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campusKREATIV — 06 Oktober 2016
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Das erste Date (Foto: Josh Felise)

Nach aufregenden Sommerflirts und Ferienabenteuern kommt nun die gemütliche Zeit, in der viele die Zweisamkeit suchen. Doch wo und wie finde ich meine „bessere Hälfte“? Von Eileen Schüler.

Dir scheinen die letzten warmen Sonnenstrahlen ins Gesicht, doch ein kühler Windstoß kündigt dir den Herbst an. Du kuschelst dich unter die Decke mit einer heißen Tasse Tee oder Kakao, dabei fällt dir auf, dass irgendetwas fehlt. Denn wie schön wäre es jetzt mit Partner_in unter der kuscheligen Decke.

Dating-Apps für bequeme Singles

In diesem Moment fühlst du dich einsam, doch du möchtest nicht von der bequemen Coach aufstehen. Kein Problem! Wozu gibt es eine Vielzahl von Dating-Apps? Mit einem Wisch über das Smartphone kannst du dir potenzielle Kandidat_innen bei Tinder, Lovoo oder Once anschauen und ein Klick auf „Gefällt mir“ könnte vielleicht ein Herzklopfen bei dir auslösen.

Allerdings sieht die Realität meistens anders aus. Ich habe die neue Dating-App Once ausprobiert. Dieser App-Name soll an ein Märchen erinnern („Once upon a time…“) und ein Frosch mit Krone ziert das Logo. Die App verspricht geschulte Matchmaker, die das perfekte Match für dich finden sollen. Um die Mittagszeit erhältst du Date-Vorschläge, die angeblich für dich ausgewählt wurden.

Allerdings bezweifle ich das, weil mir bis jetzt noch kein Mann von den Vorschlägen gefallen hat. Alle Medien berichteten, es sei das Gegenteil von Tinder, jedoch wirst du auch hier nicht die große Liebe finden. Denn auf Frauen oder Männer, die nur „Hey“ schreiben, kann man verzichten.

„Schau mir in die Augen, Kleines“

Da bevorzuge ich lieber das persönliche Gespräch. Also erhebe ich mich von der Coach und gehe am 2. Montag im Monat ins Pub a la Pub zum Speeddating. Um 18 Uhr betrete ich mit einem Freund das sonst so überfüllte Pub und bin überrascht, wie viele Leute sich für das Speeddating angemeldet haben. Ich bekomme einen Zettel in die Hand gedrückt, auf dem mein Name und eine Nummer steht. Danach setze ich mich an meinen Platz an die Bar. Eine Glocke klingelt und schon habe ich fünf Minuten mit meinem ersten Kandidaten.

Nach 12 Runden habe ich mir den Mund fusselig geredet. Auf meinem Zettel habe ich ein paar Smileys hinter den potentiellen Kandidaten gemalt. Nun sollen wir den Zettel abgeben und uns erwartet am nächsten Tag eine Nachricht, wer uns ebenfalls sympathisch fand.

Nach dem Speeddating erzählt mir mein Freund freudestrahlend, dass er sehr kreativ war und sich jeder Kandidatin als jemand anderes vorgestellt hat. Natürlich macht einen das interessanter. Allerdings muss er früher oder später sein wahres Gesicht zeigen, wenn er mit der einen oder anderen im Kontakt bleiben möchte.

Am nächsten Tag finde ich die E-Mail mit dem Ergebnis in meinem Postfach. Darunter ist nur ein Kandidat mit dem ich mich wirklich treffen würde, bei den anderen frage ich mich, warum ich dort eigentlich einen Smiley gemacht habe. Doch ich kenne Paare, die auf diesem Weg zusammengefunden haben.

Verkupplung durch Mama

In vielen Kulturen ist es ganz normal, dass die Eltern die Ehepartner_innen für ihre Kinder aussuchen. Warum probiert man das nicht mal in Deutschland aus? Viele werden jetzt aufstöhnen, aber manchmal kennen die Eltern ihre Kinder ganz gut. Ich habe es zumindest mal versucht, denn meine Mama und ich haben einen ähnlichen Geschmack. Sie schwärmte mir immer von ihrem jungen Fitnesstrainer vor, wie sympathisch er wäre und dass ich mich doch mal mit ihm treffen sollte.

Eines Tages traf ich den Fitnesstrainer: Wir gingen durch den Park Sanssouci spazieren, erzählten und lachten viel. Obwohl ich ihn vorher noch nie gesehen hatte, verstanden wir uns sehr gut und hatten weitere tolle Dates. Es war also nicht schlecht, dass meine Mama mal mein Date ausgesucht hatte.

Überraschung auf der Straße

Manchmal kann es auch passieren, dass dich die Liebe völlig überraschend auf der Straße trifft. Mitte September stand ich an einer Tram-Haltestelle in Sevilla, weil ich auf Freunde gewartet hatte.

Plötzlich sprach mich ein gut aussehender Kerl an und machte mir Komplimente, wir tauschten unsere Nummern aus und verabredeten uns für den nächsten Tag. Wir trafen uns und tanzten Salsa und Bachata.

Umschauen in der Nachbarschaft

Es kann auch sein, dass sich deine „bessere Hälfte“ direkt vor der Haustür befindet. Schau dich mal in deiner Nachbarschaft um. Meine Mitbewohnerinnen und ich haben an einem Freitagabend unsere neuen Nachbarn auf dem Balkon gegenüber entdeckt. Wir kommunizierten erst durch das Fenster mit ihnen und da sie sehr sympathisch waren, gingen wir hinüber, tranken Bier und Wein und redeten die ganze Nacht.

Egal an welchem Ort du dich befindest, es kann sein, dass du genau dort deine „bessere Hälfte“ findest. Manchmal findest du sie auch erst auf den zweiten Blick, wenn du der Person in die Augen schaust und ein schönes Gespräch mit ihr hast. Und vielleicht entwickelt sich aus dem ersten Gespräch die große Liebe.

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