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	<title>speakUP &#187; campusKULTUR</title>
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	<description>Studierendenzeitschrift der Universität Potsdam.</description>
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		<title>&#8220;Spielt einfach drauf los&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 10:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[campusKULTUR]]></category>
		<category><![CDATA[Der Nackte Wahnsinn]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Otto-Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass das Showbusiness ein hartes Geschäft sein soll, wissen wir nicht erst seit Bohlens wöchentlichen Weisheiten bei DSDS. Während vor den Kulissen sich die Profis vom Fach bemühen, das Publikum in eine andere – mal glitzernde, mal eingestaubte – Welt zu entführen, fliegen hinter der Bühne die Fetzen: Intrigen, Geiz und Neid machen den Künstler_innen das Leben schwer. Das Potsdamer Hans-Otto-Theater lässt die Hüllen fallen und zeigt, wie es hinter der Bühne zugehen kann. Denis Newiak hat für euch den „Nackten Wahnsinn“ miterlebt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dass das Showbusiness ein hartes Geschäft sein soll, wissen wir nicht erst seit Bohlens wöchentlichen Weisheiten bei DSDS. Während vor den Kulissen sich die Profis vom Fach bemühen, das Publikum in eine andere – mal glitzernde, mal eingestaubte – Welt zu entführen, fliegen hinter der Bühne die Fetzen: Intrigen, Geiz und Neid machen den Künstler_innen das Leben schwer. Das Potsdamer Hans-Otto-Theater lässt die Hüllen fallen und zeigt, wie es hinter der Bühne zugehen kann. Denis Newiak hat für euch den „Nackten Wahnsinn“ miterlebt.</em></p>
<p>„Stell dir einfach vor, du wärst Schauspieler!“, ruft der Regisseur aus sicherer Entfernung Richtung Bühne. Die Darsteller_innen wollen auch während der Hauptprobe nicht so, wie es der in schwarz gekleidete, struppig-grauhaarige Mann mit Sonnenbrille, wahlweise im Rollkragenpullover oder klischeebelastetem Schal, gern haben würde; stattdessen mühen sie sich damit ab, während dieser nicht enden wollenden nächtlichen Probe zwei nicht zu verwechseln, wann und wo zu welcher Textzeile Requisiten herumgerückt oder unzählige Türen geöffnet oder geschlossen werden müssen. Wenige Stunden vor der  Premiere zittert die weinerliche Regieassistentin wie an einen Hochspannungsgenerator angeschlossen, die Schauspieler_innen rennen der Reihe nach heulend oder mit Nasenbluten von der Bühne, während der überarbeitete Bühnentechniker sich schon darauf vorbereitet, spontan die eine oder andere Rolle zu übernehmen.</p>
<p><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/Artikel-HOT-Bildwerkurheber-HL-B-hme_grau.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/Artikel-HOT-Bildwerkurheber-HL-B-hme_grau-300x199.jpg" alt="" title="Artikel HOT - Bildwerkurheber HL B-hme_grau" width="300" height="199" class="alignleft size-medium wp-image-1157" /></a></p>
<p>Im zweiten Akt wechselt die Perspektive des Publikums vom Blickwinkel des Regisseurs zur versteckten Kamera hinter der Bühne während einer Aufführung. Nun rücken die Beziehungen im Stab in den Mittelpunkt: Die Regieassistenz erwartet ein Kind vom Regisseur, irgendwie ist jede_r auf jede_n eifersüchtig und so manche_r Darsteller_in stellt den eigenen Stolz oder gezwungenermaßen den Suff vor das Gelingen des Stücks. Keine Überraschung, dass es nun drunter und drüber geht. Allmählich greift das „echte Leben“ mit allen Sorgen und Schwächen der Darsteler_innen auf den autarken Schutzraum des Künstlichen, das Theater, über und zersetzt es mit seiner Natürlichkeit. Doch auch wenn das Ensemble unvollständig ist, hinter der Bühne eine Schlägerei losgeht oder sich die Besetzung gegenseitig die Ärmel verknotet, gilt nur eine Devise:<em> The show must go on.</em></p>
<p>Wer in „Der Nackte Wahnsinn“ im Publikum sitzt, könnte fast glauben, dass der Theaterbetrieb wie ein wahr gewordenes „Haus, das Verrückte macht“ funktioniert, oder eben auch nicht funktioniert. Eigentlich müssten die Zuschauer_innen in Tränen ausbrechen, so wie es sonst bei den nicht gerade zimperlichen Inszenierungen am „HOT“ üblich ist. Doch wenn hier im Publikumsrang die Tränen kullern, dann nicht aus Traurigkeit, sondern aus kreischendem Lachen heraus. Vielleicht schicken auch deswegen so viele Lehrer_innen ihre Klassen in das Stück von Michael Frayn: in der Hoffnung, den Schüler_innen das „wahre Leben“ am Theater zu zeigen und ihnen das Bühnenschauspiel gleichzeitig schmackhaft machen zu können. Auf jeden Fall müssen sich Studierende beim „Nackten Wahnsinn“ ausnahmsweise nicht wie ein Quotenstudi vorkommen, der den Altersdurchschnitt des Publikums drücken soll. Anscheinend wollen junge Menschen auch mal lachen dürfen.</p>
<p>Das ist hier ausdrücklich erlaubt. Doch was ist hier noch ‚echt‘, was die Parodie? „Das Stück ist schon sehr lustig, aber in echt ist es noch viel lustiger, komplizierter, böser, krasser“, sagt Franziska Melzer, die im „Nackten Wahnsinn“ als Belinda Blair mütterlich versucht, den kurz vor dem Zusammenbruch stehenden Laden irgendwie zusammenzuhalten. Zwar gäbe es im Potsdamer Hans-Otto-Theater weniger Beziehungsintrigen als in jedem Großraumbüro, aber dass der Regisseur während der Proben mal lauter und bestimmter wird, das sei schon zutreffend. Da merken die Darsteller_innen, wo sie stehen: „Theater ist ein hierarchischer Betrieb. Der Regisseur ist der Chef,“ meint die 30jährige. Doch egal, wie hoch es in der Probe hergeht, wie viel gezankt wird oder Meinungsdifferenzen zum Werk bestehen: „Das Stück wird durchgezogen. Am nächsten Morgen sieht man sich ja wieder.“<br />
Im dritten Akt, zu welchem das Publikum nach einer nötigen Verschnaufpause wieder zum Publikum wird, hat das Chaos seine Beschreibbarkeit verloren, die Absurdität ist kaum noch zu steigern. Die verzweifelte fragende Forderung „Abbrechen?“ schallt über die Bühne, die Vorführung steht kurz vor dem GAU. Doch das kommt gar nicht in Frage. Einfach aussteigen geht nicht – auf der Bühne genauso wenig wie hinter der Bühne. Im Zweifelsfall wird improvisiert, bis es kracht. Eigentlich wie im wahren Leben.</p>
<p><em>„Der Nackte Wahnsinn“ am 7., 15. und 29. April sowie am 20. und 26. Mai im Neuen Theater des Hans-Otto-Theaters Potsdam. <a href="http://www.hansottotheater.de" title="Hans-Otto-Theater" target="_blank">www.hansottotheater.de</a></p>
<p><a href="http://www.speakup.to/mir-faellt-das-einfach-leicht" target="_blank">Wie funktioniert der Theaterbetrieb wirklich? Franziska Melzer gab uns im Interview einen Einblick in ihr Leben am Hans-Otto-Theater.</a></em></p>
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		<title>&#8220;Mir fällt das einfach leicht&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 10:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ganz vorn]]></category>
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		<description><![CDATA[Franziska Melzer ist festengagierte Schauspielerin am Potsdamer Hans-Otto-Theater. Denis Newiak hat sich mit ihr unterhalten über Glück und Fleiß hinter den Theaterkulissen, den Glanz des Schauspielberufs und das Rätsel leerer Zuschauersäle.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/Interview-Franziska-Melzer-Bildwerkeurheber-HOT.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/04/Interview-Franziska-Melzer-Bildwerkeurheber-HOT-300x300.jpg" alt="" title="Interview Franziska Melzer - Bildwerkeurheber HOT" width="250" height="250" class="alignleft size-medium wp-image-1185" /></a><em>Franziska Melzer ist festengagierte Schauspielerin am Potsdamer Hans-Otto-Theater. Denis Newiak hat sich mit ihr unterhalten über Glück und Fleiß hinter den Theaterkulissen, den Glanz des Schauspielberufs und das Rätsel leerer Zuschauersäle.</em></p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Wenn sich ein Mensch für BWL oder Physik an der Uni einschreibt, zählt in der Regel der NC. An einer Kunsthochschule läuft das ein bisschen anders, oder?</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Ja, absolut. Es fängt schonmal damit an, dass du dich nicht einschreibst – sondern bewerben musst. Eineinhalb Jahre bin ich getourt und habe mich an so gut wie allen deutschsprachigen Schauspielschulen beworben. Als es dann immer wieder nicht geklappt hat, kam langsam die Verzweiflung: Die „Ernst Busch“ zum Beispiel hat mich drei Mal eingeladen – und dann doch nicht genommen, das ist nervenaufreibend. Bis es an der UdK in Berlin geklappt hat, dauerte es eben, also habe ich solange nebenher Germanistik und Theaterwissenschaft studiert.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Wie läuft dann im Groben so ein Vorsprechen an der Schauspielschule ab?</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Es sind meistens drei Rollen, zum Beispiel Ausschnitte von Monologen, Gedichten und vielleicht ein Lied, aus verschiedenen Epochen oder etwas nach freier Wahl. Manchmal wird auch gefordert, selbst eine eigene Szene auszuarbeiten. Danach heißt es dann entweder, „Kommen Sie wieder!“ – oder eben nicht. An der UdK beispielsweise ging die letzte von insgesamt drei Runden über zwei Tage von morgens bis abends. Leichtgemacht hat es sich die Jury auf keinen jeden Fall.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Du wusstest schon mit vier Jahren, dass du Schauspielerin werden willst – und hast damit einen schweren Weg gewählt. Hattest du manchmal Angst, das eigene Ziel nicht erreichen zu können?</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Als es mit den ganzen Bewerbungen nicht geklappt hat, war das schon ziemlich schrecklich. Und nach dem Studium hatte ich total Angst, dass ich kein Engagement bekomme. Von einigen meiner ehemaligen Kommiliton_innen weiß ich, dass sie es irgendwie geschafft haben, andere aber machen nach dem Studium noch eine Yoga-Ausbildung oder sowas, um sich über Wasser halten zu können. Es gibt eben einfach zu viele Schauspieler_innen, da ist die Zukunft unsicher.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Das klingt auch so, als wäre in der Branche viel von der Gunst anderer Leute und vom Glück abhängig.</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Das mag sein, ein_e Schauspieler_in ist wirklich sehr abhängig davon, zu gefallen, etwa der Regie oder dem Publikum. Aber ich versuche mich davon frei zu machen und suche mir meine Gestaltungsräume. Wenn ich ständig mit dem Bewusstsein meiner Abhängigkeit leben und arbeiten müsste, würde ich verrückt werden. Aber natürlich ist das nicht alles, zum erfolgreichen Schauspiel gehört viel mehr als Glück. Zum Beispiel bin ich auch sehr fleißig, da hängt viel von ab.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Ist es auch nur Fleiß, wenn du es schaffst, endlose Texte auswendig zu lernen und auf der Bühne noch gleichzeitig zu tanzen, zu singen und zu spielen?</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Ich muss es sagen, wie es ist: Mir fällt das einfach leicht. Das ist aber völlig unterschiedlich: Ich kenne Kolleg_innen, für die das harte Arbeit ist, die das aufsprechen und jeden Abend abhören müssen. Doch auch wenn ich keine großen Textprobleme habe, bereite ich mich trotzdem auf jede Vorstellung sehr ausgiebig vor. Es ist also beides – ein bisschen Begabung und viel Disziplin.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Du hast einst in einem Interview gesagt, du seist Schauspielerin geworden, um „Prinzessin“ zu sein.</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> (lacht) Das stimmt, aber was in dem Artikel nicht stand: Es bezog sich auf „My Fair Lady“, wo ich im Glitzerkleid als Ballkönigin über die Bühne tanzen darf. Und nur darauf. Aber klar: Der Beruf hat einen gewissen Glanz.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Deine Rollen haben aber oft wenig Glanz, in der Regel spielst du vom Leben gebeutelte und geschrammte Frauen mit zu viel Lebenserfahrung. Fällt es da abends schwer, einfach wieder Franziska zu sein?</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Während meiner ersten Spielzeit bin ich jeden zweiten Abend gestorben, hatte üble Krankheiten und mir wurde mehrfach pro Abend das Herz gebrochen. Das ist natürlich nicht einfach, wenn du so viel Lebenszeit in traurigen Situationen verbringt. Depressiv bin ich abends deswegen aber nicht, denn ich nehme mir auch die Zeit, wieder „runterzukommen“.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> In einem anderen Interview meintest du, du stündest für die Phantasie auf der Bühne, nicht für den Beifall. Im HOT musst du manchmal vor vierzig Leuten spielen. Fällt einem der leere Zuschauersaal von der Bühne aus auf oder könntest du auch ohne Publikum schauspielen?</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> (lacht) Ohne Publikum&#8230; Nein, natürlich fällt einem das auf! Bei einer Komödie zum Beispiel ist das total bescheuert. Die macht nur Sinn, wenn Menschen da sind, die lachen und sich freuen. Wenn aber in der Reithalle bei einem ernsteren Stück vierzig Leute sitzen und du an den Gesichtern erkennen kannst, dass es den Leuten etwas bedeutet, dann spüre ich das auch. Ohne Publikum geht es natürlich nicht, dann ist Theater sinnlos.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Als 23jähriger ziehe ich in der Regel den Altersschnitt des Publikums im HOT um gefühlte 20 Jahre runter, vor allem bei den „ernsteren“ Stücken. Beim „Nackten Wahnsinn“ hingegen gehörte ich schon fast zum alten Kaliber…</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Ja, das ist das große Rätsel! Wir wundern uns und wundern uns! „Der Nackte Wahnsinn“ ist ja für ein älteres Publikum gemacht – doch stattdessen rennen uns die Schulklassen die Türen ein. Auch mit den Musicals wollen wir eigentlich mehr diejenigen abdecken, die sonst von „zu viel Blut“ auf der Bühne verschreckt werden, stattdessen kommen die jungen Leute. Bei Schiller hingegen zeigt sich schon jetzt im Vorkauf, dass die Schulen da viel weniger Interesse haben, obwohl „Don Carlos“ auf dem Lehrplan steht. An anderen Theatern ist es wieder völlig anders…</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Ihr scheint euch da eine Menge Gedanken zu machen.</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> Na klar. Zum Glück ist es ja im Vergleich zum ersten Jahr viel besser geworden. Unser Intendant muss sich ja ständig rechtfertigen, wenn die Zahlen nicht stimmen. Es geht uns darum, Kunst zu machen, die Diskussionen anregt und die Lebensumstände von heute reflektiert, und die Menschen zu unterhalten. Es geht nur beides in Kombination. Wenn ich da aber an Sprüche im Gästebuch wie „My Fair Lady, das war klasse – mehr davon, dann stimmt die Kasse!“ denke, stößt es mir ganz übel auf. Diese Frage nach dem Nutzen und der Nützlichkeit von Kunst ist einfach so kurzgegriffen, so kapitalistisch durchdrungen! Oh weh! Derjenige, der das so flott ins Buch geschrieben hat, ist sich wahrscheinlich gar nicht im Klaren darüber, wie tief das ist – was das über ihn aussagt.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Was würdest du selbst gern mal auf die Bühne bringen?</em></p>
<p><strong>Melzer:</strong> „Orlando“ von Virgina Woolf, das wäre die ultimative Rolle für mich! Es ist einfach das schönste Buch, sehr poetisch, voller Geheimnisse und – Herausforderungen. Das würde mich sehr reizen.</p>
<p><strong>speakUP:</strong><em> Uns auch. Danke für das </em>Gespräch!</p>
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		<title>Auf der Welt nichts Neues</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 22:37:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<category><![CDATA[Internationale Filmfestspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Kinematographie]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Retrospektive]]></category>

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		<description><![CDATA[Zehn lange Festivaltage liegen hinter dem internationalen Publikum, welches zur 62. Berlinale angereist war, um sich über die aktuellsten Entwicklungen in der Welt der Kinematographie zu informieren. Auf den Internationalen Filmfestspielen lassen sich länderübergreifende Trends ablesen – nicht nur filmische: Das Festival dient als globales Barometer für die Stimmung auf der Welt unserer Gegenwart.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="../wp-content/uploads/2012/03/berlinale-2012.jpg" alt="62. Berlinale" align="left"/><em>Zehn lange Festivaltage liegen hinter dem internationalen Publikum, welches zur 62. Berlinale angereist war, um sich über die aktuellsten Entwicklungen in der Welt der Kinematographie zu informieren. Auf den Internationalen Filmfestspielen lassen sich länderübergreifende Trends ablesen – nicht nur filmische: Das Festival dient als globales Barometer für die Stimmung auf der Welt unserer Gegenwart. Von der Berlinale und den diesjährigen Preisträger_innen berichtet euch Denis Newiak.</em></p>
<p>Seitdem die Staaten in Europa nach dem „Schwarzen Freitag“ an allen Ecken und Enden sparen, wächst die Armut unter der arbeitenden Bevölkerung stetig an: Immer mehr Menschen – vor allem diejenigen, die ohnehin schon am Hungertuch nagen – verlieren ihre Arbeit und sind auf Almosen angewiesen. Von den Schulden erdrückt, verlieren sie ihre Wohnungen und ihr letztes Hab und Gut, viele werden obdachlos. Polizist_innen versuchen, die Jugendlichen einzufangen, die auf der Straße dahinvegetieren und ihr Leben durch Kriminalität zu meistern versuchen. Immer mehr Menschen werden anfällig für die fremdenfeindliche und menschenverachtende Ideologie der Nazis, die zunehmend an Kraft gewinnen und sich mörderisch radikalisieren. Während Europa zu einem Armenhaus wird und auf einen weiteren Weltkrieg zusteuert, lebt eine absolute Minderheit in unaussprechlichem Luxus – und will immer mehr, was ihr nicht zusteht.</p>
<p>Manche Leser_innen könnten nun denken, der Fokus der 62. Berlinale liege auf der Zeit zwischen 1918 und 1933, als Europa kurz vor dem größten Menschheitsverbrechen aller Zeiten stand. Tatsächlich konnten die Besucher_innen der Internationalen Filmfestspiele in Berlin auf der vielfach gelobten Retrospektive unter dem Titel „Die rote Traumfabrik“ zahlreiche bisher wenig berücksichtigte Filme aus den 20er Jahren sehen, die nicht nur in der Sowjetunion, sondern auch in Deutschland über die Missstände auf der sich rasch wandelnden Welt zu Anfang des 20. Jahrhunderts berichten. Dokumentationen mit Titeln wie „Zeitprobleme. Wie der Arbeiter wohnt“, „Im Schatten der Weltstadt“ oder „Um’s täglich Brot“ zeichnen ein schonungsloses Bild einer Welt, die nun fast 100 Jahre zurückliegt – und in vielen Köpfen als überwunden gilt.</p>
<p>So viel zum Blick in die scheinbar ferne Vergangenheit. Doch auf der Berlinale laufen insgesamt fast 400 Filme – und davon gehört nur ein kleiner Bruchteil zur jährlichen Retrospektive, die sich dieses Jahr den „roten“ kritischen Filmen widmete. Das Erschreckende: Auch unter den meisten aller anderen Filme werden die Zuschauer_innen es sehr schwer haben, einen zu finden, der nicht gesellschaftskritisch ist. Das Publikum in den zeitgenössischen Filmen wie „Kriegerin“ über eine junge Deutsche, die der Neonazi-Szene verfällt, dem Tagungsmitschnitt „Angriff auf die Demokratie“ mit düsteren Analysen zur krisengeplagten Welt von heute oder dem schweizerisch-französischen Jugenddrama „L&#8217;enfant d&#8217;en haut“ („Schwester“) mussten sich erneut fragen, was die Menschheit eigentlich so die letzten einhundert Jahre getrieben hat, dass sie großenteils immer noch mit wenigen Litern Wasser pro Mensch und Tag auskommen und in dreckigen und gesundheitsschädlichen Wohnungen oder Zelten hausen muss, dass sich Menschen noch einsamer und vergessener fühlen als vor den Weltkriegen, oder dass die alten verklärenden Rechtsaußen-Ideologien von damals nun wieder aufleben. Was ist hier schief gelaufen?</p>
<p>Die Berlinale ist kein Kindergeburtstag. Wer als Festivalbesucher_in glaubt, fröhlich von einem unterhaltenden Film zum anderen schlendern zu können, wird schnell desillusioniert. Die Berlinale ist ein politisches Filmfestival und schonungslos. Sie bietet uns mit ihren facettenreichen Bildern eine seltene Gelegenheit, das Fenster unseres mit Ikea-Möbeln ausgestatteten WG- oder Studiwohnheim-Zimmers zu öffnen und einen tiefen Blick nach draußen zu wagen, sonst ungesehene Welten kennen zu lernen, Althergebrachtes zu hinterfragen und Fremdes und Neues besser zu verstehen. Natürlich kann dann der Theatergast vor der Leinwand im Saal am Potsdamer Platz, im Friedrichstadt-Palast oder in einem der vielen teilnehmenden Kiezkinos nicht viel unternehmen: Er kann höchstens die Hände vor das Gesicht werfen, ein Taschentuch zur Hand nehmen oder weinend oder völlig blass die Vorführung verlassen. Doch das reicht nicht. Das Wichtigste kommt erst danach.</p>
<p>Mit den goldenen, silbernen und gläsernen Bären – den vielleicht wichtigsten Filmpreisen in der deutschen Filmfachwelt – werden die Filmkünstler_innen ausgezeichnet, die besondere Leistungen für die internationale Kinematographie erbracht haben. Ob überraschend unüberraschende Filme wie das DDR-Drama „Barbara“, voller Opfer und frei von Verantwortlichen, oder der für seine besondere Innovativität ausgezeichnete Schwarz-Weiß-Streifen „Tabu“ von Miguel Gomes (der, wie der Künstler selbst sagt, eigentlich ausgerechnet nichts Neues, sondern etwas besonders Altes machen wollte) diese hohen Auszeichnungen verdient haben, ist eine Frage des Geschmacks der Fachjurys. Trotzdem: Auch in diesem Jahr ging der Großteil der Preise an die Filme, die in ansprechender und eindringlicher Form auf Konflikte überall auf der Welt aufmerksam gemacht haben: „L&#8217;enfant d&#8217;en haut“ („Schwester“) über eine als Prostituierte arbeitende Mutter und ihren zwölfjährigen Sohn, der sich aus Scham als den Bruder seiner Mutter ausgibt und jeden Tag in den Wintersportparadiesen der Reichen Equipment zusammenklaut, um das Nötigste zum Überleben kaufen zu können, erhielt den Silbernen Bären. „Csak a szél“ („Just The Wind“) wurde unter anderem mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet und wirft den Fokus auf die brutalen und nicht enden wollenden Roma-Pogrome in Ungarn, welchen in diesem Film drei Generationen – im täglichen Leben erniedrigt, schließlich erschossen – gleichzeitig zum Opfer fallen. Und den Silbernen Bären für das beste Schauspiel nahm Rachel Mwanza mit, die in „Rebelle“ („War Witch“) ein junges Mädchen verkörpert, die in einem afrikanischen Bürgerkrieg ihre Eltern verliert, von Rebellen entführt und zum Morden gezwungen wird und nur überleben kann, weil der Anführer der Rebellen in ihr den Sieg bringende &#8220;Hexenfähigkeiten&#8221; vermutet; ganz nah an der Protagonistin erlebt das Publikum einen Kontinent, welcher noch am völligen Anfang seiner Entwicklung steht, in welchem kaum jemand genug zu essen hat oder lesen kann – doch der gern von der westlichen Welt mit so vielen fürchterlichen Waffen versorgt wird, sodass blutige Auseinandersetzungen förmlich provoziert werden. Dieser Film ist auch ein besonders gutes Beispiel für die vielen Filme auf dem Festival, die sich mit den Problemen der jungen Generation und ihrer chronischen Perspektivlosigkeit auf einem dauerhaft völlig ausgetrockneten globalen Arbeitsmarkt auseinander setzen.</p>
<p>Die Berlinale zeichnet ein düsteres Bild von unserer Welt, so dass es in der Regel keinen Spaß macht, die Filme bis zum Schluss zu sehen. Filme stellen unser Leben in Frage – das in fernen Ländern und hier bei uns im eigenen Wohnzimmer. Doch das macht ja gerade erst die Qualität dieser Kunst aus, macht ein Filmfestival gerade erst wertvoll – und eben nicht die Anwesenheit von gestylten Superstars, die ausgerollten schmutzig getretenen roten Teppiche oder die motorstarken BMW-Limousinen.</p>
<p>Wir sind nicht die ersten, die in einer Welt leben müssen, die am seidenen Faden hängt – die sich schon vor langer Zeit für viele Menschen zu einem realen Alptraum verwandelt hat. Doch hundert Jahre sind in ein kurzer Zeitraum – und trotz allem lässt sich unsere junge Generation nicht das Träumen von Visionen nehmen. Der Film ist dafür der beste Beweis.</p>
<p><em>Ausführliche Filmberichterstattungen von der Berlinale unter <a href="http://denis-newiak.blog.de" target="_blank">denis-newiak.blog.de</a></em></p>
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		<title>Esskultur im Wandel der Zeit: Ein kulinarischer Rundgang</title>
		<link>http://speakup.to/esskultur</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 18:00:38 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Ganz vorn]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
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		<description><![CDATA[Michel Onfray sagte, der ,,Teller zeigt, wozu eine Zeit fähig ist‘‘, doch was bleibt tatsächlich, nachdem die Essensproduktion Sache der Industrie geworden ist? Können exotische Speisen die Lücke der längst vergessenen einheimischen Esskultur füllen? Und wo können Studierende der sinnlichen Lust am Essen in der Potsdamer Innenstadt frönen? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Nach dem was, wir essen, verzehren wir uns. Doch was ist das eigentlich? Sind es die traditionellen Gerichte, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden? Oder exotische Speisen, die uns von fernen Ländern träumen lassen und die Lücke der längst vergessenen einheimischen Esskultur füllen? Und wo können Studierende in Potsdam der sinnlichen Lust des Essens frönen? Von Laura Krause.</em></p>
<p>Die seit der Steinzeit mühsam erworbenen Kenntnisse über genießbare oder gar tödliche Speisen und der Jahrhunderte lange Aufbau eines kollektiven Wissens scheinen den meisten Menschen heute fremd zu sein. Schmecken zu lernen, um das eigene Überleben zu sichern, ist schon lange nicht mehr notwendig. Stattdessen geben sich viele mit Fast Food und Coffee To Go zufrieden und Lebensmitteldesigner profitieren von der Verarmung der Esskultur. Essen muss heute scheinbar besonders schnell gehen, möglichst appetitlich und praktisch verpackt sein und darf nur wenig tropfen oder kleckern. Mit der Entdeckung des Feuers begann der Mensch, die Natürlichkeit der Nahrung erstmals zu bezwingen und durch Zerteilen und Kochen die ursprünglichen Mittel zum Überleben zu ästhetisieren. So wurde die Feuerstelle zum Kontaktort sesshafter Mahlgemeinschaften und die ritualisierten Mahlzeiten verbanden die Gemeinde. Vor allem Frauen waren schon in den frühen Gemeinschaften für die Entwicklung des Geschmacks zuständig und so bildete sich eine geschlechtsspezifische Hierarchie der Nahrungsmittelproduktion heraus. </p>
<p>Geopolitische Expansion und Kolonisierung ließen mit dem Gewürzhandel eine ganz neue Lebenskultur entstehen, die den Alltag zunehmend verfeinerte und die Teilhabe an nahezu paradiesischen Freuden ermöglichte. Doch durch den zunehmenden Bedeutungsverlust christlicher Werte und der Mahlzeit als irdisches Erlebnis des Göttlichen zerbrach die Nahrungsgesellschaft als Glaubensgesellschaft. Mit der einsetzenden Industrialisierung und der Aufhebung der sozialen und spirituellen Einsperrung der Frau war diese nicht länger auf häuslichen Pflichten beschränkt. Der Einstieg der Frau in die öffentliche Erwerbstätigkeit wird deshalb oft als Geburtsstunde der Lebensmittelindustrie gesehen. Die Verantwortlichkeit der Nahrungszubereitung wurde neu geregelt. An die Stelle sinnlicher Mahlzeiten traten Massenproduktion, Normierung und Geschmacksarmut industriell gefertigter Nahrung. Es scheint, als würde sich der Zivilisationsprozess umkehren, indem Mobilität und limitierte Zeit zum Essen Fast Food zur Notwendigkeit machen. Die Lebensmittelindustrie verdrängte somit auch die Tradition der Kochkunst. Michel Onfray sagte, der ,,Teller zeigt, wozu eine Zeit fähig ist‘‘, doch was bleibt, nachdem die Essensproduktion Sache der Industrie geworden ist? Die Antwort ist augenscheinlich: Stoffwechselprobleme, Zunahme von Übergewicht und Krankheiten wie Diabetes und der Verlust der sinnlichen Erfahrung beim Essen. </p>
<p>Doch wonach verzehren wir uns wirklich? Trotz der Abgabe der Verantwortung beim Kochen, ließ die industrialisierte Nahrung auch zahlreiche Gegenbewegungen entstehen. So entwickelte sich das Genre der Kochbücher, Fernsehköche wie Jamie Oliver und TV-Sendungen wie das Perfekte Dinner werden immer populärer. Die Zunahme an sportlichen Freizeitaktivitäten lässt immer mehr Raum für das Bewusstsein über den eigenen Körper und den Wunsch nach gesunder und kalorienarmer Nahrung.<div id="attachment_827" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fotolia_1005060_M-c-Ekaterina-Pokrovsky-Fotolia.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fotolia_1005060_M-c-Ekaterina-Pokrovsky-Fotolia-300x239.jpg" alt="Gesunde Ernährung trotz Mobilität im Alltag" title="Gesunde Ernährung trotz Mobilität im Alltag" width="300" height="239" class="size-medium wp-image-827" /></a><p class="wp-caption-text">Gesunde Ernährung trotz Mobilität im Alltag</p></div>Andere entspannen sich als Ausgleich zum stressigen Alltag in Kochkursen und wer keine Zeit zum Selberkochen hat, sucht eines der internationalen Restaurants auf. Auch im Kontext interkultureller Verständigung besitzt das gemeinschaftliche Erlebnis des Essens eine zentrale Bedeutung. Die Bewegung des Ethnic Food ermöglicht es, Teile einer anderen Kultur essend aufzunehmen und neue kulinarische Werte zu entdecken. Auch die Innenstadt Potsdams ist reich an Kulinarik. Wer einen Tag lang richtig schlemmen möchte, kann im Daily Coffee mit frischen Bagels in schöner Atmosphäre in den Tag starten. Wer es lieber süß mag, geht in die Crêperie Madeleine, in der vor den Augen des Gastes die leckeren Buchweizen-Crêpes zubereitet werden. Mittags bietet sich die russische Teestube Alexandrowka mit einer heißen Schüssel Borschtsch oder frischen Pelmeni an. Für Liebhaber_innen vegetarischer Küche lässt sich das Café Kieselstein empfehlen, dass nur Produkte aus biologischem Anbau serviert und mit ständig wechselnden Tagesangeboten lockt. Ein wirkliches Erlebnis für die Sinne ist der Kambodschaner My Keng. Ob Glasnudeln in Ingwer-Honig-Sauce oder gebratene Hühnerspieße, das Restaurant hat für jeden Geschmack etwas im Repertoire. Zu Kaffee und Kuchen empfiehlt sich das Café Poffertjes en Pannekoeken, das die original holländischen Leckereien anbietet. Wer es hingegen lieber klassisch mag, geht ins Café Guam, das täglich bis zu 19 verschiedene Sorten Käsekuchen anbietet. Zu besonderen Anlässen lädt das Fischrestaurant Der Butt ein oder das Restaurant Waage, eine italienische Gaststätte mit Gourmetcharakter. Der kulinarische Rundgang durch Potsdam endet mit einem Arrangement aus Schokoladendesserts. Die Schokoladenvariation von La Maison du Chocolat reicht gut für zwei Personen und ist eine tolle Möglichkeit, für wenig Geld die verschiedenen Leckereien zu probieren. Gerade weil die Nahrung Grundlage all der Energie ist, die wir zum Arbeiten, Studieren und Leben benötigen, ist es ratsam, sich ein paar Mal die Woche mit frisch gekochten Speisen im Restaurant oder aber zu Hause zu belohnen, denn man ist bekanntlich, was man isst.</p>
<p><a href="kulinarischer-rundgang">Wo befinden sich die vorgestellten Restaurants in Potsdam? Hier findest du die besten kulinarischen Genüsse Potsdams!</a> </p>
<p><em>Im aktuellen speakUP-Heft findest du vier Gutscheine von Potsdamer Gastronom_innen. Damit du diese Gutscheine auch nutzen kannst, ohne das Heft zu haben, kannst du <a href="wp-content/uploads/2012/02/speakUP-Nr-8-Esskultur-im-Wandel-mit-Gutscheinen.pdf" target="_blank">den Artikel samt Gutscheinen hier herunterladen</a>.</em></p>
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		<title>Ein kulinarischer Rundgang durch Potsdam: Restauranttipps</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 18:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Essen]]></category>
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		<category><![CDATA[kulinarischer Rundgang]]></category>
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		<category><![CDATA[Nahrungsgemeinschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Wo befinden sich die vorgestellten Restaurants in Potsdam? Hier findest du die besten kulinarischen Genüsse Potsdams!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_893" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fotolia_11675926_S-c-elypse-Fotolia.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fotolia_11675926_S-c-elypse-Fotolia-300x200.jpg" alt="Internationale Esskultur in Potsdam" title="Internationale Esskultur in Potsdam" width="300" height="200" class="size-medium wp-image-893" /></a><p class="wp-caption-text">Internationale Esskultur in Potsdam</p></div>
<p><strong>Alexandrowka Haus1: Russisches Restaurant und Teestube</strong><br />
<a href="http://www.alexandrowka-haus1.de/index.htm" target="_blank">http://www.alexandrowka-haus1.de/index.htm</a><br />
Russische Kolonie 1, 14469 Potsdam<br />
0331-20 06 478<br />
Tipp: Klassiker wie Borschtsch oder Pelmeni mit Sauerrahm oder süß gefüllt mit Trockenfrüchten.</p>
<p><strong>Café Guam</strong><br />
<a href="http://www.cafe-guam.de/" target="_blank">http://www.cafe-guam.de/</a><br />
Mittelstr. 38<br />
14467 Potsdam<br />
Tipp: Täglich bis zu 19 verschiedene Sorten Käsekuchen.</p>
<p><strong>Café Kieselstein</strong><br />
biologisch-vegetarisch-lecker<br />
<a href="http://www.cafe-kieselstein.de/" target="_blank">http://www.cafe-kieselstein.de/</a><br />
Hegelallee 23<br />
(im ehemaligen Werner-Alfred-Bad)<br />
14467 Potsdam<br />
0331-9793044<br />
Tipp: Alle Zutaten sind 100% biologisch gewachsen, zudem gibt es einen monatlichen Brunch, herzhafte Quiches und orientalische Spezialitäten. </p>
<p><strong>Crêperie La Madeleine</strong><br />
<a href="http://www.creperie-potsdam.de/" target="_blank">http://www.creperie-potsdam.de/</a><br />
Lindenstrasse 9<br />
14467 Potsdam<br />
0331 – 270 5400<br />
Tipp: Die süßen oder herzhaften Buchweizen-Crêpes werden vor den Augen des Gastes frisch zubereitet.</p>
<p><strong>Daily Coffee</strong><br />
<a href="http://www.daily-coffee.com/daily_coffee_intro.php" target="_blank">http://www.daily-coffee.com/daily_coffee_intro.php</a><br />
Friedrich-Ebert-Str. 31<br />
14467 Potsdam<br />
0331 20 11 979<br />
Tipp: Hier beginnt der Tag mit einem guten Frühstück.</p>
<p><strong>Der Butt</strong><br />
<a href="http://www.der-butt.de/">http://www.der-butt.de/</a><br />
Gutenbergstraße 25<br />
14467 Potsdam<br />
0331/2006066<br />
Tipp: Fischrestaurant mit Auszeichnung für besondere Anlässe.</p>
<p><strong>La Maison du Chocolat</strong><br />
<a href="http://www.schokoladenhaus-potsdam.de/#uberuns">http://www.schokoladenhaus-potsdam.de/#uberuns</a><br />
Benkerstraße 20<br />
Holländisches Viertel<br />
14467 Potsdam<br />
0331-237 07 30<br />
Tipp: Die Schokoladenvariation La Maison du Chocolat, reicht für zwei Personen und ist toll, um verschiedenste Kreationen zu probieren.</p>
<p><strong>Poffertjes en Pannekoeken</strong><br />
Holländisches Café<br />
<a href="http://www.poffertjes-en-pannekoeken.de/">http://www.poffertjes-en-pannekoeken.de/</a><br />
Mittelstraße 32<br />
14467 Potsdam<br />
0331-2012179<br />
Tipp: Eierkuchen in allen Formen und Varianten, süß oder herzhaft.<br />
<strong><br />
Restaurant Waage</strong><br />
<a href="http://www.restaurant-waage.de/">http://www.restaurant-waage.de/</a><br />
Am Neuen Markt 12<br />
14467 Potsdam<br />
0331-8170674<br />
Tipp: Italienisches Essen im Gourmetstil und für für besondere Anlässe.</p>
<p><strong>Sushi-Bar und Kambodschaner My Keng</strong><br />
<a href="http://www.mykeng.de/page/">http://www.mykeng.de/page/</a><br />
Brandenburger Str. 20<br />
14467 Potsdam<br />
0331-9793044<br />
Tipp: Große, relativ günstige Vorspeisen und kambodschanische Küche mit tollen Gewürzen.</p>
<p><a href="esskultur">Hier geht&#8217;s weiter zum vollständigen Artikel über die Esskultur in Potsdam</a></p>
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		<title>Chado: Der Teeweg</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 18:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[campusKULTUR]]></category>
		<category><![CDATA[Chado]]></category>
		<category><![CDATA[Gelassenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Harmonie]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhe]]></category>
		<category><![CDATA[Tee]]></category>
		<category><![CDATA[Teeweg]]></category>

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		<description><![CDATA[Tee – ein Getränk voller Geschichte und Kultur, welches den gestressten Studierenden gerade in der kalten, winterlichen Prüfungsphase ein kleines Stück innerer Ruhe, Ausgeglichenheit und Wärme spendet. Von der Kultivierung zum Genuss, untermalt durch fernöstliche Lebensphilosophie: Klick dich rein und erfahre mehr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Das am häufigsten konsumierte Getränk in Deutschland ist der Kaffee, mit einer durchschnittlichen Menge von 150 Litern im Jahr; Tendenz steigend. Doch es gibt auch eine Alternative, die den gestressten Studierenden gerade in der Prüfungsphase ein kleines Stück innerer Ruhe und Ausgeglichenheit gibt: Der Tee. Von Franziska Schulze und Martin Gebauer.</em></p>
<p>Die Wurzeln des Getränks lassen sich nur noch schwer nachvollziehen und sowohl China, Japan als auch Indien könnten seine Wiege sein. Einer Legende aus China nach, soll der Kaiser Shen-Nung etwa 3000 Jahre vor Christus in seinem Palastgarten den ersten Tee entdeckt haben. Angeblich wandelte er mit einer Schale voll abgekochten und aromatisierten Wassers umher, in welche einige Blätter von einem nahen Strauch geweht wurden. Wie von Geisterhand verfärbte sich des Kaisers Wasser goldbraun und der köstlich, herbe Geschmack und die wohltuende Wirkung begeisterten  Shen-Nung; der Teestrauch wurde entdeckt. Ob Wahrheit oder nicht, der Tee erfreut sich seither auf der ganzen Erde großer Beliebtheit.<br />
Allerdings ist nicht alles Tee, wo auch Tee drauf steht. Im eigentlichen Sinn sind nämlich der Früchtetee und der Kräutertee keine echten Tees wie zum Beispiel Schwarzer und Grüner Tee, sondern nur dem Tee ähnliche Produkte. Eine lange Prozedur liegt hinter den von Teesträuchern gepflückten Blättern, wenn sie bei uns in den Regalen der Supermärkte und Teeläden landen; angefangen beim Pflücken in den Plantagen, über das Welken, Rollen, Fermentieren, Trocknen und Sortieren. Gerade die Fermentation, ein Oxydations-  und Gärungsprozess des Zellsaftes, der beim Rollen auftritt, unterscheidet die zwei gängigsten Teesorten, denn Grüner Tee wird nicht fermentiert.</p>
<div id="attachment_829" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Teetasse11.png"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Teetasse11-300x256.png" alt="Tee spendet Ruhe und Gelassenheit." title="Tee spendet Ruhe und Gelassenheit." width="300" height="256" class="size-medium wp-image-829" /></a><p class="wp-caption-text">Tee spendet Ruhe und Gelassenheit.</p></div>
<p>„Tee hat nicht die Arroganz des Weines, nicht das Selbstbewusstsein des Kaffees, nicht die kindliche Unschuld von Kakao. Im Geschmack des Tees liegt ein zarter Charme, der ihn unwiderstehlich macht und dazu verführt ihn zu idealisieren”, so sprach der Begründer des Tao, der chinesische Weise Laotse im 6. Jahrhundert vor Christus. In Asien hat Tee eine Bedeutung, die man hierzulande kaum erfassen kann. In japanischen beziehungsweise chinesischen Teezeremonien (eigentlich: Teeweg) gipfelt die Kunst des Teetrinkens. Diese sind eng mit dem Zen-Buddhismus verknüpft, dessen meditative Praktiken (zazen) keineswegs auf das Sitzen beschränkt sind. Es geht vielmehr um die bewusste Wahrnehmung des gegenwärtigen Augenblicks, das Aufgehen im Moment. Das ist sowohl im Gehen wie auch in einfachen Tätigkeiten möglich. In einem Teehaus, dass der Gastgeber mit einem Holzkohlefeuer erwärmt und in dem er Dufthölzer bereitet, hört man nur dem sanften rauschen des Wassers im Kessel zu. Schweigend versunken genießt der Gast die Wärme und Form der Schale in seinen Händen und den Geschmack des Tees darin. Der in sich abgeschlossene Teeraum wird zu einer eigenen, kleinen und friedvollen Welt.</p>
<p>Alle Sinne: das Fühlen, Schmecken, Riechen, Hören und Sehen werden gefordert und zur gleichen Zeit beruhigt. Das rastlose Denken und Grübeln, also das verkrampfte Festhalten von Gedanken an Vergangenes oder die Angst und Schwarzmalerei vor Zukünftigem; es verblasst und kann losgelassen werden, wie Wolken, die am Himmel dem strahlenden Blau und der wärmenden Sonne Platz machen. Laotse sagte dazu: „Indem man loslässt, geschieht alles wie von selbst. Die Welt wird gemeistert von jenen, die loslassen.“. Das Ergebnis einer solchen Mentalität ist die gesteigerte Konzentration auf das Wesentliche; Nebensächlichkeiten können ohne große Aufregung hingenommen werden und der Mensch beginnt, im Inneren zu ruhen, weil er sich nicht über jede kleine Widrigkeit, an der er ohnehin nichts ändern könnte, aufregt. „Lächle, und vergiss es“, denn „das Leben meistert man lächelnd – oder gar nicht.“, so lauten zwei asiatische Sprichwörter, aus denen nun jede_r für sich selbst einen Schluss ziehen kann. T&#8217;ien Yiheng, ein chinesischer Gelehrter sagte jedenfalls: „Man trinkt den Tee, um den Lärm der Welt zu vergessen.“.</p>
<p>Der Tee ist also ein sehr altes, traditionsreiches Getränk und mit einer ganzen Mentalität verbunden, doch auch geschmacklich kann er einiges bieten. Man sollte nicht den Fehler begehen, Tee nur in Schwarz oder Grün zu teilen, denn die bekanntesten Anbaugebiete, wie Assam (Nordindien), Darjeeling (Nordostindien), Nilgiri (Südindien), Ceylon (Sri Lanka), Formosa (Taiwan), Indonesien, Himalaya, China, Japan, Afrika und Brasilien, liefern die unterschiedlichsten Teesorten. Das Spektrum des Schwarzen Tees reicht von duftig, frisch und blumig (Assam First Flush), über vollmundig, kräftig und spritzig (Ceylontee), hin zu mild, süß-würzig und rauchig (Keemun). Der Grüne Tee, vorrangig in China und Japan seit etwa 5000 Jahren kultiviert, ist mit den Sorten Lung Ching und Chun Mee, sowie mit den aromatisierten Jasmin- und Rosentees gerade für seine gesundheitsfördernde Natur bekannt. Grüner Tee enthält nicht nur mehr Tannin als Schwarzer Tee, sondern durch seine Herstellung auch mehr Gerbstoffe; Vitamine und Mineralstoffe bleiben dennoch enthalten – ein wirklich gesundes Vergnügen!</p>
<p>Wollt ihr nun dem stressigen Alltag einmal entfliehen, dann holt euch eine Tasse Tee, atmet tief durch und stellt euch vor, wie schon vor etwa 5000 Jahren der Kaiser Shen-Nung vom Tee angetan war. Überlegt euch, was für eine lange Reise die Teeblätter hinter sich haben und wie viele Menschen schon vor euch bei einer guten Tasse Tee tief durchgeatmet haben; dann werden die eigenen, vermeintlich riesigen Probleme des Alltags, auf einmal ein bisschen kleiner, überschaubarer und erscheinen in einem neuen Licht.</p>
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		<title>Lautes Berlin!</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 12:07:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[campusKULTUR]]></category>
		<category><![CDATA[campusONLINE]]></category>
		<category><![CDATA[Ganz vorn]]></category>
		<category><![CDATA[Headline]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Fashion Week 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Mode]]></category>

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		<description><![CDATA["Berlin ist als Megafon nicht mehr zu überhören", Sabine Nedelchev, Chefredakteurin der Elle, über die aktuelle Rolle Berlins als Modemetropole und Schauplatz der Mercedes Benz Fashion Week. Vom 17. Bis 22. Januar 2012 zieht die Mercedes Benz Fashion Week wieder zahlreiche Gäste aus der Modeszene an. Doch was ist das Besondere der Berliner Modewoche und wie kann man als modeinteressierte Studentin oder Student an der Fashion Week 2012 teilhaben?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;Berlin ist als Megafon nicht mehr zu überhören&#8221;, Sabine Nedelchev, Chefredakteurin der Elle, über die aktuelle Rolle Berlins als Modemetropole und Schauplatz der Mercedes Benz Fashion Week. Vom 17. Bis 22. Januar 2012 zieht die Mercedes Benz Fashion Week wieder zahlreiche Gäste aus der Modeszene an. Doch was ist das Besondere der Berliner Modewoche und wie kann man als modeinteressierte Studentin oder Student an der Fashion Week 2012 teilhaben? Von Laura Krause.</em></p>
<p>Von der einst international anerkannten Modestadt der 1920er Jahre erfuhr Berlin mit den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs und der anschließenden Teilung in Ost und West nicht nur in modischer Hinsicht eine starke Niederlage. Mode wurde aufgrund des Materialmangels, aber auch durch die fehlende Anbindung an einstige Produktionsstätten zur Randkultur. Nur wenige Designer, wie Ulli Richter, konnten auch unter solch schwierigen Bedingungen in den 1980er Jahren weiter an ihren Entwürfen arbeiten und diese, wenn auch nur im westlichen Teil der Stadt, verkaufen.</p>
<p>Mit dem Fall der Berliner Mauer konnten sich die erhalten gebliebenen Strömungen erneut verbinden und Berlin erhielt ein neues modisches Gesicht. Wichtige Rolle dabei spielten nicht nur die Universität der Künste, sondern auch die Modeschulen ESMOD und die FHTW im Osten der Stadt, nur zwei der heutigen neun Schulen, die stets neue Designer hervorbringen. Die Berliner Mode wurde wieder individueller und Modeschöpfer wie Claudia Skoda, Lisa D., Kaviar Gauche, aber auch Reimer Claussen und Mercedes Engelhardt prägten die Szene. Innerhalb Berlins entstand ein neues modisches Zentrum, das sich von den Hackeschen Höfen, in Berlin-Mitte, über Prenzlauer Berg und Friedrichshain erstreckt.</p>
<p>Es sind vor allem die einstigen Erfolge der Goldenen 20er Jahre, die der Berliner Mode ihre Basis bereiteten und ohne die, die heutigen Erfolge wohl kaum erreicht hätten werden können. Aktuelle Modetrends zitieren jedoch nicht nur die Roaring Twenties, sondern weit mehr. Obwohl sich die Berliner Designer die Jugendlichkeit der 20er Jahre bis heute zu bewahren scheinen, gehen sie doch weit über die androgynen Einteiler hinaus. Es ist nicht die Haute Couture, die Paris und Mailand als Fashionmetropolen definieren, oder die avantgardistischen Entwürfe der Londoner Modewoche, sondern Ready to Wear Mode. </p>
<p><div id="attachment_754" class="wp-caption alignleft" style="width: 351px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Lena-Hoschek1.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Lena-Hoschek1-1024x984.jpg" alt="" title="Zwei Entwürfe von Lena Hoschek auf der Mercedes Benz Fashion Week Berlin im Januar 2010" width="341" height="328" class="size-large wp-image-754" /></a><p class="wp-caption-text">Zwei Entwürfe von Lena Hoschek auf der Mercedes Benz Fashion Week Berlin im Januar 2010. Fotos: Laura Krause</p></div> Es handelt sich um tragbare Mode für den Alltag und auf der Straße sowie jugendliche Labels, die Berlins besonderen Stil prägen und scheinbar für jedermann und jederfrau tragbar sind. Heute leben und arbeiten rund 800 Modedesigner in Berlin und entwickeln täglich den besonderen Stil der Hauptstadt weiter. Die seit 2007 jährlich stattfindende Mercedes Benz Fashion Week Berlin präsentiert, ganz anders als Paris oder Mailand, keine Haute Couture, sondern vor allem Ready to Wear Mode und feiert dabei keine internationalen Größen, wie Prada, Valentino, Versace oder Chanel, sondern oftmals lokale Designer und junge Talente, die meist noch keinen internationalen Ruhm erlangt haben.  Der jugendliche, individuelle, fast schon anarchistische Stil der Designer, die ihre Kollektionen auf der stadteigenen Mercedes Benz Fashion Week präsentieren, prägen heute das Bild und heben Berlin deutlich von anderen Städten der Mode ab. Auch internationale Modeschöpfer wie Custo Barcelona oder Vivienne Westwood präsentierten ihre Entwürfe einige Male während der Berliner Modewoche, kehrten jedoch selten zurück. Dies ist vielleicht Ausdruck fehlender Internationalität, vielleicht aber auch Ausdruck des besonderen Stils, für den die Hauptstadt und ihre Modemacher stehen. Eine Mode, die eben doch nicht für jedermann oder jederfrau gemacht ist.</p>
<p>Ausdruck der typisch unkonventionellen Trends ist die erfolgreiche Modemesse Bread &#038; Butter, die heute die internationalen Streetstyles zeigt und mit rund 600 Ausstellern aus Bereichen wie Denim, Function Wear und Street Fashion Treffpunkt hunderter Einkäufer und Modehändler ist. Vom 17. bis 22. Januar  2012 zieht die Berliner Fashion Week auf über 60 Events auch im neuen Jahr wieder zahlreiche Modeinteressierte an. Angekündigt haben sich wie in der vergangenen Saison Patrick Mohr, Lala Berlin, Schumacher, Dimitri, Mongrels in Common, Lena Hoschek und viele mehr. Als besonderes Highlight wird das deutsche Label Escada Sport erwartet. Das einstige am Bebelplatz errichtete Zelt der Mercedes Benz Fashion Week, steht seit dem letzten Jahr vor dem Brandenburger Tor.</p>
<div id="attachment_759" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/CIMG2511.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/CIMG2511-300x225.jpg" alt="" title="Das ehemalige Fashionzelt auf dem Bebelplatz" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-759" /></a><p class="wp-caption-text">Das ehemalige Fashionzelt auf dem Bebelplatz. Foto: Laura Krause.</p></div>
<p>Nicht weit davon befindet sich im Hotel Adlon der GREENshowroom, der auch für Besucher, die nicht zur Szene gehören, zugänglich ist. In Berlin entwickelte sich zudem ein weltweit noch relativ unberücksichtigtes Interesse für Ökomode heraus. Mit dem GREENshowroom entstand so die international erste &#8220;grüne&#8221; Modemesse und verbindet modernes Design mit ethisch korrekt produzierter Eco-Mode. Ein wichtiger Teil des Lavera Showfloors sind somit die Schauen der Green Avantgarde. Der Showfloor im ehemaligen Kino KOSMOS wirbt damit, dass alle Events vom 18. bis 20. Januar &#8220;open for public&#8221; sind und wer sich rechtzeitig um eine Karte kümmert, kann auch hier die &#8220;grünen&#8221; Entwürfe der Herbst/Winter-Kollektion 2012/2013 bewundern. Im vergangenen Sommer präsentierte die BVG zum zweiten Mal in Folge die Fashion Station.</p>
<p><div id="attachment_762" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fashion-U-Bahn-2011_06._30.-1151.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fashion-U-Bahn-2011_06._30.-1151-300x205.jpg" alt="" title="Auch die BVG war im Sommer 2011 im Fashion-Week-Fieber." width="300" height="205" class="size-medium wp-image-762" /></a><p class="wp-caption-text">Auch die BVG war im Sommer 2011 im Fashion-Week-Fieber. Foto: Sebastian Schrader.</p></div>Es handelte sich um eine 100 Meter lange U-Bahn auf dem Bahnsteig der Linie U5 am Alexanderplatz, der für zwei Tage zum Catwalk und Ausstellungsort von 14 Berliner Designern, wie 24colours, espendrú, Karsten Fischer Berlin sowie dem Petticoatshop, wurde.</p>
<p>Das kostenfreie Event war für alle Modebegeisterten zugänglich und wird hoffentlich auch im kommenden Sommer erneut stattfinden. Ein weiterer für die Öffentlichkeit zugänglicher Teil der Berliner Modewoche sind die Showrooms der projektGALERIE. Dieses Projekt bietet seit dem Jahr 2006 eine Alternative zur offiziellen Fashion Week und lädt Designer ein, ihre Werke in Galerien in Berlin-Mitte auszustellen und so eine sich wechselseitig inspirierende Plattform für Mode und Kunst zu schaffen. In kleinen Galerien kann man hier das Wechselspiel zwischen Mode und Kunst bewundern oder an einer der Aftershowpartys teilnehmen. Neben der Modemesse PREMIUM, auf der rund 900 internationale Designer ihre Kollektionen ausstellen, bietet die ETHICAL FASHION SHOW BERLIN als eigenständige Fachmesse für nachhaltige und ethisch produzierte Streetfashion und Casualwear eine weitere Plattform des Austausches. Die Türen des messeeigene Shops &#8220;Changing Room&#8221;, der die ausgestellten Labels verkauft, sind nicht nur für Fachbesucher, sondern für alle Modeinteressierten geöffnet.<div id="attachment_763" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fashion-U-Bahn-2011_06._30.-1118.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fashion-U-Bahn-2011_06._30.-1118-200x300.jpg" alt="" title="Der Catwalk der Fashion Station am Berliner Alexanderplatz." width="200" height="300" class="size-medium wp-image-763" /></a><p class="wp-caption-text">Der Catwalk der Fashion Station am Berliner Alexanderplatz. Foto: Sebastian Schrader.</p></div></p>
<p>Die deutsche Mode wird dank der Berliner Modewoche und ihrer Designer unüberhörbar wahrgenommen. Berlin hat im 21. Jahrhundert einen gewaltigen modischen Sprung getan. Die Entwicklung der Mode von der Subkultur, zu einem eigenständigen Bereich der Berliner Kultur- und Kunstszene gleicht einem lauten Staccato. Sabine Nedeljev beschreibt die Hauptstadt als &#8220;Megafon&#8221;, das nicht mehr zu überhören ist. Auch in Zukunft wird Berlin gerade durch innovative Projekte wie die der &#8220;grünen&#8221; Mode in aller Munde und Ohren sein und durch ihr Potential vielleicht auch zunehmend mehr internationale Designer am modischen Wohlklang der Hauptstadt teilhaben lassen.</p>
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		<title>Oh Einsamkeit!</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 11:52:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[campusKULTUR]]></category>
		<category><![CDATA[Ganz vorn]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu viele Menschen, zu viel Stress, zu wenig Zeit, zu wenig Freiheit! Gesellschaft macht das Leben erst lebbar, vor allem aber erst lebenswert. Dennoch kann sie höllisch anstrengend sein. Wer möchte nicht ab und zu eine „Auszeit“ nehmen von sinnentleerten Smalltalks, aufdringlichen Smartphones und Emails oder von überfüllten, heißen, schwitzigen Vorlesungssälen? Auch (oder gerade weil?) ich nicht gern allein bin, habe ich versucht, mich in die Einsamkeit zu flüchten – und bin gescheitert. Zum Glück. Von Denis Newiak.
Hektisch klingelnde Handys. Die Emails müssen noch beantwortet werden. Wann war noch mal ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zu viele Menschen, zu viel Stress, zu wenig Zeit, zu wenig Freiheit! Gesellschaft macht das Leben erst lebbar, vor allem aber erst lebenswert. Dennoch kann sie höllisch anstrengend sein. Wer möchte nicht ab und zu eine „Auszeit“ nehmen von sinnentleerten Smalltalks, aufdringlichen Smartphones und Emails oder von überfüllten, heißen, schwitzigen Vorlesungssälen? Auch (oder gerade weil?) ich nicht gern allein bin, habe ich versucht, mich in die Einsamkeit zu flüchten – und bin gescheitert. Zum Glück. Von Denis Newiak.</em></p>
<p><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/10/DSC_0568.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-677" title="DSC_0568" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/10/DSC_0568-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" /></a>Hektisch klingelnde Handys. Die Emails müssen noch beantwortet werden. Wann war noch mal das Treffen, um das Referat vorzubereiten? Nicht noch eine Redaktionssitzung! In der U-Bahn scheinen mich alle anzuhusten, es ist so eng. „Ausschlafen“&#8230; was bedeutete das noch gleich? – Die heutige Zeit verlangt den Menschen viel ab, auch uns Studierenden, die gerade noch genug Zeit für einen Pappbecher-Kaffee mit Baguette statt für ein warmes ruhiges Mittagessen haben, die zwischen aneinander gereihten Seminaren, Meetings und SMSen kaum noch zum Denken kommen, stattdessen sich chronisch überlastet fühlen. Zum Leben brauchen wir die Gesellschaft, ohne sie ist es langweilig, unkomfortabel, schlicht: nicht menschenwürdig.</p>
<p>Aber zu viel Gesellschaft kann auch aufreibend wirken – Statusmeldungen von hunderten Facebook-„Freund_innen“, die anfallenden Klausuren an der Uni und aus allen Nähten platzende Großstädte mit zu viel Lärm, Werbung und Tristesse müssen erstmal verkraftet werden. Nicht immer klappt das so, wie wir es uns wünschen würden.</p>
<p>Dem streitbaren deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche ging das vor über einhundert Jahren schon ähnlich (auch wenn ihn weniger das Handygebimmel als das Leben im Allgemeinen fertig gemacht hat). Er hat sich in die Einsamkeit der Berge zurückgezogen, als ihm die Decke der Gesellschaft über dem Kopf zusammenbrach.</p>
<p>Sieben Sommer lebte er zwischen 1881 und 1888 in sozialer Isolation in einem kleinen Zimmer in Sils-Maria, einem Dorf mitten in den Südschweizer Alpen, einen Spaziergang von Italien entfernt, auf zweitausend Metern Höhe gelegen, eingebettet in umzingelnde Viertausen- der des Oberengadins mit seiner dünnen frischen Luft. Wenige hundert Menschen lebten Ende des 19. Jahrhunderts in die- sem Dorf, heute sind es vielleicht ein paar mehr. Bei stundenlangen einsamen Wanderungen kam der Philosoph zum Nachdenken, brachte die Ideen für seine Hauptwerke wie „Also sprach Zarathustra“ hervor, die er dann bei teils frösteln- den Temperaturen und einem überaus asketischen Lebensstil auf seinem Zimmer niederschrieb. In dieser hochproduktiven Phase warf er wie eine Maschine unzählige philosophische Klassiker und Briefe aus, sie prägten das 20. Jahrhundert – leider auch von den Nazis missbraucht – und sind noch (oder wohl eher vor allem) heute topaktuelles Forschungsthema.</p>
<p>Was war da passiert? Wie kann ein Mensch, der sonst sein Leben nicht auf die Reihe bekommt, in den einsamen Bergen mit einer Minirente plötzlich zur Weltberühmtheit werden? Was hat dieser Ort, dieses Leben an sich, was es so fruchtbar macht? Neugierig habe ich mich mit einem Exposé für eine Hausarbeit „Nietzsche und Einsamkeit“ auf den Weg nach Sils-Maria gemacht – und in einem Selbstexperiment zu erleben versucht, was Einsamkeit heute bedeutet, wie sich ein Leben abseits von Bahnhöfen, Kaffeeläden und Computern anfühlt.</p>
<p>Basel, 1. August 2011. Ich gewöhne mir die Gesellschaft langsam ab, einsam sein kann schließlich sehr schwer sein. Eine Freundin begleitet mich im ICE nach Basel, wo wir uns ein Zimmer teilen. Warum ist hier alles so teuer? Und warum muss der Schweizer Franken ausgerechnet jetzt Höhenflüge erleben?</p>
<p>St. Moritz, 4. August 2011. Gerade sind wir aus Zürich gekommen. Die Jugendherberge hier im Olympiadorf ist schön, sehr modern. Aber teuer – wie alles in der Schweiz&#8230; Das Höhenklima macht sich bemerkbar: Die dünne Luft wirkt anregend, der Puls wird schneller, ich fühle mich belebt. Morgen geht es für mich nach Sils. Allein.</p>
<p>Sils-Maria, 8. August 2011. Mein dritter Tag im Nietzschehaus. Irgendwie träume ich seit meiner Ankunft mehr, und die Träume sind irgendwie plastischer und aufschlussreicher als sonst. Einbilden tue ich mir das bestimmt nicht! Morgens verausgabt sich die Sonne – und kaum wandere ich los, zieht es zu und es gießt wie aus Eimern. Zum Glück ist kein Dorf mehr als zwei Fußstunden entfernt. Ich fühle mich belebt. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals Lust gehabt hätte, im Regen durch die Berge zu latschen.</p>
<p>Sils-Maria, 11. August 2011. Die Übereuphorie nach der ersten Woche ist weg, wie es die Fachliteratur hat erahnen lassen. Zum Glück sind auch die Gesichtsrötungen (nicht von der Sonne, sondern der Höhe) wieder verschwunden. Anscheinend habe ich mich akklimatisiert. Ich schreibe jeden Tag einen dicken Brief, jeweils um die 20 Seiten. Ich empfinde es als befreiend. Arm sind nur die dran, die sich gezwungen fühlen, das Zeug auch zu lesen&#8230;</p>
<p>Sils-Maria, 12. August 2011. Herr Prof. Bloch, der das Nietzschehaus als Museum, Forschungs- und Begegnungsort mit aufgebaut und stark geprägt hat, hat mich zu einer Konferenz in das dekadente Hotel „Waldhaus“ eingeladen. Ein Referent erklärt den Unterschied zwischen Einsamkeit, die man selbst wählt und die produktiv sein kann, und Verlassenheit, die einen überwältigt und zur Sackgasse wird. Nietzsche wollte einsam sein, doch er hat wohl keinen Weg mehr zurück gefunden. Das soll mir nicht passieren.</p>
<p>Sils-Maria, 15. August 2011. Eigentlich wollte ich nicht ins Internet gehen. Nur Emails mit „Copenhagen“ und „Apartment“ im Betreff (mein Auslandssemes- ter geht am 1. September los) kommen als SMS weitergeleitet auf mein Handy, mehr nicht. Heute gab es endlich ein Wohnungsangebot, welches vertrauenswürdig aussieht. Gut, dass ich trotz aller technikfeindlichen Vorsätze sofort per Email zugeschlagen habe.</p>
<p>Sils-Maria, 17. August 2011. Endlich! Ein Brief aus Potsdam! Ich verschlinge die Seiten wie die tägliche Portion Käse. Von meiner Wanderung nach St. Moritz und zurück habe ich Muskelkater, aber ich möchte noch größere Touren machen. Arbeiten die Beine, arbeitet auch der Kopf.<a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/10/DSC_0508.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-676" title="DSC_0508" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/10/DSC_0508-168x300.jpg" alt="" width="168" height="300" /></a></p>
<p>Sils-Maria, 19. August 2011. Nietzsche mochte die Gefahr. Ich kann in der Regel ganz gut auf sie verzichten. Als ich aber heute im Val Fedoz war, völlig allein, und graue Wolken das Tal bedeckten, wurde mir schrecklich heiß vor Schreck – und es fühlte sich beunruhigend gut an.</p>
<p>Sils-Maria, 22. August 2011. Meine letzte Woche im Engadin. Höchste Zeit für ein Bad im Silser See. Fünf Minuten reichen mir bei einstelligen Wassertemperaturen. Meine Hängematte auf Chastè (der paradiesischen Halbinsel neben Sils) zieht neidische Blicke auf sich. Heute Morgen habe ich mich noch gewundert, warum so viele Kunstschaffende, Gelehrte und – reiche Schnösel immer wieder ausgerechnet hierher kommen. Sils zieht sie magnetisch an. Gibt es denn keine anderen schönen Ecken auf der Welt? Widerwillig spiele aber auch ich mit dem Gedanken, bald wiederzukommen – dabei hatte ich mir diese Sehnsucht doch verboten!</p>
<p>Sils-Maria, 23. August 2011. Heute wage ich die Tour zum Julierpass über Silvaplana, dann gute tausend Meter Aufstieg und zurück nach Sils, rund 24 Kilometer. Auf dem steilen Felsweg, von dem Geröll herunterrollt, welches die eisige Stille durchbricht, fühle ich mich verlassen – und will zurück zu den Menschen. Zum Glück ist in ein paar Tagen alles vorbei! Doch die Aussicht vom Gipfel macht alles wieder gut&#8230; Die Berge sehen aus wie eine Filmkulisse, wie gemalt für das Alpenkino, total platt und unecht, dennoch monströs. Wenn ich mir dazu „Wadde Hadde Dudde Da?“ auf die Kopfhörer lege, bekommt diese Landschaft einen zynischen Touch.</p>
<p>Sils-Maria, 26. August 2011. „In der Einsamkeit frisst sich der Einsame selbst auf, in der Vielsamkeit fressen ihn die vielen. Nun wähle.“ – Ich wähle lieber das Zweitere. Einsam sein darf nur die Ausnahme sein, eine Sondersituation, nicht die Regel. Selbst der einsamste Nietzsche weiß: „Die Einsamkeit ist mitunter gar zu trostlos“. Von der Einsamkeit habe ich erstmal genug. Zum Glück habe ich für meine Hausarbeit noch Zeit bis zum Frühjahr.</p>
<p>Hannover, 27. August 2011. Ich bin zurück. Was hat mich in der Großstadt empfangen? Zugverspätung, der Streit mit T-Mobile über unrechtmäßige Abbuchungen, McDonald’s. Aber vor allem: Meine geliebte große Schwester, mein erwachsener Neffe Micha – und der kleine dreijährige Robert. Den ganzen Tag spiele ich mit ihm und seinem neuen plüschigroten Spielzeugzug der Rhätischen Bahn. Dann erzählt er mir von den Zügen, die mich zu ihm bringen: ICE, TGV – ich habe den Eindruck, er hat Schienenver- kehrswesen studiert!</p>
<p>Wer will da noch einsam sein?</p>
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		<title>Es war einmal der Weltuntergang</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jul 2011 15:45:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[Weltuntergang]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch 2013. Ein Blick auf die Weltuntergangsszenarien für 2012. Von Lisa Büntemeyer
Warum studieren wir eigentlich noch? Die Antwort liegt irgendwie recht nah. Um einen Abschluss zu erlangen, gut bezahlte Arbeit zu finden. Macht Sinn. Befasst man sich dieser Tage allerdings mit den Apokalypsemeldungen der Massenmedien, kann man sich schon mal die Frage stellen: Wozu eigentlich das Ganze? 2012 ist doch eh alles vorbei.
2012 ist die ultimative Antwort auf alle lebenswichtigen Fragen. Soll ich mein Studienfach wechseln? Hat meine Beziehung noch ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 8.5px 0.0px; line-height: 30.0px; font: 28.0px Calibri} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 8.5px 0.0px; line-height: 14.0px; font: 12.0px Calibri} p.p3 {margin: 0.0px 0.0px 2.8px 0.0px; text-align: justify; text-indent: 8.5px; font: 9.5px 'OrigGarmnd BT'} --><em>&#8230; und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch 2013. Ein Blick auf die Weltuntergangsszenarien für 2012. Von Lisa Büntemeyer</em></p>
<p>Warum studieren wir eigentlich noch? Die Antwort liegt irgendwie recht nah. Um einen Abschluss zu erlangen, gut bezahlte Arbeit zu finden. Macht Sinn. Befasst man sich dieser Tage allerdings mit den Apokalypsemeldungen der Massenmedien, kann man sich schon mal die Frage stellen: Wozu eigentlich das Ganze? 2012 ist doch eh alles vorbei.</p>
<p>2012 ist die ultimative Antwort auf alle lebenswichtigen Fragen. Soll ich mein Studienfach wechseln? Hat meine Beziehung noch einen Sinn? Fahren wir über Weihnachten 2012 lieber nach Mallorca oder Poppenbüttel? Egal, ist ja sowieso bald Schluss mit lustig. Denn laut einem mathematisch und astrologisch gewitzten Volk aus Südamerika, namentlich den Maya, geht am 21. Dezember die Welt unter. Das mag in Zeiten von Terroranschlägen, Kriegen in Nordafrika, verheerender Erdbeben und atomarer Gefahr gar nicht so unwahrscheinlich klingen. Doch was steckt eigentlich hinter der Prophezeiung, die unser aller Verderben vorhersieht?</p>
<p>Die Maya erstellten einen Kalender, der im Jahre 3114 vor Christus beginnt und am 21. Dezember 2012 endet. Für diesen Tag prophezeiten die Maya jedoch keineswegs das Ende allen irdischen Lebens, sondern markierten lediglich einen für ihre Zeitrechnung bedeutsamen Tag. Sie rechneten in 394-Jahres Zyklen. Am 21. Dezember 2012 endet der dreizehnte Zyklus, und da 13 für die Maya eine heilige Zahl war, sticht eben dieser Tag besonders in ihrem Kalender hervor.</p>
<p>Außerdem können wir an diesem Tag ein astronomisches Ereignis verzeichnen, welches nur alle 25.800 Jahre am Sternenhimmel zu sehen ist. Die Sonne wird am besagten Datum im Zentrum der Milchstraße zu sehen sein – auch das sollen die Maya berechnet haben. Am 21. Dezember 2012 beginnt für die Maya also schlicht und einfach eine neue Zeitrechnung. Die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember  wird vermutlich eine Nacht wie jede andere.</p>
<p>Wer all seine Hoffnungen auf den Weltuntergang 2012 gesetzt hat, soll hier aber nicht vollends enttäuscht werden. Es gibt nämlich noch weitere ermutigende Prophezeiungen für die nächsten Jahre. Die Hopi-Indiander sagen ein baldiges Ende von Großteilen der Erdbevölkerung voraus, bei dem wir alle verbrennen werden. Auch der Prophet Nostradamus hatte im 16. Jahrhundert ein Wörtchen zur Weltuntergangsstimmung unserer Zeit zu sagen: In riesigen Kriegen endet laut ihm alles irdische Leben. Und zwar am 4. Juli 1999. Wir sind also schon längst tot.</p>
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		<title>Schluss mit falschen Träumen</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jul 2011 15:45:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ganz vorn]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Otto-Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Potsdamer Hans-Otto-Theater geht’s zur Sache: Die herrliche Lage am Wasser, das harmonisch geschwungene rote Dach und die Ruhe um das Gebäude herum verlieren kein Wort darüber, dass im Innern des Neuen Theaters die Fetzen fliegen, Illusionen aufgedeckt werden und ein Menschheitsproblem nach dem anderen abgehandelt wird. Perfektes Beispiel: Das als stereotypes Sippschaftstreffen getarnte Bühnenwerk „Eine Familie“ von Tracy Letts, welches in Wirklichkeit ein handfestes Gesellschaftsdrama ist. Wir haben uns das für euch angeguckt und waren mal wieder begeistert. Von Denis Newiak
Einst war Oklahoma, im Herzen der USA gelegen, ein ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 8.5px 0.0px; line-height: 30.0px; font: 28.0px Calibri} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 8.5px 0.0px; line-height: 14.0px; font: 12.0px Calibri} p.p3 {margin: 0.0px 0.0px 2.8px 0.0px; text-align: justify; text-indent: 8.5px; font: 9.5px 'OrigGarmnd BT'} span.Apple-tab-span {white-space:pre} --><em>Im Potsdamer Hans-Otto-Theater geht’s zur Sache: Die herrliche Lage am Wasser, das harmonisch geschwungene rote Dach und die Ruhe um das Gebäude herum verlieren kein Wort darüber, dass im Innern des Neuen Theaters die Fetzen fliegen, Illusionen aufgedeckt werden und ein Menschheitsproblem nach dem anderen abgehandelt wird. Perfektes Beispiel: Das als stereotypes Sippschaftstreffen getarnte Bühnenwerk „Eine Familie“ von Tracy Letts, welches in Wirklichkeit ein handfestes Gesellschaftsdrama ist. Wir haben uns das für euch angeguckt und waren mal wieder begeistert. Von Denis Newiak</em></p>
<p>Einst war Oklahoma, im Herzen der USA gelegen, ein Bundesstaat mit fruchtbarer Prärie. In den 1930er Jahren, nach Übernutzung und Austrocknung, blieb nur eine staubige Wüste, vor der die Bauern flüchteten. Heiß kann es werden in Oklahoma, bis zu 49 Grad. Dass Tracy Letts Drama „August: Osage County“, welches erst den Pulitzerpreis gewann und dann schnell den Weg auf Europas Bretter fand, ausgerechnet in dieser trostlosen Gegend der Vereinigten Staaten spielt, ist kein Zufall. Warum, erklärt sich schnell.</p>
<div id="attachment_515" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/07/foto2_22735_33993_familiepresse3_sw.jpg"><img class="size-medium wp-image-515 " title="foto2_22735_33993_familiepresse3_sw" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/07/foto2_22735_33993_familiepresse3_sw-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Im Hans-Otto-Theater geht mal wieder die Post ab. Foto: Hans-Otto-Theater Potsdam</p></div>
<p>Beverly Weston hat das Leben satt: Seine Frau Violet (Tina Engel) ist tablettensüchtig und krebskrank, flucht und schimpft ohne Pause, seine drei Töchter haben schon seit längerer Zeit das Zuhause verlassen und Beverly selbst kann vor Trunkenheit keinen ernstgemeinten Schritt mehr unternehmen, von der einstigen lyrischen Hochleistung, die ihn fast zu einem Klassiker der amerikanischen Literatur gemacht hätte, ist nichts mehr zu sehen außer die wackligen Buchtürme mit Werken wie von T. S. Eliot. Der hat einst geschrieben: „Das Leben ist sehr lang“ – Beverly zitiert den Satz am Anfang des Stückes. Doch das Leben muss nicht lang sein: Bevor sich der lebensmüde Alkoholiker und Ex-Lyriker aufmacht zum Selbstmord, stellt er eine Haushälterin ein, die „Indianerin“ Johnna (Elzemarieke de Vos), die aus Tradition ein Stück ihrer Nabelschnur an einer Kette trägt. Als sich Beverly einige Tage nicht blicken lässt, ruft die Ehefrau (die sich selbst als menschlichen Kaktus bezeichnet – langlebig, aber fast bedürfnislos) ihre Töchter zur Hilfe. Das Familientreffen samt töchterlichen Lebensgefährten beginnt, mit all seinen Tiefen. Als die Polizei mitteilt, der Familienvater habe sich wohl ersäuft hat, treten die fatalen Schwachstellen der Familienmitglieder zu Tage, so wie sich die Schweißperlen durch die Haut der Protagonist_innen quetschen, während die Fensterscheiben abgeklebt sind, die Klimaanlage ausgeschaltet ist und selbst Papageien vor Hitze den Geist aufgeben.</p>
<p>Beim Leichenschmaus bricht die an brennendem Mundhöhlenkrebs erkrankte Violet mit den Fassaden ihrer Töchter: Barbara (Melanie Straub) spielt die glückliche Ehefrau, während ihre Mann, der Geisteswissenschaftler Bill, sie mit seinen Studentinnen betrügt; Ivy hat sich zum zweiten Mal in ihrem Leben verliebt, aber leider ausgerechnet in ihren Schwager ersten Grades, der in Wirklichkeit – und das weißt sie noch nicht – ihr leiblicher Bruder ist; und Karen, die sich selbst vorlügt, endlich „glücklich“ zu sein, schläft mit einem Mann, der bei der erst besten Gelegenheit eine 15-Jährige vergewaltigt. Ganz offensichtlich stimmt bei den Töchtern was nicht, und Violet, die vom Leben nicht mehr viel zu erwarten hat, lässt es sich nicht nehmen, die Wunden aufzureißen und Salz hineinzuschütten. Die drei hilflosen Küken schmieden Pläne, ihrer verwitweten Mutter zu helfen, sind dann aber doch zu sehr mit sich selbst beschäftigt und mit ihrem Leben, welches in Wahrheit keines ist. Am Ende bleibt Violet nur die fleißige gute Haushälterin Johnna, die kocht, obwohl die Familie nichts isst, lieber einen Rettungswagen ruft, wenn jemand einen Herzinfarkt zu bekommen scheint, statt dumm herumzuschreien – und ihre zornige Herrin, von welcher sie einst nur Undankbarkeit und Beleidigungen empfangen hat, auf den Schoß nimmt und umarmt. Wenn Johnna ihr von Eliot vorsingt, „this is the way the world ends“, meint sie damit nicht nur das Leben der allein gebliebenen Violet, sondern das Ende einer großen verkorksten Gesellschaft, die eingestaubt, verschwitzt und kurz vorm Eingehen ist.</p>
<div id="attachment_516" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/07/foto1_22741_34005_familiepresse2_sw.jpg"><img class="size-medium wp-image-516" title="foto1_22741_34005_familiepresse2_sw" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/07/foto1_22741_34005_familiepresse2_sw-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Hans-Otto-Theater Potsdam</p></div>
<p>So reiht sich „Eine Familie“ (Übersetzung von Anna Opel) nahtlos in eine gesellschaftskritische Saison am kommunalen Hans-Otto-Theater ein: In „Volpone“ gibt sich ein geldgieriger Venezianer als todkrank aus, um Geschenke der um die Erbschaft buhlenden Geizkragen abzufassen, im Jahrzehnt der „Krise“ aktueller als es uns lieb sein dürfte; „Iwanow“ im gleichnamigen Stück von Tschechow geht schon nach dreißig Lebensjahren die Luft aus – ein Bilderbuch-Burnout als Diagnose einer mit sich selbst überforderten Generation; oder „Hexenjagd“, wo natürlich keine Hexen, sondern die vermeintlichen Feinde des mittelalterlichen kirchlichen Unterdrückungssystems gejagt werden – Parallelen zur willkürlichen Kommunistenverfolgung in den USA lassen sich leicht ziehen. Und „Eine Familie“ erzählt uns – verschleiert in einer Familiengeschichte, bei welcher Menschen überall auf der Welt bitter mitlachen können – von der Sinnentleertheit der ideologischen Floskel des „Strebens nach Glück“, welche sich in einer hyperkapitalisierten Welt voller Armut, Arbeitslosigkeit und Tristesse als größte Lüge unserer Zeit entpuppt.</p>
<p>Wer einige Aufführungen in der Schiffbauergasse gesehen hat, dem wächst das Schauspieler_innen-Ensemble, welches selbst einer großen vertrauten Familie mit klar zugewiesenen Rollen gleicht, zunehmend ans Herz. Alle haben ihren Platz: Jon-Kaare Koppe als der Gutbürgerliche, Andrea Thelemann als Frau fürs Grobe, und Franziska Melzer als die Schöne (in „Die Familie“ mit enormem Schwitzfleck endlich einmal erfrischend unsexy). 		Den Darsteller_innen wird im „HOT“ viel abverlangt: Sie müssen schreien, kämpfen, sich auf dem Boden wälzen oder nackig machen – und dabei geben sie ihr Bestes. Manchem Stück würden wohl ein bisschen weniger Gekreische und dafür einige ruhige Momente mehr gut tun, aber vielleicht lässt sich das Entsetzen über unsere Gegenwart nicht anders artikulieren. So wie derzeit überall in Film, Literatur und Musik wird auch im Hans-Otto-Theater nicht besonders zimperlich gehandelt, wenn es um einen vernichtenden Schlag gegen die verklärten Lebensmodelle unserer Welt geht. Erbarmungslos. So sollte es auch in der kommenden Saison sein.</p>
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