Eineinhalb Jahre bin ich getourt und habe mich an so gut wie allen deutschsprachigen Schauspielschulen beworben. Als es dann immer wieder nicht geklappt hat, kam langsam die Verzweiflung: Die „Ernst Busch“ zum Beispiel hat mich drei Mal eingeladen – und dann doch nicht genommen, das ist nervenaufreibend. Bis es an der UdK in Berlin geklappt hat, dauerte es eben, also habe ich solange nebenher Germanistik und Theaterwissenschaft studiert.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Wie läuft dann im Groben so ein Vorsprechen an der Schauspielschule ab?</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Es sind meistens drei Rollen, zum Beispiel Ausschnitte von Monologen, Gedichten und vielleicht ein Lied, aus verschiedenen Epochen oder etwas nach freier Wahl. Manchmal wird auch gefordert, selbst eine eigene Szene auszuarbeiten. Danach heißt es dann entweder, „Kommen Sie wieder!“ – oder eben nicht. An der UdK beispielsweise ging die letzte von insgesamt drei Runden über zwei Tage von morgens bis abends. Leichtgemacht hat es sich die Jury auf keinen jeden Fall.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Du wusstest schon mit vier Jahren, dass du Schauspielerin werden willst – und hast damit einen schweren Weg gewählt. Hattest du manchmal Angst, das eigene Ziel nicht erreichen zu können?</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Als es mit den ganzen Bewerbungen nicht geklappt hat, war das schon ziemlich schrecklich. Und nach dem Studium hatte ich total Angst, dass ich kein Engagement bekomme. Von einigen meiner ehemaligen Kommiliton_innen weiß ich, dass sie es irgendwie geschafft haben, andere aber machen nach dem Studium noch eine Yoga-Ausbildung oder sowas, um sich über Wasser halten zu können. Es gibt eben einfach zu viele Schauspieler_innen, da ist die Zukunft unsicher.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Das klingt auch so, als wäre in der Branche viel von der Gunst anderer Leute und vom Glück abhängig.</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Das mag sein, ein_e Schauspieler_in ist wirklich sehr abhängig davon, zu gefallen, etwa der Regie oder dem Publikum. Aber ich versuche mich davon frei zu machen und suche mir meine Gestaltungsräume. Wenn ich ständig mit dem Bewusstsein meiner Abhängigkeit leben und arbeiten müsste, würde ich verrückt werden. Aber natürlich ist das nicht alles, zum erfolgreichen Schauspiel gehört viel mehr als Glück. Zum Beispiel bin ich auch sehr fleißig, da hängt viel von ab.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Ist es auch nur Fleiß, wenn du es schaffst, endlose Texte auswendig zu lernen und auf der Bühne noch gleichzeitig zu tanzen, zu singen und zu spielen?</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Ich muss es sagen, wie es ist: Mir fällt das einfach leicht. Das ist aber völlig unterschiedlich: Ich kenne Kolleg_innen, für die das harte Arbeit ist, die das aufsprechen und jeden Abend abhören müssen. Doch auch wenn ich keine großen Textprobleme habe, bereite ich mich trotzdem auf jede Vorstellung sehr ausgiebig vor. Es ist also beides – ein bisschen Begabung und viel Disziplin.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Du hast einst in einem Interview gesagt, du seist Schauspielerin geworden, um „Prinzessin“ zu sein.</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> (lacht) Das stimmt, aber was in dem Artikel nicht stand: Es bezog sich auf „My Fair Lady“, wo ich im Glitzerkleid als Ballkönigin über die Bühne tanzen darf. Und nur darauf. Aber klar: Der Beruf hat einen gewissen Glanz.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Deine Rollen haben aber oft wenig Glanz, in der Regel spielst du vom Leben gebeutelte und geschrammte Frauen mit zu viel Lebenserfahrung. Fällt es da abends schwer, einfach wieder Franziska zu sein?</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Während meiner ersten Spielzeit bin ich jeden zweiten Abend gestorben, hatte üble Krankheiten und mir wurde mehrfach pro Abend das Herz gebrochen. Das ist natürlich nicht einfach, wenn du so viel Lebenszeit in traurigen Situationen verbringt. Depressiv bin ich abends deswegen aber nicht, denn ich nehme mir auch die Zeit, wieder „runterzukommen“.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> In einem anderen Interview meintest du, du stündest für die Phantasie auf der Bühne, nicht für den Beifall. Im HOT musst du manchmal vor vierzig Leuten spielen. Fällt einem der leere Zuschauersaal von der Bühne aus auf oder könntest du auch ohne Publikum schauspielen?</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> (lacht) Ohne Publikum&#8230; Nein, natürlich fällt einem das auf! Bei einer Komödie zum Beispiel ist das total bescheuert. Die macht nur Sinn, wenn Menschen da sind, die lachen und sich freuen. Wenn aber in der Reithalle bei einem ernsteren Stück vierzig Leute sitzen und du an den Gesichtern erkennen kannst, dass es den Leuten etwas bedeutet, dann spüre ich das auch. Ohne Publikum geht es natürlich nicht, dann ist Theater sinnlos.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Als 23jähriger ziehe ich in der Regel den Altersschnitt des Publikums im HOT um gefühlte 20 Jahre runter, vor allem bei den „ernsteren“ Stücken. Beim „Nackten Wahnsinn“ hingegen gehörte ich schon fast zum alten Kaliber…</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Ja, das ist das große Rätsel! Wir wundern uns und wundern uns! „Der Nackte Wahnsinn“ ist ja für ein älteres Publikum gemacht – doch stattdessen rennen uns die Schulklassen die Türen ein. Auch mit den Musicals wollen wir eigentlich mehr diejenigen abdecken, die sonst von „zu viel Blut“ auf der Bühne verschreckt werden, stattdessen kommen die jungen Leute. Bei Schiller hingegen zeigt sich schon jetzt im Vorkauf, dass die Schulen da viel weniger Interesse haben, obwohl „Don Carlos“ auf dem Lehrplan steht. An anderen Theatern ist es wieder völlig anders…</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Ihr scheint euch da eine Menge Gedanken zu machen.</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Na klar. Zum Glück ist es ja im Vergleich zum ersten Jahr viel besser geworden. Unser Intendant muss sich ja ständig rechtfertigen, wenn die Zahlen nicht stimmen. Es geht uns darum, Kunst zu machen, die Diskussionen anregt und die Lebensumstände von heute reflektiert, und die Menschen zu unterhalten. Es geht nur beides in Kombination. Wenn ich da aber an Sprüche im Gästebuch wie „My Fair Lady, das war klasse – mehr davon, dann stimmt die Kasse!“ denke, stößt es mir ganz übel auf. Diese Frage nach dem Nutzen und der Nützlichkeit von Kunst ist einfach so kurzgegriffen, so kapitalistisch durchdrungen! Oh weh! Derjenige, der das so flott ins Buch geschrieben hat, ist sich wahrscheinlich gar nicht im Klaren darüber, wie tief das ist – was das über ihn aussagt.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Was würdest du selbst gern mal auf die Bühne bringen?</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> „Orlando“ von Virgina Woolf, das wäre die ultimative Rolle für mich! Es ist einfach das schönste Buch, sehr poetisch, voller Geheimnisse und – Herausforderungen. Das würde mich sehr reizen.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Uns auch. Danke für das </em>Gespräch!</p>
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