<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>speakUP &#187; campusKULTUR</title>
	<atom:link href="http://speakup.to/category/kultur/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://speakup.to</link>
	<description>Studierendenzeitschrift der Universität Potsdam.</description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Feb 2012 17:17:54 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Esskultur im Wandel der Zeit: Ein kulinarischer Rundgang</title>
		<link>http://speakup.to/esskultur</link>
		<comments>http://speakup.to/esskultur#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 18:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[campusKULTUR]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Ganz vorn]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Esskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Fast Food]]></category>
		<category><![CDATA[Kulinarik]]></category>
		<category><![CDATA[kulinarischer Rundgang]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittelindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Mahlgemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Nahrungsgemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Potsdam]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://speakup.to/?p=806</guid>
		<description><![CDATA[Michel Onfray sagte, der ,,Teller zeigt, wozu eine Zeit fähig ist‘‘, doch was bleibt tatsächlich, nachdem die Essensproduktion Sache der Industrie geworden ist? Können exotische Speisen die Lücke der längst vergessenen einheimischen Esskultur füllen? Und wo können Studierende der sinnlichen Lust am Essen in der Potsdamer Innenstadt frönen? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Nach dem was, wir essen, verzehren wir uns. Doch was ist das eigentlich? Sind es die traditionellen Gerichte, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden? Oder exotische Speisen, die uns von fernen Ländern träumen lassen und die Lücke der längst vergessenen einheimischen Esskultur füllen? Und wo können Studierende in Potsdam der sinnlichen Lust des Essens frönen? Von Laura Krause.</em></p>
<p>Die seit der Steinzeit mühsam erworbenen Kenntnisse über genießbare oder gar tödliche Speisen und der Jahrhunderte lange Aufbau eines kollektiven Wissens scheinen den meisten Menschen heute fremd zu sein. Schmecken zu lernen, um das eigene Überleben zu sichern, ist schon lange nicht mehr notwendig. Stattdessen geben sich viele mit Fast Food und Coffee To Go zufrieden und Lebensmitteldesigner profitieren von der Verarmung der Esskultur. Essen muss heute scheinbar besonders schnell gehen, möglichst appetitlich und praktisch verpackt sein und darf nur wenig tropfen oder kleckern. Mit der Entdeckung des Feuers begann der Mensch, die Natürlichkeit der Nahrung erstmals zu bezwingen und durch Zerteilen und Kochen die ursprünglichen Mittel zum Überleben zu ästhetisieren. So wurde die Feuerstelle zum Kontaktort sesshafter Mahlgemeinschaften und die ritualisierten Mahlzeiten verbanden die Gemeinde. Vor allem Frauen waren schon in den frühen Gemeinschaften für die Entwicklung des Geschmacks zuständig und so bildete sich eine geschlechtsspezifische Hierarchie der Nahrungsmittelproduktion heraus. </p>
<p>Geopolitische Expansion und Kolonisierung ließen mit dem Gewürzhandel eine ganz neue Lebenskultur entstehen, die den Alltag zunehmend verfeinerte und die Teilhabe an nahezu paradiesischen Freuden ermöglichte. Doch durch den zunehmenden Bedeutungsverlust christlicher Werte und der Mahlzeit als irdisches Erlebnis des Göttlichen zerbrach die Nahrungsgesellschaft als Glaubensgesellschaft. Mit der einsetzenden Industrialisierung und der Aufhebung der sozialen und spirituellen Einsperrung der Frau war diese nicht länger auf häuslichen Pflichten beschränkt. Der Einstieg der Frau in die öffentliche Erwerbstätigkeit wird deshalb oft als Geburtsstunde der Lebensmittelindustrie gesehen. Die Verantwortlichkeit der Nahrungszubereitung wurde neu geregelt. An die Stelle sinnlicher Mahlzeiten traten Massenproduktion, Normierung und Geschmacksarmut industriell gefertigter Nahrung. Es scheint, als würde sich der Zivilisationsprozess umkehren, indem Mobilität und limitierte Zeit zum Essen Fast Food zur Notwendigkeit machen. Die Lebensmittelindustrie verdrängte somit auch die Tradition der Kochkunst. Michel Onfray sagte, der ,,Teller zeigt, wozu eine Zeit fähig ist‘‘, doch was bleibt, nachdem die Essensproduktion Sache der Industrie geworden ist? Die Antwort ist augenscheinlich: Stoffwechselprobleme, Zunahme von Übergewicht und Krankheiten wie Diabetes und der Verlust der sinnlichen Erfahrung beim Essen. </p>
<p>Doch wonach verzehren wir uns wirklich? Trotz der Abgabe der Verantwortung beim Kochen, ließ die industrialisierte Nahrung auch zahlreiche Gegenbewegungen entstehen. So entwickelte sich das Genre der Kochbücher, Fernsehköche wie Jamie Oliver und TV-Sendungen wie das Perfekte Dinner werden immer populärer. Die Zunahme an sportlichen Freizeitaktivitäten lässt immer mehr Raum für das Bewusstsein über den eigenen Körper und den Wunsch nach gesunder und kalorienarmer Nahrung.<div id="attachment_827" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fotolia_1005060_M-c-Ekaterina-Pokrovsky-Fotolia.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fotolia_1005060_M-c-Ekaterina-Pokrovsky-Fotolia-300x239.jpg" alt="Gesunde Ernährung trotz Mobilität im Alltag" title="Gesunde Ernährung trotz Mobilität im Alltag" width="300" height="239" class="size-medium wp-image-827" /></a><p class="wp-caption-text">Gesunde Ernährung trotz Mobilität im Alltag</p></div>Andere entspannen sich als Ausgleich zum stressigen Alltag in Kochkursen und wer keine Zeit zum Selberkochen hat, sucht eines der internationalen Restaurants auf. Auch im Kontext interkultureller Verständigung besitzt das gemeinschaftliche Erlebnis des Essens eine zentrale Bedeutung. Die Bewegung des Ethnic Food ermöglicht es, Teile einer anderen Kultur essend aufzunehmen und neue kulinarische Werte zu entdecken. Auch die Innenstadt Potsdams ist reich an Kulinarik. Wer einen Tag lang richtig schlemmen möchte, kann im Daily Coffee mit frischen Bagels in schöner Atmosphäre in den Tag starten. Wer es lieber süß mag, geht in die Crêperie Madeleine, in der vor den Augen des Gastes die leckeren Buchweizen-Crêpes zubereitet werden. Mittags bietet sich die russische Teestube Alexandrowka mit einer heißen Schüssel Borschtsch oder frischen Pelmeni an. Für Liebhaber_innen vegetarischer Küche lässt sich das Café Kieselstein empfehlen, dass nur Produkte aus biologischem Anbau serviert und mit ständig wechselnden Tagesangeboten lockt. Ein wirkliches Erlebnis für die Sinne ist der Kambodschaner My Keng. Ob Glasnudeln in Ingwer-Honig-Sauce oder gebratene Hühnerspieße, das Restaurant hat für jeden Geschmack etwas im Repertoire. Zu Kaffee und Kuchen empfiehlt sich das Café Poffertjes en Pannekoeken, das die original holländischen Leckereien anbietet. Wer es hingegen lieber klassisch mag, geht ins Café Guam, das täglich bis zu 19 verschiedene Sorten Käsekuchen anbietet. Zu besonderen Anlässen lädt das Fischrestaurant Der Butt ein oder das Restaurant Waage, eine italienische Gaststätte mit Gourmetcharakter. Der kulinarische Rundgang durch Potsdam endet mit einem Arrangement aus Schokoladendesserts. Die Schokoladenvariation von La Maison du Chocolat reicht gut für zwei Personen und ist eine tolle Möglichkeit, für wenig Geld die verschiedenen Leckereien zu probieren. Gerade weil die Nahrung Grundlage all der Energie ist, die wir zum Arbeiten, Studieren und Leben benötigen, ist es ratsam, sich ein paar Mal die Woche mit frisch gekochten Speisen im Restaurant oder aber zu Hause zu belohnen, denn man ist bekanntlich, was man isst.</p>
<p><a href="kulinarischer-rundgang">Wo befinden sich die vorgestellten Restaurants in Potsdam? Hier findest du die besten kulinarischen Genüsse Potsdams!</a> </p>
<p><em>Im aktuellen speakUP-Heft findest du vier Gutscheine von Potsdamer Gastronom_innen. Damit du diese Gutscheine auch nutzen kannst, ohne das Heft zu haben, kannst du <a href="wp-content/uploads/2012/02/speakUP-Nr-8-Esskultur-im-Wandel-mit-Gutscheinen.pdf" target="_blank">den Artikel samt Gutscheinen hier herunterladen</a>.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://speakup.to/esskultur/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ein kulinarischer Rundgang durch Potsdam: Restauranttipps</title>
		<link>http://speakup.to/kulinarischer-rundgang</link>
		<comments>http://speakup.to/kulinarischer-rundgang#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 18:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[campusKULTUR]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Esskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Fast Food]]></category>
		<category><![CDATA[Kulinarik]]></category>
		<category><![CDATA[kulinarischer Rundgang]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittelindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Mahlgemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Nahrungsgemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Potsdam]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://speakup.to/?p=883</guid>
		<description><![CDATA[Wo befinden sich die vorgestellten Restaurants in Potsdam? Hier findest du die besten kulinarischen Genüsse Potsdams!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_893" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fotolia_11675926_S-c-elypse-Fotolia.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fotolia_11675926_S-c-elypse-Fotolia-300x200.jpg" alt="Internationale Esskultur in Potsdam" title="Internationale Esskultur in Potsdam" width="300" height="200" class="size-medium wp-image-893" /></a><p class="wp-caption-text">Internationale Esskultur in Potsdam</p></div>
<p><strong>Alexandrowka Haus1: Russisches Restaurant und Teestube</strong><br />
<a href="http://www.alexandrowka-haus1.de/index.htm" target="_blank">http://www.alexandrowka-haus1.de/index.htm</a><br />
Russische Kolonie 1, 14469 Potsdam<br />
0331-20 06 478<br />
Tipp: Klassiker wie Borschtsch oder Pelmeni mit Sauerrahm oder süß gefüllt mit Trockenfrüchten.</p>
<p><strong>Café Guam</strong><br />
<a href="http://www.cafe-guam.de/" target="_blank">http://www.cafe-guam.de/</a><br />
Mittelstr. 38<br />
14467 Potsdam<br />
Tipp: Täglich bis zu 19 verschiedene Sorten Käsekuchen.</p>
<p><strong>Café Kieselstein</strong><br />
biologisch-vegetarisch-lecker<br />
<a href="http://www.cafe-kieselstein.de/" target="_blank">http://www.cafe-kieselstein.de/</a><br />
Hegelallee 23<br />
(im ehemaligen Werner-Alfred-Bad)<br />
14467 Potsdam<br />
0331-9793044<br />
Tipp: Alle Zutaten sind 100% biologisch gewachsen, zudem gibt es einen monatlichen Brunch, herzhafte Quiches und orientalische Spezialitäten. </p>
<p><strong>Crêperie La Madeleine</strong><br />
<a href="http://www.creperie-potsdam.de/" target="_blank">http://www.creperie-potsdam.de/</a><br />
Lindenstrasse 9<br />
14467 Potsdam<br />
0331 – 270 5400<br />
Tipp: Die süßen oder herzhaften Buchweizen-Crêpes werden vor den Augen des Gastes frisch zubereitet.</p>
<p><strong>Daily Coffee</strong><br />
<a href="http://www.daily-coffee.com/daily_coffee_intro.php" target="_blank">http://www.daily-coffee.com/daily_coffee_intro.php</a><br />
Friedrich-Ebert-Str. 31<br />
14467 Potsdam<br />
0331 20 11 979<br />
Tipp: Hier beginnt der Tag mit einem guten Frühstück.</p>
<p><strong>Der Butt</strong><br />
<a href="http://www.der-butt.de/">http://www.der-butt.de/</a><br />
Gutenbergstraße 25<br />
14467 Potsdam<br />
0331/2006066<br />
Tipp: Fischrestaurant mit Auszeichnung für besondere Anlässe.</p>
<p><strong>La Maison du Chocolat</strong><br />
<a href="http://www.schokoladenhaus-potsdam.de/#uberuns">http://www.schokoladenhaus-potsdam.de/#uberuns</a><br />
Benkerstraße 20<br />
Holländisches Viertel<br />
14467 Potsdam<br />
0331-237 07 30<br />
Tipp: Die Schokoladenvariation La Maison du Chocolat, reicht für zwei Personen und ist toll, um verschiedenste Kreationen zu probieren.</p>
<p><strong>Poffertjes en Pannekoeken</strong><br />
Holländisches Café<br />
<a href="http://www.poffertjes-en-pannekoeken.de/">http://www.poffertjes-en-pannekoeken.de/</a><br />
Mittelstraße 32<br />
14467 Potsdam<br />
0331-2012179<br />
Tipp: Eierkuchen in allen Formen und Varianten, süß oder herzhaft.<br />
<strong><br />
Restaurant Waage</strong><br />
<a href="http://www.restaurant-waage.de/">http://www.restaurant-waage.de/</a><br />
Am Neuen Markt 12<br />
14467 Potsdam<br />
0331-8170674<br />
Tipp: Italienisches Essen im Gourmetstil und für für besondere Anlässe.</p>
<p><strong>Sushi-Bar und Kambodschaner My Keng</strong><br />
<a href="http://www.mykeng.de/page/">http://www.mykeng.de/page/</a><br />
Brandenburger Str. 20<br />
14467 Potsdam<br />
0331-9793044<br />
Tipp: Große, relativ günstige Vorspeisen und kambodschanische Küche mit tollen Gewürzen.</p>
<p><a href="esskultur">Hier geht&#8217;s weiter zum vollständigen Artikel über die Esskultur in Potsdam</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://speakup.to/kulinarischer-rundgang/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Lautes Berlin!</title>
		<link>http://speakup.to/lautes-berlin</link>
		<comments>http://speakup.to/lautes-berlin#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 12:07:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[campusKULTUR]]></category>
		<category><![CDATA[campusONLINE]]></category>
		<category><![CDATA[Ganz vorn]]></category>
		<category><![CDATA[Headline]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Fashion Week 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Mode]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://speakup.to/?p=751</guid>
		<description><![CDATA["Berlin ist als Megafon nicht mehr zu überhören", Sabine Nedelchev, Chefredakteurin der Elle, über die aktuelle Rolle Berlins als Modemetropole und Schauplatz der Mercedes Benz Fashion Week. Vom 17. Bis 22. Januar 2012 zieht die Mercedes Benz Fashion Week wieder zahlreiche Gäste aus der Modeszene an. Doch was ist das Besondere der Berliner Modewoche und wie kann man als modeinteressierte Studentin oder Student an der Fashion Week 2012 teilhaben?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;Berlin ist als Megafon nicht mehr zu überhören&#8221;, Sabine Nedelchev, Chefredakteurin der Elle, über die aktuelle Rolle Berlins als Modemetropole und Schauplatz der Mercedes Benz Fashion Week. Vom 17. Bis 22. Januar 2012 zieht die Mercedes Benz Fashion Week wieder zahlreiche Gäste aus der Modeszene an. Doch was ist das Besondere der Berliner Modewoche und wie kann man als modeinteressierte Studentin oder Student an der Fashion Week 2012 teilhaben? Von Laura Krause.</em></p>
<p>Von der einst international anerkannten Modestadt der 1920er Jahre erfuhr Berlin mit den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs und der anschließenden Teilung in Ost und West nicht nur in modischer Hinsicht eine starke Niederlage. Mode wurde aufgrund des Materialmangels, aber auch durch die fehlende Anbindung an einstige Produktionsstätten zur Randkultur. Nur wenige Designer, wie Ulli Richter, konnten auch unter solch schwierigen Bedingungen in den 1980er Jahren weiter an ihren Entwürfen arbeiten und diese, wenn auch nur im westlichen Teil der Stadt, verkaufen.</p>
<p>Mit dem Fall der Berliner Mauer konnten sich die erhalten gebliebenen Strömungen erneut verbinden und Berlin erhielt ein neues modisches Gesicht. Wichtige Rolle dabei spielten nicht nur die Universität der Künste, sondern auch die Modeschulen ESMOD und die FHTW im Osten der Stadt, nur zwei der heutigen neun Schulen, die stets neue Designer hervorbringen. Die Berliner Mode wurde wieder individueller und Modeschöpfer wie Claudia Skoda, Lisa D., Kaviar Gauche, aber auch Reimer Claussen und Mercedes Engelhardt prägten die Szene. Innerhalb Berlins entstand ein neues modisches Zentrum, das sich von den Hackeschen Höfen, in Berlin-Mitte, über Prenzlauer Berg und Friedrichshain erstreckt.</p>
<p>Es sind vor allem die einstigen Erfolge der Goldenen 20er Jahre, die der Berliner Mode ihre Basis bereiteten und ohne die, die heutigen Erfolge wohl kaum erreicht hätten werden können. Aktuelle Modetrends zitieren jedoch nicht nur die Roaring Twenties, sondern weit mehr. Obwohl sich die Berliner Designer die Jugendlichkeit der 20er Jahre bis heute zu bewahren scheinen, gehen sie doch weit über die androgynen Einteiler hinaus. Es ist nicht die Haute Couture, die Paris und Mailand als Fashionmetropolen definieren, oder die avantgardistischen Entwürfe der Londoner Modewoche, sondern Ready to Wear Mode. </p>
<p><div id="attachment_754" class="wp-caption alignleft" style="width: 351px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Lena-Hoschek1.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Lena-Hoschek1-1024x984.jpg" alt="" title="Zwei Entwürfe von Lena Hoschek auf der Mercedes Benz Fashion Week Berlin im Januar 2010" width="341" height="328" class="size-large wp-image-754" /></a><p class="wp-caption-text">Zwei Entwürfe von Lena Hoschek auf der Mercedes Benz Fashion Week Berlin im Januar 2010. Fotos: Laura Krause</p></div> Es handelt sich um tragbare Mode für den Alltag und auf der Straße sowie jugendliche Labels, die Berlins besonderen Stil prägen und scheinbar für jedermann und jederfrau tragbar sind. Heute leben und arbeiten rund 800 Modedesigner in Berlin und entwickeln täglich den besonderen Stil der Hauptstadt weiter. Die seit 2007 jährlich stattfindende Mercedes Benz Fashion Week Berlin präsentiert, ganz anders als Paris oder Mailand, keine Haute Couture, sondern vor allem Ready to Wear Mode und feiert dabei keine internationalen Größen, wie Prada, Valentino, Versace oder Chanel, sondern oftmals lokale Designer und junge Talente, die meist noch keinen internationalen Ruhm erlangt haben.  Der jugendliche, individuelle, fast schon anarchistische Stil der Designer, die ihre Kollektionen auf der stadteigenen Mercedes Benz Fashion Week präsentieren, prägen heute das Bild und heben Berlin deutlich von anderen Städten der Mode ab. Auch internationale Modeschöpfer wie Custo Barcelona oder Vivienne Westwood präsentierten ihre Entwürfe einige Male während der Berliner Modewoche, kehrten jedoch selten zurück. Dies ist vielleicht Ausdruck fehlender Internationalität, vielleicht aber auch Ausdruck des besonderen Stils, für den die Hauptstadt und ihre Modemacher stehen. Eine Mode, die eben doch nicht für jedermann oder jederfrau gemacht ist.</p>
<p>Ausdruck der typisch unkonventionellen Trends ist die erfolgreiche Modemesse Bread &#038; Butter, die heute die internationalen Streetstyles zeigt und mit rund 600 Ausstellern aus Bereichen wie Denim, Function Wear und Street Fashion Treffpunkt hunderter Einkäufer und Modehändler ist. Vom 17. bis 22. Januar  2012 zieht die Berliner Fashion Week auf über 60 Events auch im neuen Jahr wieder zahlreiche Modeinteressierte an. Angekündigt haben sich wie in der vergangenen Saison Patrick Mohr, Lala Berlin, Schumacher, Dimitri, Mongrels in Common, Lena Hoschek und viele mehr. Als besonderes Highlight wird das deutsche Label Escada Sport erwartet. Das einstige am Bebelplatz errichtete Zelt der Mercedes Benz Fashion Week, steht seit dem letzten Jahr vor dem Brandenburger Tor.</p>
<div id="attachment_759" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/CIMG2511.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/CIMG2511-300x225.jpg" alt="" title="Das ehemalige Fashionzelt auf dem Bebelplatz" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-759" /></a><p class="wp-caption-text">Das ehemalige Fashionzelt auf dem Bebelplatz. Foto: Laura Krause.</p></div>
<p>Nicht weit davon befindet sich im Hotel Adlon der GREENshowroom, der auch für Besucher, die nicht zur Szene gehören, zugänglich ist. In Berlin entwickelte sich zudem ein weltweit noch relativ unberücksichtigtes Interesse für Ökomode heraus. Mit dem GREENshowroom entstand so die international erste &#8220;grüne&#8221; Modemesse und verbindet modernes Design mit ethisch korrekt produzierter Eco-Mode. Ein wichtiger Teil des Lavera Showfloors sind somit die Schauen der Green Avantgarde. Der Showfloor im ehemaligen Kino KOSMOS wirbt damit, dass alle Events vom 18. bis 20. Januar &#8220;open for public&#8221; sind und wer sich rechtzeitig um eine Karte kümmert, kann auch hier die &#8220;grünen&#8221; Entwürfe der Herbst/Winter-Kollektion 2012/2013 bewundern. Im vergangenen Sommer präsentierte die BVG zum zweiten Mal in Folge die Fashion Station.</p>
<p><div id="attachment_762" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fashion-U-Bahn-2011_06._30.-1151.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fashion-U-Bahn-2011_06._30.-1151-300x205.jpg" alt="" title="Auch die BVG war im Sommer 2011 im Fashion-Week-Fieber." width="300" height="205" class="size-medium wp-image-762" /></a><p class="wp-caption-text">Auch die BVG war im Sommer 2011 im Fashion-Week-Fieber. Foto: Sebastian Schrader.</p></div>Es handelte sich um eine 100 Meter lange U-Bahn auf dem Bahnsteig der Linie U5 am Alexanderplatz, der für zwei Tage zum Catwalk und Ausstellungsort von 14 Berliner Designern, wie 24colours, espendrú, Karsten Fischer Berlin sowie dem Petticoatshop, wurde.</p>
<p>Das kostenfreie Event war für alle Modebegeisterten zugänglich und wird hoffentlich auch im kommenden Sommer erneut stattfinden. Ein weiterer für die Öffentlichkeit zugänglicher Teil der Berliner Modewoche sind die Showrooms der projektGALERIE. Dieses Projekt bietet seit dem Jahr 2006 eine Alternative zur offiziellen Fashion Week und lädt Designer ein, ihre Werke in Galerien in Berlin-Mitte auszustellen und so eine sich wechselseitig inspirierende Plattform für Mode und Kunst zu schaffen. In kleinen Galerien kann man hier das Wechselspiel zwischen Mode und Kunst bewundern oder an einer der Aftershowpartys teilnehmen. Neben der Modemesse PREMIUM, auf der rund 900 internationale Designer ihre Kollektionen ausstellen, bietet die ETHICAL FASHION SHOW BERLIN als eigenständige Fachmesse für nachhaltige und ethisch produzierte Streetfashion und Casualwear eine weitere Plattform des Austausches. Die Türen des messeeigene Shops &#8220;Changing Room&#8221;, der die ausgestellten Labels verkauft, sind nicht nur für Fachbesucher, sondern für alle Modeinteressierten geöffnet.<div id="attachment_763" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fashion-U-Bahn-2011_06._30.-1118.jpg"><img src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2012/01/Fashion-U-Bahn-2011_06._30.-1118-200x300.jpg" alt="" title="Der Catwalk der Fashion Station am Berliner Alexanderplatz." width="200" height="300" class="size-medium wp-image-763" /></a><p class="wp-caption-text">Der Catwalk der Fashion Station am Berliner Alexanderplatz. Foto: Sebastian Schrader.</p></div></p>
<p>Die deutsche Mode wird dank der Berliner Modewoche und ihrer Designer unüberhörbar wahrgenommen. Berlin hat im 21. Jahrhundert einen gewaltigen modischen Sprung getan. Die Entwicklung der Mode von der Subkultur, zu einem eigenständigen Bereich der Berliner Kultur- und Kunstszene gleicht einem lauten Staccato. Sabine Nedeljev beschreibt die Hauptstadt als &#8220;Megafon&#8221;, das nicht mehr zu überhören ist. Auch in Zukunft wird Berlin gerade durch innovative Projekte wie die der &#8220;grünen&#8221; Mode in aller Munde und Ohren sein und durch ihr Potential vielleicht auch zunehmend mehr internationale Designer am modischen Wohlklang der Hauptstadt teilhaben lassen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://speakup.to/lautes-berlin/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Oh Einsamkeit!</title>
		<link>http://speakup.to/oh-einsamkeit</link>
		<comments>http://speakup.to/oh-einsamkeit#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 11:52:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[campusKULTUR]]></category>
		<category><![CDATA[Ganz vorn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://speakup.to/?p=672</guid>
		<description><![CDATA[Zu viele Menschen, zu viel Stress, zu wenig Zeit, zu wenig Freiheit! Gesellschaft macht das Leben erst lebbar, vor allem aber erst lebenswert. Dennoch kann sie höllisch anstrengend sein. Wer möchte nicht ab und zu eine „Auszeit“ nehmen von sinnentleerten Smalltalks, aufdringlichen Smartphones und Emails oder von überfüllten, heißen, schwitzigen Vorlesungssälen? Auch (oder gerade weil?) ich nicht gern allein bin, habe ich versucht, mich in die Einsamkeit zu flüchten – und bin gescheitert. Zum Glück. Von Denis Newiak.
Hektisch klingelnde Handys. Die Emails müssen noch beantwortet werden. Wann war noch mal ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zu viele Menschen, zu viel Stress, zu wenig Zeit, zu wenig Freiheit! Gesellschaft macht das Leben erst lebbar, vor allem aber erst lebenswert. Dennoch kann sie höllisch anstrengend sein. Wer möchte nicht ab und zu eine „Auszeit“ nehmen von sinnentleerten Smalltalks, aufdringlichen Smartphones und Emails oder von überfüllten, heißen, schwitzigen Vorlesungssälen? Auch (oder gerade weil?) ich nicht gern allein bin, habe ich versucht, mich in die Einsamkeit zu flüchten – und bin gescheitert. Zum Glück. Von Denis Newiak.</em></p>
<p><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/10/DSC_0568.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-677" title="DSC_0568" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/10/DSC_0568-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" /></a>Hektisch klingelnde Handys. Die Emails müssen noch beantwortet werden. Wann war noch mal das Treffen, um das Referat vorzubereiten? Nicht noch eine Redaktionssitzung! In der U-Bahn scheinen mich alle anzuhusten, es ist so eng. „Ausschlafen“&#8230; was bedeutete das noch gleich? – Die heutige Zeit verlangt den Menschen viel ab, auch uns Studierenden, die gerade noch genug Zeit für einen Pappbecher-Kaffee mit Baguette statt für ein warmes ruhiges Mittagessen haben, die zwischen aneinander gereihten Seminaren, Meetings und SMSen kaum noch zum Denken kommen, stattdessen sich chronisch überlastet fühlen. Zum Leben brauchen wir die Gesellschaft, ohne sie ist es langweilig, unkomfortabel, schlicht: nicht menschenwürdig.</p>
<p>Aber zu viel Gesellschaft kann auch aufreibend wirken – Statusmeldungen von hunderten Facebook-„Freund_innen“, die anfallenden Klausuren an der Uni und aus allen Nähten platzende Großstädte mit zu viel Lärm, Werbung und Tristesse müssen erstmal verkraftet werden. Nicht immer klappt das so, wie wir es uns wünschen würden.</p>
<p>Dem streitbaren deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche ging das vor über einhundert Jahren schon ähnlich (auch wenn ihn weniger das Handygebimmel als das Leben im Allgemeinen fertig gemacht hat). Er hat sich in die Einsamkeit der Berge zurückgezogen, als ihm die Decke der Gesellschaft über dem Kopf zusammenbrach.</p>
<p>Sieben Sommer lebte er zwischen 1881 und 1888 in sozialer Isolation in einem kleinen Zimmer in Sils-Maria, einem Dorf mitten in den Südschweizer Alpen, einen Spaziergang von Italien entfernt, auf zweitausend Metern Höhe gelegen, eingebettet in umzingelnde Viertausen- der des Oberengadins mit seiner dünnen frischen Luft. Wenige hundert Menschen lebten Ende des 19. Jahrhunderts in die- sem Dorf, heute sind es vielleicht ein paar mehr. Bei stundenlangen einsamen Wanderungen kam der Philosoph zum Nachdenken, brachte die Ideen für seine Hauptwerke wie „Also sprach Zarathustra“ hervor, die er dann bei teils frösteln- den Temperaturen und einem überaus asketischen Lebensstil auf seinem Zimmer niederschrieb. In dieser hochproduktiven Phase warf er wie eine Maschine unzählige philosophische Klassiker und Briefe aus, sie prägten das 20. Jahrhundert – leider auch von den Nazis missbraucht – und sind noch (oder wohl eher vor allem) heute topaktuelles Forschungsthema.</p>
<p>Was war da passiert? Wie kann ein Mensch, der sonst sein Leben nicht auf die Reihe bekommt, in den einsamen Bergen mit einer Minirente plötzlich zur Weltberühmtheit werden? Was hat dieser Ort, dieses Leben an sich, was es so fruchtbar macht? Neugierig habe ich mich mit einem Exposé für eine Hausarbeit „Nietzsche und Einsamkeit“ auf den Weg nach Sils-Maria gemacht – und in einem Selbstexperiment zu erleben versucht, was Einsamkeit heute bedeutet, wie sich ein Leben abseits von Bahnhöfen, Kaffeeläden und Computern anfühlt.</p>
<p>Basel, 1. August 2011. Ich gewöhne mir die Gesellschaft langsam ab, einsam sein kann schließlich sehr schwer sein. Eine Freundin begleitet mich im ICE nach Basel, wo wir uns ein Zimmer teilen. Warum ist hier alles so teuer? Und warum muss der Schweizer Franken ausgerechnet jetzt Höhenflüge erleben?</p>
<p>St. Moritz, 4. August 2011. Gerade sind wir aus Zürich gekommen. Die Jugendherberge hier im Olympiadorf ist schön, sehr modern. Aber teuer – wie alles in der Schweiz&#8230; Das Höhenklima macht sich bemerkbar: Die dünne Luft wirkt anregend, der Puls wird schneller, ich fühle mich belebt. Morgen geht es für mich nach Sils. Allein.</p>
<p>Sils-Maria, 8. August 2011. Mein dritter Tag im Nietzschehaus. Irgendwie träume ich seit meiner Ankunft mehr, und die Träume sind irgendwie plastischer und aufschlussreicher als sonst. Einbilden tue ich mir das bestimmt nicht! Morgens verausgabt sich die Sonne – und kaum wandere ich los, zieht es zu und es gießt wie aus Eimern. Zum Glück ist kein Dorf mehr als zwei Fußstunden entfernt. Ich fühle mich belebt. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals Lust gehabt hätte, im Regen durch die Berge zu latschen.</p>
<p>Sils-Maria, 11. August 2011. Die Übereuphorie nach der ersten Woche ist weg, wie es die Fachliteratur hat erahnen lassen. Zum Glück sind auch die Gesichtsrötungen (nicht von der Sonne, sondern der Höhe) wieder verschwunden. Anscheinend habe ich mich akklimatisiert. Ich schreibe jeden Tag einen dicken Brief, jeweils um die 20 Seiten. Ich empfinde es als befreiend. Arm sind nur die dran, die sich gezwungen fühlen, das Zeug auch zu lesen&#8230;</p>
<p>Sils-Maria, 12. August 2011. Herr Prof. Bloch, der das Nietzschehaus als Museum, Forschungs- und Begegnungsort mit aufgebaut und stark geprägt hat, hat mich zu einer Konferenz in das dekadente Hotel „Waldhaus“ eingeladen. Ein Referent erklärt den Unterschied zwischen Einsamkeit, die man selbst wählt und die produktiv sein kann, und Verlassenheit, die einen überwältigt und zur Sackgasse wird. Nietzsche wollte einsam sein, doch er hat wohl keinen Weg mehr zurück gefunden. Das soll mir nicht passieren.</p>
<p>Sils-Maria, 15. August 2011. Eigentlich wollte ich nicht ins Internet gehen. Nur Emails mit „Copenhagen“ und „Apartment“ im Betreff (mein Auslandssemes- ter geht am 1. September los) kommen als SMS weitergeleitet auf mein Handy, mehr nicht. Heute gab es endlich ein Wohnungsangebot, welches vertrauenswürdig aussieht. Gut, dass ich trotz aller technikfeindlichen Vorsätze sofort per Email zugeschlagen habe.</p>
<p>Sils-Maria, 17. August 2011. Endlich! Ein Brief aus Potsdam! Ich verschlinge die Seiten wie die tägliche Portion Käse. Von meiner Wanderung nach St. Moritz und zurück habe ich Muskelkater, aber ich möchte noch größere Touren machen. Arbeiten die Beine, arbeitet auch der Kopf.<a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/10/DSC_0508.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-676" title="DSC_0508" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/10/DSC_0508-168x300.jpg" alt="" width="168" height="300" /></a></p>
<p>Sils-Maria, 19. August 2011. Nietzsche mochte die Gefahr. Ich kann in der Regel ganz gut auf sie verzichten. Als ich aber heute im Val Fedoz war, völlig allein, und graue Wolken das Tal bedeckten, wurde mir schrecklich heiß vor Schreck – und es fühlte sich beunruhigend gut an.</p>
<p>Sils-Maria, 22. August 2011. Meine letzte Woche im Engadin. Höchste Zeit für ein Bad im Silser See. Fünf Minuten reichen mir bei einstelligen Wassertemperaturen. Meine Hängematte auf Chastè (der paradiesischen Halbinsel neben Sils) zieht neidische Blicke auf sich. Heute Morgen habe ich mich noch gewundert, warum so viele Kunstschaffende, Gelehrte und – reiche Schnösel immer wieder ausgerechnet hierher kommen. Sils zieht sie magnetisch an. Gibt es denn keine anderen schönen Ecken auf der Welt? Widerwillig spiele aber auch ich mit dem Gedanken, bald wiederzukommen – dabei hatte ich mir diese Sehnsucht doch verboten!</p>
<p>Sils-Maria, 23. August 2011. Heute wage ich die Tour zum Julierpass über Silvaplana, dann gute tausend Meter Aufstieg und zurück nach Sils, rund 24 Kilometer. Auf dem steilen Felsweg, von dem Geröll herunterrollt, welches die eisige Stille durchbricht, fühle ich mich verlassen – und will zurück zu den Menschen. Zum Glück ist in ein paar Tagen alles vorbei! Doch die Aussicht vom Gipfel macht alles wieder gut&#8230; Die Berge sehen aus wie eine Filmkulisse, wie gemalt für das Alpenkino, total platt und unecht, dennoch monströs. Wenn ich mir dazu „Wadde Hadde Dudde Da?“ auf die Kopfhörer lege, bekommt diese Landschaft einen zynischen Touch.</p>
<p>Sils-Maria, 26. August 2011. „In der Einsamkeit frisst sich der Einsame selbst auf, in der Vielsamkeit fressen ihn die vielen. Nun wähle.“ – Ich wähle lieber das Zweitere. Einsam sein darf nur die Ausnahme sein, eine Sondersituation, nicht die Regel. Selbst der einsamste Nietzsche weiß: „Die Einsamkeit ist mitunter gar zu trostlos“. Von der Einsamkeit habe ich erstmal genug. Zum Glück habe ich für meine Hausarbeit noch Zeit bis zum Frühjahr.</p>
<p>Hannover, 27. August 2011. Ich bin zurück. Was hat mich in der Großstadt empfangen? Zugverspätung, der Streit mit T-Mobile über unrechtmäßige Abbuchungen, McDonald’s. Aber vor allem: Meine geliebte große Schwester, mein erwachsener Neffe Micha – und der kleine dreijährige Robert. Den ganzen Tag spiele ich mit ihm und seinem neuen plüschigroten Spielzeugzug der Rhätischen Bahn. Dann erzählt er mir von den Zügen, die mich zu ihm bringen: ICE, TGV – ich habe den Eindruck, er hat Schienenver- kehrswesen studiert!</p>
<p>Wer will da noch einsam sein?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://speakup.to/oh-einsamkeit/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Es war einmal der Weltuntergang</title>
		<link>http://speakup.to/es-war-einmal-der-weltuntergang</link>
		<comments>http://speakup.to/es-war-einmal-der-weltuntergang#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jul 2011 15:45:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[campusKULTUR]]></category>
		<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[Weltuntergang]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://speakup.to/?p=445</guid>
		<description><![CDATA[&#8230; und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch 2013. Ein Blick auf die Weltuntergangsszenarien für 2012. Von Lisa Büntemeyer
Warum studieren wir eigentlich noch? Die Antwort liegt irgendwie recht nah. Um einen Abschluss zu erlangen, gut bezahlte Arbeit zu finden. Macht Sinn. Befasst man sich dieser Tage allerdings mit den Apokalypsemeldungen der Massenmedien, kann man sich schon mal die Frage stellen: Wozu eigentlich das Ganze? 2012 ist doch eh alles vorbei.
2012 ist die ultimative Antwort auf alle lebenswichtigen Fragen. Soll ich mein Studienfach wechseln? Hat meine Beziehung noch ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 8.5px 0.0px; line-height: 30.0px; font: 28.0px Calibri} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 8.5px 0.0px; line-height: 14.0px; font: 12.0px Calibri} p.p3 {margin: 0.0px 0.0px 2.8px 0.0px; text-align: justify; text-indent: 8.5px; font: 9.5px 'OrigGarmnd BT'} --><em>&#8230; und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch 2013. Ein Blick auf die Weltuntergangsszenarien für 2012. Von Lisa Büntemeyer</em></p>
<p>Warum studieren wir eigentlich noch? Die Antwort liegt irgendwie recht nah. Um einen Abschluss zu erlangen, gut bezahlte Arbeit zu finden. Macht Sinn. Befasst man sich dieser Tage allerdings mit den Apokalypsemeldungen der Massenmedien, kann man sich schon mal die Frage stellen: Wozu eigentlich das Ganze? 2012 ist doch eh alles vorbei.</p>
<p>2012 ist die ultimative Antwort auf alle lebenswichtigen Fragen. Soll ich mein Studienfach wechseln? Hat meine Beziehung noch einen Sinn? Fahren wir über Weihnachten 2012 lieber nach Mallorca oder Poppenbüttel? Egal, ist ja sowieso bald Schluss mit lustig. Denn laut einem mathematisch und astrologisch gewitzten Volk aus Südamerika, namentlich den Maya, geht am 21. Dezember die Welt unter. Das mag in Zeiten von Terroranschlägen, Kriegen in Nordafrika, verheerender Erdbeben und atomarer Gefahr gar nicht so unwahrscheinlich klingen. Doch was steckt eigentlich hinter der Prophezeiung, die unser aller Verderben vorhersieht?</p>
<p>Die Maya erstellten einen Kalender, der im Jahre 3114 vor Christus beginnt und am 21. Dezember 2012 endet. Für diesen Tag prophezeiten die Maya jedoch keineswegs das Ende allen irdischen Lebens, sondern markierten lediglich einen für ihre Zeitrechnung bedeutsamen Tag. Sie rechneten in 394-Jahres Zyklen. Am 21. Dezember 2012 endet der dreizehnte Zyklus, und da 13 für die Maya eine heilige Zahl war, sticht eben dieser Tag besonders in ihrem Kalender hervor.</p>
<p>Außerdem können wir an diesem Tag ein astronomisches Ereignis verzeichnen, welches nur alle 25.800 Jahre am Sternenhimmel zu sehen ist. Die Sonne wird am besagten Datum im Zentrum der Milchstraße zu sehen sein – auch das sollen die Maya berechnet haben. Am 21. Dezember 2012 beginnt für die Maya also schlicht und einfach eine neue Zeitrechnung. Die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember  wird vermutlich eine Nacht wie jede andere.</p>
<p>Wer all seine Hoffnungen auf den Weltuntergang 2012 gesetzt hat, soll hier aber nicht vollends enttäuscht werden. Es gibt nämlich noch weitere ermutigende Prophezeiungen für die nächsten Jahre. Die Hopi-Indiander sagen ein baldiges Ende von Großteilen der Erdbevölkerung voraus, bei dem wir alle verbrennen werden. Auch der Prophet Nostradamus hatte im 16. Jahrhundert ein Wörtchen zur Weltuntergangsstimmung unserer Zeit zu sagen: In riesigen Kriegen endet laut ihm alles irdische Leben. Und zwar am 4. Juli 1999. Wir sind also schon längst tot.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://speakup.to/es-war-einmal-der-weltuntergang/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schluss mit falschen Träumen</title>
		<link>http://speakup.to/schluss-mit-falschen-traumen</link>
		<comments>http://speakup.to/schluss-mit-falschen-traumen#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jul 2011 15:45:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[campusKULTUR]]></category>
		<category><![CDATA[Ganz vorn]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Otto-Theater]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://speakup.to/?p=440</guid>
		<description><![CDATA[Im Potsdamer Hans-Otto-Theater geht’s zur Sache: Die herrliche Lage am Wasser, das harmonisch geschwungene rote Dach und die Ruhe um das Gebäude herum verlieren kein Wort darüber, dass im Innern des Neuen Theaters die Fetzen fliegen, Illusionen aufgedeckt werden und ein Menschheitsproblem nach dem anderen abgehandelt wird. Perfektes Beispiel: Das als stereotypes Sippschaftstreffen getarnte Bühnenwerk „Eine Familie“ von Tracy Letts, welches in Wirklichkeit ein handfestes Gesellschaftsdrama ist. Wir haben uns das für euch angeguckt und waren mal wieder begeistert. Von Denis Newiak
Einst war Oklahoma, im Herzen der USA gelegen, ein ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 8.5px 0.0px; line-height: 30.0px; font: 28.0px Calibri} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 8.5px 0.0px; line-height: 14.0px; font: 12.0px Calibri} p.p3 {margin: 0.0px 0.0px 2.8px 0.0px; text-align: justify; text-indent: 8.5px; font: 9.5px 'OrigGarmnd BT'} span.Apple-tab-span {white-space:pre} --><em>Im Potsdamer Hans-Otto-Theater geht’s zur Sache: Die herrliche Lage am Wasser, das harmonisch geschwungene rote Dach und die Ruhe um das Gebäude herum verlieren kein Wort darüber, dass im Innern des Neuen Theaters die Fetzen fliegen, Illusionen aufgedeckt werden und ein Menschheitsproblem nach dem anderen abgehandelt wird. Perfektes Beispiel: Das als stereotypes Sippschaftstreffen getarnte Bühnenwerk „Eine Familie“ von Tracy Letts, welches in Wirklichkeit ein handfestes Gesellschaftsdrama ist. Wir haben uns das für euch angeguckt und waren mal wieder begeistert. Von Denis Newiak</em></p>
<p>Einst war Oklahoma, im Herzen der USA gelegen, ein Bundesstaat mit fruchtbarer Prärie. In den 1930er Jahren, nach Übernutzung und Austrocknung, blieb nur eine staubige Wüste, vor der die Bauern flüchteten. Heiß kann es werden in Oklahoma, bis zu 49 Grad. Dass Tracy Letts Drama „August: Osage County“, welches erst den Pulitzerpreis gewann und dann schnell den Weg auf Europas Bretter fand, ausgerechnet in dieser trostlosen Gegend der Vereinigten Staaten spielt, ist kein Zufall. Warum, erklärt sich schnell.</p>
<div id="attachment_515" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/07/foto2_22735_33993_familiepresse3_sw.jpg"><img class="size-medium wp-image-515 " title="foto2_22735_33993_familiepresse3_sw" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/07/foto2_22735_33993_familiepresse3_sw-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Im Hans-Otto-Theater geht mal wieder die Post ab. Foto: Hans-Otto-Theater Potsdam</p></div>
<p>Beverly Weston hat das Leben satt: Seine Frau Violet (Tina Engel) ist tablettensüchtig und krebskrank, flucht und schimpft ohne Pause, seine drei Töchter haben schon seit längerer Zeit das Zuhause verlassen und Beverly selbst kann vor Trunkenheit keinen ernstgemeinten Schritt mehr unternehmen, von der einstigen lyrischen Hochleistung, die ihn fast zu einem Klassiker der amerikanischen Literatur gemacht hätte, ist nichts mehr zu sehen außer die wackligen Buchtürme mit Werken wie von T. S. Eliot. Der hat einst geschrieben: „Das Leben ist sehr lang“ – Beverly zitiert den Satz am Anfang des Stückes. Doch das Leben muss nicht lang sein: Bevor sich der lebensmüde Alkoholiker und Ex-Lyriker aufmacht zum Selbstmord, stellt er eine Haushälterin ein, die „Indianerin“ Johnna (Elzemarieke de Vos), die aus Tradition ein Stück ihrer Nabelschnur an einer Kette trägt. Als sich Beverly einige Tage nicht blicken lässt, ruft die Ehefrau (die sich selbst als menschlichen Kaktus bezeichnet – langlebig, aber fast bedürfnislos) ihre Töchter zur Hilfe. Das Familientreffen samt töchterlichen Lebensgefährten beginnt, mit all seinen Tiefen. Als die Polizei mitteilt, der Familienvater habe sich wohl ersäuft hat, treten die fatalen Schwachstellen der Familienmitglieder zu Tage, so wie sich die Schweißperlen durch die Haut der Protagonist_innen quetschen, während die Fensterscheiben abgeklebt sind, die Klimaanlage ausgeschaltet ist und selbst Papageien vor Hitze den Geist aufgeben.</p>
<p>Beim Leichenschmaus bricht die an brennendem Mundhöhlenkrebs erkrankte Violet mit den Fassaden ihrer Töchter: Barbara (Melanie Straub) spielt die glückliche Ehefrau, während ihre Mann, der Geisteswissenschaftler Bill, sie mit seinen Studentinnen betrügt; Ivy hat sich zum zweiten Mal in ihrem Leben verliebt, aber leider ausgerechnet in ihren Schwager ersten Grades, der in Wirklichkeit – und das weißt sie noch nicht – ihr leiblicher Bruder ist; und Karen, die sich selbst vorlügt, endlich „glücklich“ zu sein, schläft mit einem Mann, der bei der erst besten Gelegenheit eine 15-Jährige vergewaltigt. Ganz offensichtlich stimmt bei den Töchtern was nicht, und Violet, die vom Leben nicht mehr viel zu erwarten hat, lässt es sich nicht nehmen, die Wunden aufzureißen und Salz hineinzuschütten. Die drei hilflosen Küken schmieden Pläne, ihrer verwitweten Mutter zu helfen, sind dann aber doch zu sehr mit sich selbst beschäftigt und mit ihrem Leben, welches in Wahrheit keines ist. Am Ende bleibt Violet nur die fleißige gute Haushälterin Johnna, die kocht, obwohl die Familie nichts isst, lieber einen Rettungswagen ruft, wenn jemand einen Herzinfarkt zu bekommen scheint, statt dumm herumzuschreien – und ihre zornige Herrin, von welcher sie einst nur Undankbarkeit und Beleidigungen empfangen hat, auf den Schoß nimmt und umarmt. Wenn Johnna ihr von Eliot vorsingt, „this is the way the world ends“, meint sie damit nicht nur das Leben der allein gebliebenen Violet, sondern das Ende einer großen verkorksten Gesellschaft, die eingestaubt, verschwitzt und kurz vorm Eingehen ist.</p>
<div id="attachment_516" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/07/foto1_22741_34005_familiepresse2_sw.jpg"><img class="size-medium wp-image-516" title="foto1_22741_34005_familiepresse2_sw" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/07/foto1_22741_34005_familiepresse2_sw-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Hans-Otto-Theater Potsdam</p></div>
<p>So reiht sich „Eine Familie“ (Übersetzung von Anna Opel) nahtlos in eine gesellschaftskritische Saison am kommunalen Hans-Otto-Theater ein: In „Volpone“ gibt sich ein geldgieriger Venezianer als todkrank aus, um Geschenke der um die Erbschaft buhlenden Geizkragen abzufassen, im Jahrzehnt der „Krise“ aktueller als es uns lieb sein dürfte; „Iwanow“ im gleichnamigen Stück von Tschechow geht schon nach dreißig Lebensjahren die Luft aus – ein Bilderbuch-Burnout als Diagnose einer mit sich selbst überforderten Generation; oder „Hexenjagd“, wo natürlich keine Hexen, sondern die vermeintlichen Feinde des mittelalterlichen kirchlichen Unterdrückungssystems gejagt werden – Parallelen zur willkürlichen Kommunistenverfolgung in den USA lassen sich leicht ziehen. Und „Eine Familie“ erzählt uns – verschleiert in einer Familiengeschichte, bei welcher Menschen überall auf der Welt bitter mitlachen können – von der Sinnentleertheit der ideologischen Floskel des „Strebens nach Glück“, welche sich in einer hyperkapitalisierten Welt voller Armut, Arbeitslosigkeit und Tristesse als größte Lüge unserer Zeit entpuppt.</p>
<p>Wer einige Aufführungen in der Schiffbauergasse gesehen hat, dem wächst das Schauspieler_innen-Ensemble, welches selbst einer großen vertrauten Familie mit klar zugewiesenen Rollen gleicht, zunehmend ans Herz. Alle haben ihren Platz: Jon-Kaare Koppe als der Gutbürgerliche, Andrea Thelemann als Frau fürs Grobe, und Franziska Melzer als die Schöne (in „Die Familie“ mit enormem Schwitzfleck endlich einmal erfrischend unsexy). 		Den Darsteller_innen wird im „HOT“ viel abverlangt: Sie müssen schreien, kämpfen, sich auf dem Boden wälzen oder nackig machen – und dabei geben sie ihr Bestes. Manchem Stück würden wohl ein bisschen weniger Gekreische und dafür einige ruhige Momente mehr gut tun, aber vielleicht lässt sich das Entsetzen über unsere Gegenwart nicht anders artikulieren. So wie derzeit überall in Film, Literatur und Musik wird auch im Hans-Otto-Theater nicht besonders zimperlich gehandelt, wenn es um einen vernichtenden Schlag gegen die verklärten Lebensmodelle unserer Welt geht. Erbarmungslos. So sollte es auch in der kommenden Saison sein.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://speakup.to/schluss-mit-falschen-traumen/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Stadt als Spielplatz</title>
		<link>http://speakup.to/die-stadt-als-spielplatz</link>
		<comments>http://speakup.to/die-stadt-als-spielplatz#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jul 2011 15:36:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[campusKULTUR]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulsport]]></category>
		<category><![CDATA[Parkous]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://speakup.to/?p=436</guid>
		<description><![CDATA[ Dem Risiko zum Trotz, stürzt sich Lisa Büntemeyer in halsbrecherische Aktionen. Diesmal: Szenen aus dem Hochschulsportkurs „Parkour“. 
Mühelos über Mauern springen, in mehreren Metern Höhe ungesichert über schmale Holzbalken balancieren, aus tiefem Fall gekonnt abrollen – Wo man das lernen kann? An der Uni! In einer neuen Serie stellen wir euch ungewöhnliche Sportarten aus dem Hochschulsport der Uni Potsdam vor. Diesmal: Parkour.
Vor der Biosphäre am BUGA-Park spielen sich sonderbare Szenen ab. Spaziergänger_innen verweilen staunend, als rund zwanzig junge Menschen sich gegenseitig Huckepack nehmen, wie Frösche über das Gelände hüpfen, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 2.8px 0.0px; text-align: justify; text-indent: 8.5px; font: 9.5px 'OrigGarmnd BT'} --> <!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 8.5px 0.0px; line-height: 14.0px; font: 12.0px Calibri} --><em><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/07/DSC06244.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-435" title="DSC06244" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/07/DSC06244-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Dem Risiko zum Trotz, stürzt sich Lisa Büntemeyer in halsbrecherische Aktionen. Diesmal: Szenen aus dem Hochschulsportkurs „Parkour“. </em></p>
<p>Mühelos über Mauern springen, in mehreren Metern Höhe ungesichert über schmale Holzbalken balancieren, aus tiefem Fall gekonnt abrollen – Wo man das lernen kann? An der Uni! In einer neuen Serie stellen wir euch ungewöhnliche Sportarten aus dem Hochschulsport der Uni Potsdam vor. Diesmal: Parkour.</p>
<p>Vor der Biosphäre am BUGA-Park spielen sich sonderbare Szenen ab. Spaziergänger_innen verweilen staunend, als rund zwanzig junge Menschen sich gegenseitig Huckepack nehmen, wie Frösche über das Gelände hüpfen, über Fahrradständer springen und den Vorplatz auf den Händen überqueren, während ein_e Partner_in sie an den Beinen festhält. Was sie sehen, ist nicht etwa ein schlecht besuchter Flashmob, sondern Teil des Aufwärmprogramms des Parkour-Kurses der Uni Potsdam.</p>
<p>Nach dem Aufwärmen joggt die Gruppe in zügigem Tempo durch den Park zu einem Spielplatz, wo das eigentliche Programm des Kurses stattfinden soll. Das heißt: auf Bäume klettern, Mauern entlang hangeln, Hindernisse mit großen Sprüngen überwinden und vor allem Spaß an der Bewegung.</p>
<p>Parkour, oder auch Le Parkour, ist ein recht junger Sport, der 1980 vom Franzosen David Belle begründet wurde. Im Gegensatz zu Sportarten wie Fußball, Turnen oder Schwimmen ist Parkour allerdings kein Wettkampf. Den Traceuren, also den Parkoursportler_innen, geht es vielmehr um die Perfektion der Bewegung. Dabei überwinden die Läufer_innen Hindernisse in der Stadt ohne Hilfsmittel, also nur mit ihrem Körper. Wichtig ist, dass Traceure ihre eigenen Fähigkeiten gut einschätzen können, sich konzentrieren, sich nicht selbst überfordern und ständig die volle Kontrolle über ihre Bewegungen haben. Parkour hat nichts mit Mutproben zu tun – Sprünge von Haus zu Haus oder von hohen Dächern sind nicht unbedingt üblich, sondern werden nur von sehr erfahrenen Traceuren unternommen.</p>
<p><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/07/DSC06212.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-434" title="DSC06212" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/07/DSC06212-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></p>
<p>Die Gruppe um die erfahrenen Kursleiter Andrej, Steven, Christian und Lukas setzt sich aus bereits Fortgeschrittenen und völligen Neulingen zusammen. Die Teilnehmer – sowohl Männer als auch Frauen – haben gemein, dass sie alle Vorerfahrung aus anderen Sportarten wie etwa Klettern, Turnen, Tauchen oder Ballsport mitbringen. Denn für chronische Sportverweiger_innen ist Parkour sicherlich nicht die optimale Sportart, da ein gewisses Maß an Beweglichkeit und Körperbeherrschung vorausgesetzt wird.</p>
<p>Die Kinder auf dem Spielplatz staunen nicht schlecht, als plötzlich zwei Männer und eine Frau auf der Schaukel über ihnen sitzen. Beinahe mühelos sind sie die Holzbalken hochgeklettert, um sich auf der anderen Seite nach einem Sprung auf den Boden elegant abzurollen. Denn beim Parkour geht es nicht nur darum, Hindernisse irgendwie zu überwinden, sondern die Bewegung immer weiter zu perfektionieren und möglichst einfach und elegant erscheinen zu lassen.</p>
<p>Um die Stadt optimal zu nutzen, trifft sich der Hochschulsportkurs jede Woche an einem anderen Ort. Im Winter wird der Kurs übrigens nicht angeboten, da Schnee und Eis eher hinderlich für akrobatische Einlagen sind. Wer neugierig geworden ist, kann dennoch in den Sport reinschnuppern. Auf <em>www.sprungaufden.blogsport.de </em>werden Termine für Parkour-Treffen bekannt gegeben. Wer Lust hat, kann vorbeischauen und mitmachen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://speakup.to/die-stadt-als-spielplatz/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Jesus und die Ostereier</title>
		<link>http://speakup.to/jesus-und-die-ostereier</link>
		<comments>http://speakup.to/jesus-und-die-ostereier#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 Apr 2011 17:20:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[campusKULTUR]]></category>
		<category><![CDATA[Osterhase]]></category>
		<category><![CDATA[Ostern]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://speakup.to/?p=346</guid>
		<description><![CDATA[von Lisa Büntemeyer
Es war einst ein Freitag vor gut und gerne 2000 Jahren, da wurde ein bärtiger Mann ans Kreuz genagelt und starb einen schmerzhaften, qualvollen Tod, um sein Volk zu retten. Der gute Herr blieb allerdings keine zwei Tage unter der Erde, sondern war schon am darauffolgenden Sonntag wieder putzmunter.
Was haben wir aus diesem doch sehr außergewöhnlichen Ereignis der Auferstehung gemacht? Wir nennen es Ostern, suchen bunte Eier im Garten, die ein aberwitziger Hase dort versteckt haben soll und schlagen uns den Magen voll. Wo bitte liegt da der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 10.0px Calibri; color: #1a171b} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 9.5px 'OrigGarmnd BT'; color: #1a171b} span.Apple-tab-span {white-space:pre} --><em><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/04/drei-Ostereier-sw-web.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-368" title="Druck" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/04/drei-Ostereier-sw-web-300x182.jpg" alt="" width="300" height="182" /></a>von Lisa Büntemeyer</em></p>
<p>Es war einst ein Freitag vor gut und gerne 2000 Jahren, da wurde ein bärtiger Mann ans Kreuz genagelt und starb einen schmerzhaften, qualvollen Tod, um sein Volk zu retten. Der gute Herr blieb allerdings keine zwei Tage unter der Erde, sondern war schon am darauffolgenden Sonntag wieder putzmunter.</p>
<p>Was haben wir aus diesem doch sehr außergewöhnlichen Ereignis der Auferstehung gemacht? Wir nennen es Ostern, suchen bunte Eier im Garten, die ein aberwitziger Hase dort versteckt haben soll und schlagen uns den Magen voll. Wo bitte liegt da der Zusammenhang?</p>
<p>Und warum findet die Osterfeier jedes Jahr an einem anderen Wochenende statt, dieses Jahr sogar erst Ende April? Die Antwort ist Ergebnis jahrhundertelanger	Berechnungen und Streitereien der Kirche: Ostern fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond, demnach frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April. So ist es ja auch viel unkomplizierter, als einfach das Datum von Jesu Auferstehung festzuhalten und ein für alle mal als unbeweglichen Feiertag in den Kalender einzuschreiben&#8230;</p>
<p>Um nun von Jesu Auferstehung zu Osterhasen und bunten Eiern zu kommen, müssen wir noch ein paar weitere Tage in die Zeit zurückreisen, bis zum Aschermittwoch. Mit dem Ende des Karnevals beginnt nämlich die siebenwöchige Fastenzeit, die bis zum Ostersamstag andauert. Früher musste der gutgläubige Christ während der Fastenzeit auf Fleisch- Milchprodukte und Eier verzichten. Die Hühner, die die Fastenzeit natürlich herzlich wenig interessiert, legten indessen fleißig weiter Eier. Da der Mensch kein verschwenderisches Wesen ist und den enormen Überschuss an Eier verwerten musste, kochte er sie einfach, um sie somit länger haltbar zu machen. Die alten Eier wurden rot angemalt, damit sie sich von den frischen abhoben. Nach und nach wurde rot dann durch verschiedene Farben ersetzt – dieses Kulturgut ist in diesen Tagen in jedem Supermarkt zu Spottpreisen erhätlich.</p>
<p>Wollen wir den Osterhasen nicht vergessen. Der tauchte erst im 17.Jahrhundert als österlicher Eierbringer auf und etablierte sich 200 Jahre später, als die Spielzeug- und Schokoladenindustrie enorme Profitchancen in dem kuscheligen Hoppler entdeckte. Eindeutige Erklärungen für die Herkunft des Hasens gibt es nicht, Vermutlich ist der Eierlegende Hase einfach Produkt von Eiersuchenden Kindern, die auf ihrer Suche im Feld Hasen sahen.</p>
<p>Soviel zur Entstehung Osterns. Wenn wir am Ostersonntag also genüsslich Schokolade oder andere Dinge verspeisen, sollten wir auch einen Moment an den berühmtesten Untoten der christlichen Geschichte denken. Noch ein kleiner Tipp zum Abschluss: Besonders gut schmeckt an Ostern der Hasenbraten.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://speakup.to/jesus-und-die-ostereier/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Willkommen in der Hölle</title>
		<link>http://speakup.to/willkommen-in-der-holle</link>
		<comments>http://speakup.to/willkommen-in-der-holle#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 Apr 2011 17:01:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[campusKULTUR]]></category>
		<category><![CDATA[Houston]]></category>
		<category><![CDATA[Texas]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://speakup.to/?p=336</guid>
		<description><![CDATA[Ein berechtigter Verriss des vielleicht widerlichsten Bundesstaates der USA. Von Denis Newiak
Kurz bevor ich meine Schwester nach Houston in Texas zu einem Kongress begleiten wollte, hatte ich mich erkältet. Es war fast so, als wollte mich die folgende Schwäche von meiner Reise abhalten. Doch ich fuhr trotzdem.
Auf die drei Tage in Texas größter Stadt hatte ich mich gefreut, an gutgelaunte Cowboys mit Lassos und Hüten gedacht, den Sound eines Countrysongs im Ohr, während ich über einen Highway der Sonne entgegen fahren und nur kurz für ein paar Stunden Schlaf im ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Calibri; color: #1a171b} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 9.5px 'OrigGarmnd BT'; color: #1a171b} p.p3 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 16.0px Calibri; color: #1a171b} span.s1 {font: 16.0px 'OrigGarmnd BT'} span.Apple-tab-span {white-space:pre} --><em><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/04/coopers-express1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-341" title="coopers-express" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/04/coopers-express1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Ein berechtigter Verriss des vielleicht widerlichsten Bundesstaates der USA. Von Denis Newiak</em></p>
<p>Kurz bevor ich meine Schwester nach Houston in Texas zu einem Kongress begleiten wollte, hatte ich mich erkältet. Es war fast so, als wollte mich die folgende Schwäche von meiner Reise abhalten. Doch ich fuhr trotzdem.</p>
<p>Auf die drei Tage in Texas größter Stadt hatte ich mich gefreut, an gutgelaunte Cowboys mit Lassos und Hüten gedacht, den Sound eines Countrysongs im Ohr, während ich über einen Highway der Sonne entgegen fahren und nur kurz für ein paar Stunden Schlaf im gemütlichen Motel unterkommen würde. Das alles hat sich als lächerliche Romantik herausgestellt, der ich mich nie wieder hingeben werde.</p>
<p>Houston, wir haben ein Problem. Die Stadt ist bekannt für das NASA-Kontrollzentrum. Laut Wikipedia gibt es dort auch „hervorragende biomedizinische Forschung“. Dafür mangelt es dem Ort an Menschenwürde. Gewagte Aussage? Abwarten.</p>
<p>Als wir in die Stadt einfahren, verschlingen uns die Hochhäuser. Es sind keine Hochhäuser wie in New York, die einem das Gefühl geben, dass sie leben, sondern solche, die einen erdrücken mit ihrer Kälte. Die Stadt ist wie ausgestorben, kaum ein Mensch ist auf der Straße, dabei befinden wir uns abends im Zentrum. Alle Geschäfte sind geschlossen, selbst der McDonald’s hat schon um sieben zugemacht. Auf unserer Suche nach einer Einkaufsmöglichkeit begegnen uns zwei Leute: Einer fragt nach „Change“ (ein paar Dollar), der andere sagt uns, dass es in der Nähe keinen Supermarkt gibt – mitten in der Innenstadt? Er schickt uns zu einer Touristenfalle, wo es fast nichts gibt. Wir geben uns mit einer Packung Tee zufrieden, mit dem ich die wachsenden Halsschmerzen bekämpfen möchte. Honig gibt es keinen. Ich schlafe schlecht, wache schweißgebadet auf und huste mir die Seele aus dem Leib.</p>
<p>Am nächsten Morgen hoffe ich, dass sich der Tag der Ankunft als reines Pech entpuppt, dass sich der Ort einfach nicht gut präsentiert hat oder wir zu müde waren, um seine Schönheit zu erkennen. Doch die ganze Pracht der Hässlichkeit präsentiert sich uns erst im Tageslicht. Die Friteusen laufen auf Hochtouren und nebeln die staubigen Straßen mit widerlichen Fettgestank und stickiger Hitze ein.</p>
<p>Gut, dass ich sowieso nur noch durch den Mund atmen kann. In einem Einkaufszentrum treffe ich meine Schwester, um mit ihr in den Supermarkt zu gehen, doch außer einer heruntergekommenen Drogerie mit ein paar Oreo-Keksen finden wir nichts. Nur die überteuerten Bananen bei Starbucks wirken vertrauenswürdig. Aus Verzweiflung setzen wir uns an einen Plastiktisch und nehmen einen Snack zu uns: versalzener Salat mit Presshühnchen und Fischteilen, was alles nach Panade schmeckt. Zu zweit haben wir mit einer Mahlzeit ein viertel Kilo Müll fabriziert, die nicht essbaren „Speise“-Reste nicht eingerechnet. Die aufdringliche 70er-Jahre-Musik, die wie im schlechten Film die Kaufwütigen zum Konsum anheizen soll, schlägt uns in die Flucht. Natürlich hätten wir auch im Hotel oder einem edlen Restaurant essen können, doch das muss man sich leisten können.</p>
<p>Wir suchen den Ort auf, der als der einzig würdige wirkt: Eine Buchhandlung. Doch außer Biografien von Landesstolz Bush, Büchern mit Titeln wie „Art of War“ und einer ganzen Etage mit Bibeln in verschiedensten Ausführungen und entsprechendem Zubehör (ja, zu Bibeln gibt es hier Zubehör&#8230;) finden wir hier nichts – noch nicht einmal einen Fremdenführer zu Texas oder Houston! Zur Erinnerung: Das ist der Ort, in dem wir uns gerade gedanklich befinden. Doch wovon sollte man auch in so einem Reiseführer schreiben, wo es doch hier nicht einmal einen Supermarkt gibt? Bei dem Gedanken kommt uns die Panade hoch.</p>
<p>Die Halsschmerzen haben mir inzwischen die Stimme geklaut. Dieser Ort macht sprachlos. Und machtlos.</p>
<p>Der letzte Tag: Wir haben nicht aufgegeben. Unsere Suche nach einem Supermarkt führt uns in eine Kaufhalle, die erst vielversprechend aussieht. Doch die Klischees bestätigen sich: Jeweils ein Regal mit Keksen, mit Chips und mit Cola. Die Kosmetikabteilung nimmt zwei Drittel der Ladenfläche ein. Abgefülltes Wasser kostet das doppelte wie Limonade. Vor Hunger und Hoffnungslosigkeit werden wir wütend und gereizt. Als wir zufällig einen „Food Store“ entdecken, schöpfen wir zum letzten Mal Hoffnung – vergebens. Kekse, Chips, Cola. Auf dem Rückweg gehen wir an einem Fastfood-Laden vorbei: „Cooper’s Express“ – Ein Huhn mit menschlichem Gesicht guckt vor einem Berg von grauen frittierten Hähnchen- Leichenteilen hervor. Während ich das hier schreibe, glaube ich selbst kaum.</p>
<p>Am Tag der Rückfahrt denken wir nur an eines: Die Rückfahrt. Und an die Angst, den Flug zu verpassen. Als sich eine Stunde lang kein Bus zum Flughafen blicken	lässt, steigen wir ins Taxi. Am Ende der Tour sagt der Fahrer: „Ich bin Demokrat. Die Republikaner wollen unsere Kinder verhungern lassen.“ Wir applaudieren ihm – und schöpfen Kraft. Ich fühle mich besser.</p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 13.0px Calibri; color: #1a171b} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 9.0px 'OrigGarmnd BT'; color: #1a171b} --><strong>FAKTEN ZU TEXAS:</strong></p>
<p>In Texas und 19 anderen US-Bundesstaaten ist das „Paddling“ an Schulen erlaubt. Dabei werden Kinder durch Schläge auf das Gesäß gezüchtigt. Texas ist unter den Top-5-Staaten mit den meisten Paddlings.</p>
<p>Ein Drittel aller Vollstreckungen der Todesstrafe in den USA findet in Texas statt.</p>
<p>In Texas leben so viele Kinder ohne Krankenversicherung (14 Prozent) wie in keinem anderen US-Bundesstaat.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://speakup.to/willkommen-in-der-holle/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Radio ade?</title>
		<link>http://speakup.to/radio-ade</link>
		<comments>http://speakup.to/radio-ade#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Feb 2011 09:54:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[campusKULTUR]]></category>
		<category><![CDATA[dab]]></category>
		<category><![CDATA[funk]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[podcast]]></category>
		<category><![CDATA[radio]]></category>
		<category><![CDATA[up]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://speakup.to/?p=249</guid>
		<description><![CDATA[ 
Von Mandy Calliari  2015 könnte es still werden in Deutschland. Beim morgendlichen Kaffee wird uns nichts und niemand stören, vielleicht nur der gluckernde Sound der Kaffeemaschine und die schmatzenden Geräusche unserer Mitfrühstückenden.
Denn kein_e krampfhaft gutgelaunte_r Radiomoderator_in wird versuchen, uns den Morgenmuffel aus den Knochen zu treiben, keine Verkehrsmeldung wird uns den Weg zur Arbeit schon vermiesen ehe wir erst im angekündigten Stau stecken und niemand wird uns raten, heute nicht ohne unseren Regenschirm aus dem Haus zu gehen. Ab 2015 könnte es nämlich kein UKW-Radio mehr geben. Dann ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em> </em></p>
<div id="attachment_242" class="wp-caption alignleft" style="width: 182px"><em><em><a href="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/02/radio.jpg"><img class="size-medium wp-image-242 " title="Radio" src="http://speakup.to/wp-content/uploads/2011/02/radio-172x300.jpg" alt="Radio" width="172" height="300" /></a></em></em><p class="wp-caption-text">Radio ade?</p></div>
<p><em>Von Mandy Calliari </em> 2015 könnte es still werden in Deutschland. Beim morgendlichen Kaffee wird uns nichts und niemand stören, vielleicht nur der gluckernde Sound der Kaffeemaschine und die schmatzenden Geräusche unserer Mitfrühstückenden.</p>
<p>Denn kein_e krampfhaft gutgelaunte_r Radiomoderator_in wird versuchen, uns den Morgenmuffel aus den Knochen zu treiben, keine Verkehrsmeldung wird uns den Weg zur Arbeit schon vermiesen ehe wir erst im angekündigten Stau stecken und niemand wird uns raten, heute nicht ohne unseren Regenschirm aus dem Haus zu gehen. Ab 2015 könnte es nämlich kein UKW-Radio mehr geben. Dann würde es still werden, bei 76,3 Prozent Radiohörer_innen in Deutschland.<br />
Aber was kommt dann? Digitales Radio, DAB, Internetradio oder Podcasts? Die Zukunft des Radios spricht nicht nur eine Sprache und längst ist nicht geklärt, was nun der Nachfolger für unser UKW-Radio werden soll.</p>
<p>Aber warum brauchen wir überhaupt einen Nachfolger? Es ist doch alles gut, wie es ist. Das ist das Hauptproblem bei der Sache: Die meisten sind zufrieden mit ihrem Radioempfänger, der, altmodisch aber praktisch, zu jeder Tageszeit nebenbei dudelt und sie mit den wichtigsten Informationen versorgt. Fast niemand sehnt sich nach einem neuartigen Radiogerät.</p>
<p>Trotzdem wurden über 200 Millionen Mark in die Förderung von DAB – Digital Audio broadcasting – gesteckt. Diese digitale Übertragungsmethode liefert verbesserte Tonqualität und weltweiten Empfang von Radiosendern. Digitale Radios, die mit DAB die Sender empfangen und in unsere Wohnzimmer bringen, wurden subventioniert und stehen nun ungekauft im Laden. Teure Ladenhüter, denn ein gutes digitales Radio gibt es ab 80 Euro aufwärts.</p>
<p>DAB kam in Deutschland nicht an, die Subventionen wurden größtenteils gestoppt, das UKW-Radio soll vielleicht doch nicht schon 2015 abgeschaltet werden, aber in naher Zukunft. Was kommt dann, wenn nicht DAB?  Vielleicht Internetradio? Ein Podcast zum morgendlichen Kaffee?  Im Internet ist das Angebot an verschiedenen Sendern riesig. Kein Wunder, denn im Gegensatz zum UKW empfängt man hier die ganze Welt. Doch nur 4 Prozent nutzen täglich Webradios. Der Grund: Radiohören war bis jetzt einfach Knopf an und fertig. Ein Wechsel von einem Sender zum anderen kommt kaum vor – deutsche Hörer_innen verfolgen im Schnitt nur 1,6 Sender pro Tag. Beim Internetradio fällt diese Bequemlichkeit weg. Man muss sich erst durch die Millionen verschiedener Sender klicken und zwischen japanischen Klängen und Dudelsackradio das Passende finden. Wem das noch zu wenig Aufwand ist, der kann auch auf Podcasts zurückgreifen.</p>
<p>Ein Podcast ist ein Audiobeitrag über ein bestimmtes Thema, z.B. ein Kinotipp der Woche, den man abonnieren kann und dann meist wöchentlich die neusten Beiträge zum gewählten Thema zu hören bekommt. Audio on demand nennt man diese Form des Audioangebots. Auf die Art und Weise wäre es für die Hörer_innen also möglich ihr komplett eigenes Radioprogramm zusammenzustellen, mit Musik, Nachrichten und vielem mehr. Man müsste nur noch das hören, was man auch hören will, und man könnte es genau dann hören, wenn man Zeit hat.</p>
<p>Stellen wir uns also einen ganz normalen Morgen im Jahr, sagen wir mal, 2050 vor. Man kriecht aus dem Bett, setzt den Kaffee auf, fährt den Computer hoch und läd sich erst einmal die neusten Podcasts runter. Während des Frühstücks kann man sich dann schon einmal den ersten Podcast anhören, die restlichen spart man sich für die Dusche (Vorsicht, dass der Computer nicht nass wird!) und für den Weg zur Arbeit (Mp3Player sei dank). Zugegeben, so unvorstellbar klingt das nicht, aber ein bisschen aufwendig vielleicht.</p>
<p>Lohnt sich denn der Aufwand? Was kann Internetradio, was normales Radio nicht kann? Beim normalen Radio verlassen wir uns total auf unser Gehör, unsere Hände sind frei, um etwas anderes zu tun; unsere Augen können sich auf andere Dinge richten. Das Internetradio beansprucht alle drei Sinne. Im Webradio hört man einen tollen Song, dessen Titel einem aber nicht einfällt. Ein kurzer Klick auf den Bildschirm und schon steht dort der Titel und der/die Interpret_in. Das Bild, welches beim Radio bis jetzt völlig außer Acht gelassen wurde, kehrt mit dem Internet zurück und ermöglicht neben Zusatzinformationen auch visuelle Untermalungen des Radioprogramms. Viele Sender installieren Webcams im Studio und machen so die Hörer_innen zu Zuschauer_innen.</p>
<p>Aber das ist noch nicht alles. Im Zeitalter des social webs möchte man sich mitteilen. Einen Kommentar zur Sendung, zur Musik oder zu einem Talkthema kann man per Facebook oder Twitter ganz schnell posten und schon ist man mit drin in der Gesprächsrunde. So funktioniert die Kommunikation zwischen dem einst so abgegrenzten Radio und den Hörer_innen. Bertolt Brecht hatte sich das bereits 1932 gewünscht. In seiner Vorstellung sollte ein politisches Gespräch zwischen Hörern und Sprechern entstehen. Dank Internet gibt es nun Kommunikation im Radio, wenn auch in einer etwas anderen Form.</p>
<p>Das alles ist natürlich Zukunftsmusik – aber die Uni Potsdam spielt da schon ganz vorne mit. FUNK UP heißt das Podcast-Radio, das Studierende jede Woche produzieren. Eine Stunde Sendung aus Musik, Wortbeiträgen und dem dazugehörigen Radiogequatsche. Enno,  Erik und Co. sitzen jede Woche hinter‘m Mikrophon und sind mit ihrem Aufnahmegerät dort, wo‘s in der Uni brennt.<br />
So oder so ähnlich könnte man sich das Radio der Zukunft vorstellen. Anzuhören unter www.funkup.me. Wer nicht nur zuhören will, sondern mitmachen: Einfach Mail an <a  rel="nofollow" id="sto_emailShroud1" href="http://www.somethinkodd.com/emailshroud/emailaddress.php?domainName=funkup.me&amp;userName=info&amp;ver=2.2.0" >info</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://speakup.to/radio-ade/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

